Friedrich Stork bittet zur Ausstellung ins Adelshaus

„Wege zur Kunst“ sind sehr vielfältig

Friedrich Stork bei der Fertigstellung der letzten Radierungen für seine Ausstellung, die am Sonntag im Schloss Hüffe eröffnet wird.

Rahden - SIELHORST/PR. OLDENDORF (Art). „Jetzt wird’s Zeit“, sagt Friedrich Stork aus Sielhorst, während er eine seiner letzten Radierungen einfärbt und unter die Walze legt. Das Motiv „Schloss Hüffe“ ist gleichzeitig Programm, denn in dem alten Pr. Oldendorfer Adelshaus wird Stork am Sonntag im Rahmen des Landart-Festivals seine Ausstellung eröffnen, die die ganze Bandbreite des Könnens des Sielhorster Künstlers widerspiegelt.

        „Altes und Neues zum 70. +1“, so der Titel der Vernissage, der verrät, dass sich der Künstler mit dieser Ausstellung selbst ein kleines Geschenk zu seinem 71. Geburtstag gemacht hat. „Eigentlich wollte ich zum 70. im vergangenen Jahr eine Retrospektive auf die Beine stellen, doch irgendwie hat es zeitlich nicht gepasst“, so Stork. Beim Rückblick auf frühere Werke ist es nicht geblieben, denn immer wieder drängen neue Exponate danach, ausgestellt zu werden, um die bewundernden Blicke der Besucher zu erhaschen. 41 Arbeiten, davon 23 neue, sind in Schloss Hüffe zu sehen.

Er liebt das Großflächige, um seinen kreativen Eingebungen freien Lauf zu lassen. Die Präsentation seiner Werke benötigt Raum, um sie wirkungsvoll in Szene zu setzen. Raum, den er im Schloss Hüffe in Lashorst in adäquatem Ambiente findet. Im Ökonomiegebäudes direkt neben dem Schloss präsentiert Stork großformatige Gemälde und kleinere Grafiken mit Motiven der heimischen Region, ergänzt durch Bilder zu politisch-geschichtlichen Ereignissen und Grafiken zu Bibeltexten.

Die Ausstellung wird um 11 Uhr eröffnet. Bis zum 15. August ist sie sonnabends und sonntags (außer am 18. Juli), von 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr geöffnet. Dann können sich Kunstliebhaber und solche, die es werden wollen, von seinen Arbeiten faszinieren lassen. Die Gemälde, Grafiken und Collagen bewegen sich auf der Grenze zwischen Abstraktion und Wirklichkeit, sind ein Spiegelbild der vielseitigen Begabung des Künstlers, die sich nicht nur im Kunstgeschehen niederschlagen.

1939 in Werdohl geboren und zunächst im sauerländischen Plettenberg aufgewachsen, hegte Friedrich Stork stets Interesse an unterschiedlichen Bereichen. Nach dem Schulbesuch studierte er Theologie, Kunst und Pädagogik in Tübingen, Hamburg und Bielefeld. So kam es, dass er nie „nur“ Künstler war, sondern in seiner letzten Tätigkeit bis 1998 als Schulleiter einer Rahdener Grundschule arbeitete.

In seinem Druck-Atelier in Sielhorst, wo das Wohnhaus inmitten eines idyllischen Gartens zu finden ist, gibt er Radierkurse und lässt sich dort ebenso inspirieren wie in seinem Atelier in der fünften Etage eines Appartements in der Birger-Forell-Straße in Espelkamp, wo die großflächigen Gemälde entstehen. „Denn diese hinterlassen oftmals sichtbare Spuren an den Wänden, die erst beseitigt werden müssen, bevor ich das nächste Werk in Angriff nehme“, so der Künstler. „Damit ich die Wirkung jeder Arbeit exakt überprüfen kann.“

Fünf Monate im Jahr sucht er mit Ehefrau Irmgard Entspannung und neue Impulse in seinem rustikalen Ferienhaus in französischen Bouquet bei Uzès. Die französische Lebensweise durchzieht das Leben des Künstlerehepaares bis in die ostwestfälische Heimat. Ruhe und Gelassenheit drückt die verträumte Atmosphäre in den außergewöhnlichen und liebevoll gestalteten Lebensräumen allerorts aus.

Eigentlich entspringen seine angewandten Techniken dem traditionellen künstlerischen Wirken. Doch der Einsatz untypischer Materialien lässt immer wieder außergewöhnliche Werke entstehen. „Für die Darstellung von Himmeln habe ich oft eine Mischung aus Wasser, Pril und Asphaltstaub verwandt“, erklärte Stork in pucto Radierung. Jetzt verwendet er eine ganz spezielle Sorte Farbspray, das eigentlich für die Lackierung von Fahrzeugen vorgesehen ist. Gemälde, entstanden unter Verwendung von Dispersionsfarben, beeindrucken mit einem integrierten Materialmix – beispielweise Hemden, Brillen oder Ähnlichem.

Auch die Themenvielfalt, die der Meister in seinen Werken aufgreift, unterstreichen die Weltgewandtheit und das kritische Auge des über die heimischen Grenzen hinaus bekannten Künstlers. Biblische Inspirationen finden sich in den Arbeiten ebenso wieder wie Relikte aus den verschiedenen Kriegen.

Insgesamt bewegt sich das Schaffen des Rahdeners „auf der Grenze zwischen Abstraktion und Gegenständlichem“, sagt er selbst. Dabei vermitteln seine teils stark expressiven Bilder oft konkrete Botschaften, von denen sich die Ausstellungsbesucher ab Sonntag überzeugen können. Zur morgigen Vernissage kredenzt der Künstler einen französischen Apéritif und einen Landwein der hugenottischen Region. Damit möchte er auch kulinarisch einen Bogen zum Ambiente des Schlosses Hüffe schlagen, das der hugenottische Architekt Simon Louis du Ry erbaut hat.

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