Plattdeutsche Geschichten von Pastor i.R. Dullweber: 76. Folge

„So watt giff ett auck!“

Pastor i.R. Wilhelm Dullweber.

Haldem - „So watt giff et auck!“ hat Pastor i.R. Wilhelm Dullweber die 76. Folge seiner plattdeutschen Geschichten überschrieben.

Winterdag! De Dümmer es taufrohrn! Vierle Lür kurmt tau Schlittschauhlaupm. Ein par Maul heff wie os Familie oll ein Spaziergang up denn Iessee maket. Nu es ett Sünnobend. Ick sitte anne Priege. Ett klingelt anne Husdürn. Use Nauber Reinhard steiht dor mett ein jungen Kerl. „Willi, du moss öhne helpm, bie Dinklagen in Hahme ess sien Auto stern blierm.“ De junge Mann erklärt mie, sei wöhn mett öhrn Jungen uppm Dümmer wesen taun Schlittschauh laupm. Hei was Vikar inne Nöuchte von Lemgo, nu was sien Benzin im Auto un auck sien Geld olle. Sei wüssen nich, watt sei maken schölln?

Es was 1979, Scheckkortn hörr man ner nich, un de Tankstiern wöhn taun Wirkenenne auck nich opm. Watt was tau daun? Ick heffe mie in mien Auto sett, un denn heff wie de Familie nau us henhaalt. In Pastornhüser mösse man in dermälige Tied jümmern ein Zimmer vö Gäste parat hemm. De junge Familie heff sick bie us upwärmt, ett gaff watt taun Ärmtet’n. Man hülp jä eine jungen Mitbruder.

Christine makere datt Zimmer fährig, un so hett sei Nachts bie us schlaupm. Un weil hei Sünndags nich priegen bruke, blähm sei auck am Sünndagmorn bie us un göngen mett naun Gottedienst. Naun Gottedienst heff ick Barz Paul vonne Tankstier anraupm. Hei vesorge dütt junge Paar mett Benzin un makere öhre Ente wier flott. Betahln dä ick, denn use Vikar hörr jä kein Geld. Nau Mirraget’n föhrn sei wir Richtung Lemgo. Ick gaff öhne miene Konto-Nummer mett un in denn nächsten Dagen scholl ick datt Spritt-Geld wierkriegen. Vö Et’n un Dringen bedanken sei sick düchtig. De Tied geiht innt Land. Doch datt Geld kamm nich. Un irgendwann hörr ick datt vegiertn genau wie sien Nam.

Ett gohrt Johre innt Land. Ick bin mett miene Plattdüütschen Gruppe uppm Kerkendag in München. Ett was 1993. Wie sind upp denn Markt der Möglichkeiten. Kürt ower use norddeutsche Platt un ower de Nächstenliebe. Un einer de bett jetzt taulüster heff, vetellt ,wie hei in ein Winter bie ein Pastauer de Nächstenliebe persönlich mett siene Familie belierwet heff. Un oss düsse Pastor auck noch denn Tank von sien Auto fullmaken löut, der wöhn sei glücklich nau Hus föhrt. Blaus de Kontonummer vom Pastor, de hörr hei nich wierfien könnt un so töffere de nau bett Vöndage up sein Sprittgeld.

Der heff ick mie meld un heffe seggt: „Datt kanns du nauhaaln, düsse Pastor steiht vö die, un vetellt von Nächstenliebe.“ Un denn will ick öhne in de Menge von Lürn ankieken. Doch mien Kollege es veschwunden inne Masse. Velichte hörr hei jä wir kein Geld, ower ick hörr keine Möglichkeit, öhne nau märl miene Kontonummer tau gierbm.

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