Laienspielschar Oppenwehe rührt mit „Twee Spürnesen“ zu Lachtränen

Wanzen unterm Küchentisch

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Es ist wirklich nicht so, wie es aussieht: Werner Wäscher (Dirk Priesmeier) und Andrea Magnum (Tanja Riesmeier) bringen nur eine Wanze unter dem Tisch an. Wie kann Oma Pfender (Anette Köllner) das nur falsch verstehen?.

Oppenwehe - Zwei Abhörwanzen unterm Tisch, viel Dosenbier, nackte Tatsachen, eine wilde Verfolgungsjagd sowie unfreiwilliger Drogenmissbrauch mit anschließendem Straßentanz: „Wat is mit dieser Schietfamilie bloß los?“, fragt sich Hausherr Werner Wäscher (Dirk Priesmeier) zu Recht.

Seine Tochter Babsi (Katja Döhnert) sieht irgendwann keinen Ausweg mehr: „Sei mir nicht böse, aber ich gehe jetzt über die Straße ohne zu gucken.“

Lustig war Sonntagnachmittag die Premiere von „Twee Spürnesen“, dem neuen Theaterstück der Laienspielschar Oppenwehe unter der Leitung von Frauke Spreen. Geschrieben hat das Lustspiel Frank Ziegler. Vom Gewitter samt Hagelschschauer war in Meiers Deele nicht viel zu hören, so laut lachte das rund 90-köpfige Publikum immer wieder auf.

Die Laienspieler waren sich für Nichts zu schade. Sie zogen frei von Scham alle Gag-Register. Da stöhnt Vater Wäscher beim Abhör-Test wie ein brünftiger Wasserbüffel im Wohnzimmer, Sohnemann Arndt (Stephan Köllner) trägt in einer kurzen Szene als Kleidung nur eine Fußmatte und Babsi wird zum liebestollen Vamp, um aus dem „obercoolen“ Dealer Albo (Sven Winkelmann) einen echten Mann zu machen.

Besonders putzig weil sympathisch schwer von Begriff ist Detektivin Andrea Magnum (Tanja Riesmeier) von der Detektei „Magnum Hawaii ohne Schnurrbart“ – eine Anspielung auf den gleichnamigen Fernsehschnüffler Thomas Magnum, gespielt von Tom Selleck. Der verknitterte aber konditionell recht gut aufgestellte Alfons Columbo (Karl-Heinz Bollmeier) trägt passend zum Namen Trenchcoat und Zigarrenstummel. Das hätte Ur-Columbo-Darsteller Peter Falk gefallen.

Sie und viele weitere Charaktere sind die Zutaten für einen klassischen plattdeutschen Wirrwarr-Dreiakter, der die Stunden vergnüglich an einem vorbeiziehen lässt. Genau das Richtige für einen verregneten Sonntag ist der Einblick in einen Tag im Leben der Familie Wäscher.

„Meine Karin hat einen Lover.“ Werner Wäscher ist sich da sicher. „Ich klär jeden Fall auf“, versichert ihm „Spürnese“ Andrea Magnum. Beim Abhörwanze anbringen unterm Tisch „erwischt“ die moderne Oma Pfender (Anette Köllner) die zwei, denkt sich ihren Teil und greift zum Handy („Hädschi“), um im Namen ihrer Tochter Karin (Michaela Spreen) ebenfalls einen Detektiv anzuheuern. Doch statt diesem steht plötzlich Drogenhändler Albo mit jeder Menge „Ikstisi“ in der Tür und vertut sich auf der Suche nach Sohn Arndt in selbiger.

Ob Mountainbiker Arndt am Ende wirklich homosexuell ist, Karin trotz Schwabbelbauch, Sauferei und Glatze doch noch Gefallen an ihrem Mann findet und welche Rolle Innenarchitektin Brigitte Singer (Iris Staas-Johann) überhaupt spielt, wird an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Das viele Lightbier („Da ist Alkohol drin“) ist von der Eigenmarke „Laienspielbräu“.

Weitere Aufführungstermine in Meiers Deele (jeweils um 19.30 Uhr): Sonntag, 10. November, Freitag, 15. November, und Freitag, 22. November. In der Wehdemer Begegnungsstätte wird am Freitag, 29. November, ebenfalls um 19.30 Uhr gespielt. kap

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