60. Int. ADAC-Westfalen-Lippe-Fahrt begann und endete beim Gasthaus Heiner Rosengarten in Haldem

86 Veteranen knatternd durch den Mühlenkreis

Stilecht: Weil Manfred Apelsmeier aus Hille mit seiner Wanderer die letzte Startnummer trug, beobachtete er in seiner Polizeiuniform aus den 20er Jahren alle vor ihm abfahrenden Veteranen.

Haldem - (ges) · Die größeren Maschinen verließen den Platz vor dem Gasthaus Heiner Rosengarten mit sattem Sound, während sich die kleineren Veteranen eher verhalten knatternd auf den Weg machten und den typischen Geruch von Zweitaktern aus dem Auspuff bliesen.

Insgesamt 86 Mal senkte sich die Startflagge, bevor sich alle zweirädrigen Oldtimer der Baujahre 1904 bis 1980 auf der Strecke zum Schloss Hüffe befanden und dabei eine ganze Reihe von Kontrollstellen ansteuerten.

Zuvor hatte Moderator Wolfgang Prause aus Osnabrück alle PS-Veteranen und deren Fahrer oder Fahrerinnen vorgestellt und den Zuschauern beim Start wichtige Eckdaten zur Technik mitgeteilt. Organisationsleiter der vom AMC Stemweder Berg ausgerichteten Internationalen 60. ADAC-Westfalen-Lippe-Fahrt für Motorrad-Veteranen war Wolf-Otto Weitekamp, als Fahrtleiter fungierte Ralf Hellmich, seine Stellvertreter waren Jürgen Wendt und Eddy Krüger, die Aufgaben des technischen Kommissars hatte Tobias Krüger übernommen, und für die Auswertung waren Iris Weitekamp und Monika Becker verantwortlich.

Schon beim Start in Haldem sorgte Manfred Apelsmeier in zweifacher Hinsicht für Aufsehen. Zum einen wegen seiner Polizeiuniform aus den 20er Jahren, zum anderen wegen seiner farblich zur Uniform passenden grünen Wanderer aus dem Jahre 1941. Weil er sich nicht rechtzeitig angemeldet hatte, stand er nicht im Programm und verließ den Platz bei Rosengarten mit der Start-Nummer 86. Ergo war der 65-Jährige der letzte Fahrer, der mittags auf dem teilweise zum Biergarten umfunktionierten Parkplatz von Schloss Hüffe in Pr. Oldendorf eintraf.

Erster Motorrad-Veteran am Etappenziel war übrigens eine von Hans-Dieter Springer aus Bielefeld gelenkte Wanderer aus dem Jahre 1914. Auffällig an seiner Maschine ist, dass sie nicht – wie früher üblich – auf Hochglanz poliert ist, sondern Rost angesetzt hat. „Seit zehn Jahren sind die Patina-Freaks stark im Kommen“, berichtet der 70-Jährige, „weil die Oldtimer so viel mehr Charakter und Charme haben“.

Auch der Bielefelder zählt zu den Veteranen-Freunden, die ihre alten Schätzchen selbst hegen und pflegen. „Da kommen keine anderen Hände ran“, sagt auch Hinrich Rypke, der mit seiner BMW 42 bis aus dem schleswig-holsteinischen Cölln-Reinsiek angereist ist, um auf der mehr als hundert Kilometer langen Strecke von Haldem bis Pr. Oldendorf und wieder zurück die Reize des Mühlenkreises besser kennen zu lernen.

Sofort nach dem Eintreffen beim Schloss Hüffe ist auch Werner Stockmann aus Dielingen dicht von Oldtimer-Fans umringt. Nach dem Ausfall der von Claus Petersen aus Loxstedt und Wolfgang Heiden aus Berlin, die Veteranen der Baujahre 1904 und 1905 gemeldet hatten, fährt Stockmann mit seiner 105 Jahre alten Progress 3 HP das älteste Modell im Starterfeld.

Nach zweistündiger Pause vor der malerischen Kulisse von Schloss Hüffe werden die Maschinen – wie schon morgens bei Rosengarten in Haldem – in Minuten-Abständen auf die Rückfahrt geschickt. Werner Stockmann ist als Erster am Start, „weil die Nummer 1 nicht durchgekommen und die Nummer 2 nicht angetreten ist“. Er geht die zweite Etappe des Tages voller Optimismus an. „In 27 Jahren bin ich erst einmal ausgefallen, da ist ein Ventil kaputt gegangen. Das war bislang aber alles“, berichtete er, bevor er losknatterte.

Den Gesamtsieg holte sich Klaus-Dieter Heinz aus Schwerte auf einer Yamaha X 650 vor Max Zimmermann aus Köln (Zündapp KS 75) und Günter Toben aus Hamburg mit einer Triumph BDG 125. Bester heimischer Fahrer war Wilfried Mohrfeld aus Espelkamp (NSU Fox) auf Platz 26. Helmut Krone aus Dielingen landete mit seiner Maico Taifun auf Rang 35.

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