Frauenhilfe entstand kurz nach der Einweihung der Auferstehungskirche

„Urgestein der Weher Gemeindearbeit“ wird 50

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Gruppenfoto zum Jubiläum: Pfarrerin Micaela Strunk-Rohrbeck (2.v.r.) mit der Weher Frauenhilfe, die 1964 als erste Gemeindegruppe nach der Einweihung der Auferstehungskirche ihre Arbeit aufnahm. ·

Rahden - WEHE · 2013 zelebrierte das Dorf Wehe das 50-jährige Bestehen seiner Auferstehungskirche. Und kaum ist das neue Jahr da, gibt es schon wieder einen Grund zum Feiern: Mit der Frauenhilfe Wehe der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Rahden wurde am 16. Januar ein „Urgestein der Weher Gemeindearbeit“ ein halbes Jahrhundert alt. Das Zitat stammt von Pfarrerin Micaela Strunk-Rohrbeck, die gestern auf den Festgottesdienst am Sonntag, 26. Januar, hinwies. Ab 10 Uhr soll das Jubiläum mit der ganzen Gemeinde gefeiert werden.

Christoph Heuer (Orgel) und Annette Schepsmeier (Querflöte) werden musizieren. Grußworte sind von Vertreterinnen des Bezirksvorstandes der Frauenhilfe zu erwarten. Geehrt werden am Sonntag die Gründungsmitglieder mit Urkunden vom Landesverband. „Das sind noch neun Frauen. Die älteste wird dieses Jahr 100“, sagte Strunk-Rohrbeck. Die Frauenhilfe sei eine der ersten Gruppen gewesen, die nach der Kircheneinweihung gegründet wurde. Beim Treffen der Damen stand gestern ein Rückblick auf das vergangene Jahr ebenso im Mittelpunkt wie Erinnerungen an 50 Jahre voller Zusammenhalt und Gemeindearbeit.

Andacht zu Beginn

hat Tradition

Pastor Moritz Steinmann und Schwester Aleida hatten im Januar 1964 zur ersten Zusammenkunft der Weher Frauenhilfe eingeladen. Im ersten Jahr ihres Bestehens traten 50 Damen ein. Pfarrerin Micaela Strunk-Rohrbeck erklärt sich diesen Ansturm so: „Die waren froh, endlich eine eigene Gruppe vor Ort zu haben. So bot sich für die Frauen eine Möglichkeit, mal aus dem Haus zu kommen. Es gab hier ja sonst nicht viel.“ In Rahden habe damals schon eine solche Frauenrunde gegeben, und einige Weherinnen hätten den Weg dorthin bei Wind und Wetter auch mit dem Fahrrad nicht gescheut.

Auch heute besteht die Gruppe noch aus rund 50 Frauen, die sich von September bis Mai alle zwei Wochen mittwochs von 15 bis 17 Uhr in der Kirche treffen.

Tradition ist es, dass die Versammlungen mit einer Andacht beginnen. „Das Fundament der christlichen Frauenhilfe“, so Strunk-Rohrbeck. Zur Zeit der Nationalsozialisten durften die Treffen der Frauenhilfen nur aus Andachten und Bibelmessen bestehen, weiß sie. Gespräche über gesellschaftspolitische Dinge seien verboten gewesen. Damit habe der Staat die Frauenhilfe schwächen wollen, so die Pfarrerin. Doch das Gegenteil trat ein. „Daraus sind Generationen von mündigen Christinnen entstanden.“

Die Frauenhilfe stehe für „Hilfe von Frauen für Frauen“, erklärte Strunk-Rohrbeck. Die Mitglieder hätten sich gegenseitig und die Dorfgemeinschaft im Blick. Mit ihren Beiträgen unterstützen sie zudem diakonische Projekte und Institutionen des Landesverbandes wie beispielsweise ein Frauenhaus in Soest, ein Heim für psychisch Kranke in Wengern und die Frauenberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel „Nadescha“ in Herford. In der Frauenhilfe Westfalen hätten die einzelnen Ortsgruppen dank des Dachverbandes eine stärkere Stimme als kleine, eigenständige Gruppen, so Strunk-Rohrbeck. Außerdem gebe es viele Bildungsangebote.

Was bei den Landfrauen die Eckenfrauen sind, sind bei der Frauenhilfe die Bezirksfrauen. Sie besuchen Kranke, geben Einladungen und Informationen weiter und passen aufeinander auf. „Sie geben auch an uns Pfarrer weiter, wenn es einer Person nicht gut geht“, weiß Strunk-Rohrbeck. „Da sind sie sehr rührig.“ Ihren Zusammenschluss hält sie für unverzichtbar und sieht in ihm eine Stütze des Gemeindelebens. Die Weher Gruppe hat auch einen Vorstand. Er besteht aus der Vorsitzenden Herta Riechmann, ihrer Stellvertreterin Hanna Ritter, Schriftführerin Elfriede Langhorst und Kassiererin Elfriede Kalweit. · kap

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