Ortsheimatpfleger möchten Ortschaften durch einen Planetenweg verbinden

Unvorstellbare Entfernung

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Unser Sonnensytem im Maßstab 1/402 000 000 wollen die Ortsheimatpfleger Friedrich Sander und Claus-Dieter Brüning anhand eines Planetenweges darstellen. Diese Grafik zeigt das kreisförmige Planetenbahnenmodell und die theoretischen Standpunkte der Himmelskörper im Rahdener Raum. · Grafik: Stadt Rahden

Rahden - Die Entfernung von der Sonne bis zum Planeten Neptun am äußeren Rand unseres Sonnensystems beträgt rund 4,5 Milliarden Kilometer – eine unvorstellbare Entfernung.

Das Licht braucht drei Stunden und 42 Minuten für diese Strecke. Wenn alle Planeten des Sonnensystems auf einer Linie liegen würden, würde es dabei Merkur, Venus, Erde, den Mini-Planeten Ceres, Mars, Jupiter, Saturn und Uranus passieren. Pr. Ströhens Ortsheimatpfleger Friedrich Sander und sein Rahdener Kollege Claus-Dieter Brüning wollen diese Entfernung und die Größe der genannten Planeten mit Hilfe der Stadt Rahden greifbar machen: Sie planen die Anlegung eines Planetenweges.

Dem Rahdener Ausschuss für Soziales, Sport, Kultur und Tourismus stellten die beiden das Projekt jetzt vor. Zustimmend nahmen die Politiker die Pläne zur Kenntnis (wir berichteten). Als „visionäre Idee“ bezeichnete Ausschussvorsitzende Bianca Winkelmann (CDU) den Plan. Auch Bürgermeister Bernd Hachmann mochte den Gedanken. Der Wege könne eine gute Werbung für Rahden sein, wertete Monika von Platen-Nimbs (FDP) die Idee, deren Umsetzung für Rahden „so gut wie kostenlos“ sei.

„Solche Dimensionen kann man sich nur schwer vorstellen“, sagte Hobby-Astronom Friedrich Sander und pries den Planetenlehrpfad an. Ein solcher vermittele die riesige Dimension unseren Universums am Beispiel unseres Sonnensystems in einem maßstabgerechten Modell. Dargestellt werden die Größe der Sonne, der Planeten und ihre Entfernungen zueinander. Als Mittelpunkt des „Rahdener Sonnensystems“ wählten Sander und Brüning den Bahnhofsvorplatz. Dort sollen eine Modell-Sonne (ein Kreis auf dem Vorplatz mit einem Durchmesser von 3,5 Metern) sowie eine Info-Tafel über den Himmelskörper und die weiteren Punkte des Weges informieren. Den Platz des Neptuns soll der Nordpunkt in Pr. Ströhen bilden. Zwischen dem Bahnhof und dem nördlichsten Flecken NRWs – Entfernung: 11,2 Kilometer Luftlinie – könne man die anderen Planeten „ablegen“, so Sander und beispielsweise durch eine verschlungene Radroute, die durch verschiedene Rahdener Ortschaften führt, verbinden.

Rahden bekäme so eine Attraktion mit pädagogischen Ansätzen, der astronomische Gedanke des Nordpunktes (dort stehen bekannterweise zahlreiche Sonnenuhren) werde weitergeführt und die einzelnen Ortschaften würden touristisch miteinander vernetzt. Dies könne einen Impuls für vorhandene Sehenswürdigkeiten geben, so der Pr. Ströher, der ankündigte, dass die Heimatfreunde des Nordpunkt-Dorfes sich gerne in Eigenregie um die Beschilderung in ihrer Ortschaft kümmern würden.

Rund 80 Planetenwege gebe es aktuell in Deutschland. „Es ist beeindruckend, was da für ein Aufwand um die Präsentationen gemacht wird“, erklärte Brüning. Er und Sander hatten sich einige Wege angesehen. In manchen stecke viel Geld und Aufwand. „So weit soll es in Rahden nicht gehen.“ Die beiden Ortsheimatpfleger wünschen sich eine Basis-Darstellung. Diese könne bei Bedarf „wachsen“ und ließe sich „relativ schnell umsetzen“. „Planeten-Paten“ könnten die Finanzierung der Schilder übernehmen. Bianca Winkelmann riet, alle Ortschaften in die Planungen mit einzubeziehen. Günter Meyer (SPD) fand die Idee „hochinteressant“. Seiner Ansicht nach soll das Projekt nun erstmal in die Heimatvereine getragen werden. Meyer: „Wir sollten nichts übers Knie brechen.“

Zwei Beispiel-Modelle des Planetenweges im Maßstab 1/402 000 000 haben die Ortsheimatpfleger Friedrich Sander und Claus-Dieter Brüning ausgearbeitete. Bei einem werden die Planetenbahnen ausgehend von der Sonne (Bahnhof) kreisförmig dargestellt. Dies, so Sander, komme den realen Planetenbahnen näher. Entlang der Teilkreise könne man an markanten und maßstabsgetreuen Punkten der Ortschaften die Himmelskörper vorstellen. So könnten beispielsweise am Gymnasium oder am Alten Markt die Erde vor- und dargestellt werden. Am Museumshof befinde sich womöglich der Standort des Jupiters und an der Weher Bockwindmühle oder dem Göpelhaus in Sielhorst der des Saturns. Die zweite Strecken-Idee der Heimatpfleger bezieht die nach Bassum führende Bahntrasse sowie die Auenland-Draisinen mit ein. Anhand von Info-Schildern und wenige Zentimeter großen Planeten-Darstellungen beispielsweise auf Bahnschwellen ließe sich der Weg von der Sonne am Bahnhof bis zum Neptun am Nordpunkt vorstellen, so Sander. · kap

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