Erste Dichtigkeitsprüfung der Abwasserrohre an der Immenklause in Drohne

Unterirdische Inspektion

Bautechnikerin Kathrin Rath schaut Steffen Bode über die Schulter, während die Kamera das Innere des Abwasserrohres auf dem Monitor dokumentiert. ·
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Bautechnikerin Kathrin Rath schaut Steffen Bode über die Schulter, während die Kamera das Innere des Abwasserrohres auf dem Monitor dokumentiert. ·

Rahden - DROHNE · Zum Schutz des Bodens, des Grundwassers und der Kläranlagen ist die Dichtheit des Kanalnetzes und der Abwasserleitungen unumgänglich. Für die Überprüfung auf Dichtheit ist der Grundstückseigentümer zuständig. Um einen ganzheitlichen Boden- und Gewässerschutz zu gewährleisten, hat er nachzuweisen, dass seine private Grundstücksentwässerungsanlage in einem einwandfreien Zustand ist.

Am Mittwochvormittag überprüften Fachleute das Rohrsystem an der Drohner Immenklause. Vor der Kanaluntersuchung oder Dichtheitsprüfung wurden die Rohre mit Hochdruck gespült, „damit das System sauber ist, denn in verschmutztem Zustand können schnell Schädigungen übersehen werden“, so Steffen Bode, zertifizierter Fachkundiger für Kanaldienstleistung Schwerpunkt Grundstücksentwässerung, der mit einem Mitarbeiter, Marcel Holle, vor Ort die Prüfung vornahm. Danach begann mit digitaler Messtechnik die Überprüfung der Rohre, alle Schäden dokumentierte eine Videoaufzeichnung am Monitor.

„Wir erstellen gleichzeitig einen Lageplan“, so Bode, „um zu sehen wo die Leitungen entlang führen.“ Das Prüfungsprotokoll, eine DVD mit der Aufzeichnung einzelner Stationen sowie den Lageplan erhält im Fall der „Immenklause“ die Gemeinde Stemwede als Auftraggeber für das öffentliche Gebäude. Wird die Inspektion an privaten Gebäuden vorgenommen, bekommt der Hausbesitzer die Dokumente ausgehändigt, die auf Verlangen der Gemeinde vorzulegen sind. „Von großem Vorteil ist es, wenn wir vorher Bau- und Entwässerungspläne einsehen können“, erklärte Bode und beobachtete am Bildschirm die Aufnahmen der Kamera.

Mit einem Ortungsgerät kann überirdisch die genaue Lage der Kamera bestimmt werden. „Wir sind für alle orangefarbene Rohre zuständig die in der Erde liegen, sobald die Rohre grau werden, sind wir mit unserer Kamera bereits im Gebäude angelangt. Dort merkt der Eigentümer meistens selbst, wenn etwas undicht ist.“ Damit die Fachleute auch sämtliche Abzweigungen abfahren können, ist die Kamera mit einem abbiegefähigen Zusatzgerät ausgestattet. „Die Kamera dokumentiert alle Schäden, wie kleine oder größere Risse sowie Wurzeleinwüchse“, erklärt Bode. „Gängige Rohre haben eine durchschnittliche Lebensdauer von rund 100 Jahren.“

Die Kosten für eine Dichtigkeitsprüfung für ein Einfamilienhaus lägen bei rund 300 bis 350 Euro. Jeder Schaden habe eine bestimmte Wertigkeit, danach werde die Sanierung festgelegt. Die Schäden sollten möglichst zeitnah behoben werden, damit keine schädlichen Substanzen wie Fäkalien, Chemikalien oder Waschmittel ins Grundwasser gelangen. Ist die Dichtigkeitsprüfung abgeschlossen hat der Hausbesitzer 20 Jahre lang Ruhe bis eine Wiederholung der Kontrolle ansteht.

Nach dem „Startschuss“ an der Immenklause müssen sich 120 Haushalte in Drohne und Dielingen bis Ende 2012 dieser Prüfung unterziehen. „Die Hausbesitzer werden in dieser Woche angeschrieben“, so Kathrin Rath, Bautechnikerin der Gemeinde Stemwede, die gemeinsam mit Diplom Ingenieur Ulrich Hüffmann, unter anderem, für die Dichtigkeitsprüfungen in Stemwede zuständig ist. Rund 400 Haushalte sollen in den darauf folgenden Jahren jährlich in Stemwede geprüft werden.

„Wie hoch die Kosten für eine Reparatur geschädigter Rohre sein wird, kann keiner sagen“, sagte Kathrin Rath. Dem stimmte auch Fachmann Steffen Bode zu, versprach jedoch, gemeinsam mit den betroffenen Hausbesitzern immer nach der wirtschaftlichsten Lösung zu suchen. · hm

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