Dorfgemeinschaft Niedermehnen feiert zum letzten Mal auf Bolzplatz

Trauriger Abgesang

Ein letztes Mal gesellige Zusammenkunft auf dem Niedermehner Bolzplatz, bevor die Dorfgemeinschaft ihn an Gerd Grummert übergeben muss.

Rahden - NIEDERMEHNEN · „Das Dorf lebt und es lebt die Gemeinschaft in ihm!“ Wer am Sonntagnachmittag auf dem Bolzplatz in Niedermehnen war, spürte eine Verbundenheit der Dorfbewohner zueinander und konnte diesen Satz nur bestätigen. Das Treffen allerdings hatte einen bitteren Beigeschmack: Das Aus für den Bolzplatz, der rund ein Jahrzehnt lang der Niedermehner Dorfgemeinschaft zur Verfügung stand.

Reinhard Hegerfeld, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, blickte zurück: „Der Bolzplatz ist 2000 mit Unterstützung der Gemeinde Stemwede entstanden. Die Gemeinde hat die Fläche gepachtet und Tore aufgestellt. Ein toller Platz für Jung und Alt zum Bolzen.“

2004 hatte die Dorfgemeinschaft den vorderen Teil des Geländes mit Weidenbauten, Iglu und Tippi gemeinsam mit dem Umweltamt Minden Lübbecke erweitert. Holzbildhauer Thomas Koch hatte den Eingangsbereich gemeinsam mit den Kindern des Ortes gestaltet. Aus bunten Holzbalken entstand das „Insekt“, durch das die Besucher hindurch gehen müssen, um zum Bolzplatz zu gelangen. „Das war ein tolles Projekt, das allen und ganz besonders den Kindern gut gefallen hat“, erinnerte Hegerfeld an die Aktion, die die Dorfgemeinschaft rund 3 000 Euro gekostet hatte.

2009 kaufte Gerd Grummert aus Niedermehnen das Gelände mit anliegendem Wohnhaus, das seit längerer Zeit nicht bewohnt war. „Hier sollen Ferienwohnungen entstehen“, weiß Lars Bunge, zweiter Schriftführer der Dorfgemeinschaft. Für das Bolzplatzgelände sei beim Bioverband ein Antrag als Bioanbaufläche gestellt worden.

„Wir haben uns sehr bemüht, den Bolzplatz als Dorfmittelpunkt zu erhalten. Auch Bürgermeister Gerd Rybak hat sich für unsere Belange eingesetzt. Es ist uns leider nicht gelungen“, bedauerte Hegerfeld. „Nun wollen wir die Ära Bolzplatz würdig beenden.“ Der Meinung waren etliche Niedermehner, nicht nur aus den Reihen der Dorfgemeinschaft, die den sonnigen Sonntagnachmittag ein letztes Mal für gemeinsame Aktivitäten nutzen.

Nicht nur die Kinder und Jugendlichen aus Niedermehnen hätten den Platz gern genutzt, auch die vielen Gruppen, die den angrenzenden Dorfplatz mieten, hätten hier ein geeignetes Areal zum Toben gefunden. „Von der Miete, die wir von den Gruppen für die Dorfplatznutzung bekommen, konnten wir den Bolzplatz unterhalten. Die Instandhaltung wie Rasenmähen oder Baumschnitt und Frühjahrsputz haben Mitglieder der Dorfgemeinschaft ehrenamtlich übernommen“, so Hegerfeld.

Am Sonnabend haben Mitglieder der Dorfgemeinschaft die Fußballtore abgebaut. „Wir stellen den Bolzplatz ab sofort Gerd Grummert zur Verfügung, obwohl der Pachtvertrag bis zum 31. März 2012 läuft“, sagte Bunge, da die Fläche im Winter ohnehin nicht genutzt werde und man „niemandem Steine in Weg legen wolle“. Den vorderen Teil des Geländes, hier läuft der Pachtvertrag bis zum 30. September 2012, will die Dorfgemeinschaft im Frühjahr abbauen.

Das Holzobjekt „Insekt“ soll dann Verwendung beim Eingang zum Walderlebnispfad finden oder dem Niedermehner Kindergarten „Wutzelhausen“ als Pforte für den Waldkindergarten dienen. · hm

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