Die demografische Entwicklung hat auch in Rahden Einfluss auf die Schülerzahlen / „Grundschulen langfristig sichern“

Thielemann: „Attraktiver Schulstandort“

Mehr als 1 300 Schülerinnen und Schüler, auch aus umliegenden Gemeinden, besuchen im laufenden Schuljahr das Rahdener Gymnasium. Fotos (5): Scheland

Rahden - Natürlich wirkt sich die demografische Entwicklung auch auf die Schülerzahlen der Schulen in der Stadt Rahden aus. Dennoch ist nach den vorliegenden Prognosen bis zum Jahre 2019 keine der Grund- und weiterführenden Bildungseinrichtungen in der Auestadt gefährdet. „Unser erklärtes Ziel ist insbesondere, den bestand der vier Grundschulen langfristig zu sichern“, betont Schulamtsleiter Werner Thielemann.

Für den Schulversuch „Gemeinschaftsschule“ besteht nach Aussage Thielemanns verwaltungsseitig zumindest derzeit kein Bedarf. In den weiterführenden Schulen werde eine gute Arbeit geleistet, sagt er. „Im Schulzentrum werden alle Abschlüsse angeboten, und im System ist eine Durchlässigkeit möglich.“ Künftig werde sich ein mit Rats- und Schulvertretern besetzter Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit der Verwaltung mit der Schulentwicklungsplanung befassen. „Mit dem Ziel, Rahden als attraktiven Schulstandort zu erhalten – im Grundschulbereich ebenso wie für Haupt-, Real- und Gymnasialschüler.“

In den vier Grundschulen in Rahden, Varl, Pr. Ströhen und Tonnenheide-Wehe sinken die Schülerzahlen von aktuell 638 auf 610 im Jahre 2015. Das ist ein Rückgang von 4,4 Prozent. 2011 besuchen 613 Kinder die vier Grundschulen, 212 sind es 634, 2013 616 und 2014 613. In der Grundschule Rahden geht die Zahl der Schülerinnen und Schüler um 0,9, in Varl um 4,4 und in Tonnenheide um 8,3 Prozent zurück. Etwas dramatischer ist der Rückgang in der evangelischen Grundschule Pr. Ströhen: Dort sinkt die prognostizierte Schülerzahl über 70 (2011), 72 (212), 68 (2013) und 65 (2014) auf 59 im Jahre 2015. Prozentual bedeutet das einen Rückgang von 20,3. Auf Grund einer Sonderregelung (Bekenntnisschule) ist die Bildung einer Eingangsklasse aber in keinem Jahr gefährdet. Die Grundschule Rahden ist bis 2015 durchgängig dreizügig, die Grundschulen Varl und Pr. Ströhen einzügig und die Grundschule Tonnenheide-Wehe zweizügig.

Beim Übergang von den Grund- in die weiterführenden Schulen sind in den zurückliegenden Jahren fast alle Schülerinnen und Schüler in Rahden geblieben. Aktuell liegt die Zahl bei 96,4 Prozent. „Darauf können wir stolz sein“, betont Werner Thielemann, „zumal sich an dem Trend bis zum Jahre 2019 kaum etwas ändern wird“. Nach den prognostizierten Zahlen wechseln 22 Prozent der Grundschülerinnen und -schüler in den kommenden Jahren zur Hauptschule, die Realschule nimmt 37 Prozent der Mädchen und Jungen auf, und das Rahdener Gymnasium werden 36 Prozent besuchen.

Die Zahl der Kinder, die in den kommenden Jahren in Rahden beschult werden, liegt 2011 bei 2 788 (Grundschule 613, Hauptschule 288, Realschule 544, Gymnasium I 698 und Gymnasium II 645), 2012 bei 2 770 (634, 263, 539, 689, 645) 2013 bei 2 578 (616, 243, 492, 697, 530), 2014 bei 2 504 (613, 223, 460, 673, 535) und 2015 bei 2 456 (610, 204, 449, 658, 535). „Wir sind ein attraktiver Schulstandort, auch für umliegende Gemeinden, und das wollen wir bleiben“, zieht Thielemann ein ebenso erfreuliches Resümee wie stellvertretender Bürgermeister Willi Kopmann: „Es ist ein großer Erfolg, wenn über Jahre weit mehr als 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Rahden bleiben.“

Der Schulamtsleiter nimmt auch zu den Betreuungsangeboten Stellung, die die Schulen in der Stadt vorhalten. Im offenen Ganztag der Grundschule Rahden gibt es für 22 Kinder eine vom Verein zur Betreuung der Kinder der Grundschule Rahden getragenen Vormittagsbetreuung, und für 64 Kinder in zwei Gruppen eine vom DRK-Kreisverband Altkreis Lübbecke getragene Ganztagsbetreuung.

In der Grundschule Varl haben bisher nur vier Eltern Interesse an einer offenen Ganztagsgrundschule gezeigt. Der Elternverein Verlässliche Grundschule bietet dort für 18 Kinder in einer Gruppe „Schule von acht bis eins“ an. In Pr. Ströhen wird durch vorbildliche Arbeit eine hohe Quote erreicht. Die evangelischen Kirchengemeinde betreut als Träger der offenen Ganztagsgrundschule 22 Kinder in einer Gruppe vormittags und 27 Kinder in einer Gruppe ganztags. In Tonnenheide-Wehe liegt die Trägerschaft für den Ganztagsbereich ebenfalls beim DRK-Kreisverband. Dort nutzen 41 Kinder das Angebot der offenen Ganztagsgrundschule.

Finanziell lässt sich die Stadt ihre Schulen einiges kosten. Allein in diesem Jahr sind fast 2 Mio. Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets II und aus der Schulpauschale in energetische Maßnahmen in Schulen, Turnhallen und in die Ausstattung mit modernen Lehrmitteln geflossen. „90 Prozent der Maßnahmen sind abgeschlossen und abgerechnet“, teilt Werner Thielemann mit. „80 Prozent der Aufträge wurden an regionale Firmen vergeben.“

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