Erfolg der ersten Outdoor-Challenge

„Surviveln“ besser als Fernsehen

Etwas erschöpft aber zufrieden ging für die 22 Jugendlichen die erste Rahdener Outdoor-Challenge zu Ende. Mit allen Betreuern und Organisatoren sowie der Volksbank Lübbecker Land als Sponsor stellten sie sich dem Abschluss-Foto. Fotos: Schubert

Rahden - (Art) Die Straße am Brambruch in Tonnenheide war für die Präsentation des Outdoor-Challenge-Projektes des Stadtjugendrings der zentrale Anlaufpunkt. Hanno Straßburg, der die erstmalig angebotene Ferienspiel-Aktion leitete, warnte im Vorfeld: „Am besten hohe Schuhe und lange Hosen anziehen, denn die Zeckengefahr ist hier extrem hoch.“

Dann ging es quer durchs Unterholz, bis irgendwo im Wald die Stimmen Jugendlicher zu hören waren. Das Survival-Camp, das seit längerem in dem Waldstück besteht, war erreicht. 22 Mädchen und Jungen im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren erlebten hier Tag zwei der Outdoor-Challenge, die ihnen bereits am Vortag mit Geländelauf, Flussdurchquerung und Abseilen einiges abverlangt hatte (wir berichteten).

Mitten im Wald lernten die Jugendlichen jetzt grundlegende Techniken des Überlebenstrainings. Neben dem Errichten einer Notunterkunft standen der Bau einer Wasserleitung sowie Techniken der Wassergewinnung auf dem Programm. „Denn das modrige Wasser wird erst durch Filterung mittels Kies- und Sandschichtung sowie Abkochen trinkbar“, erklärte Hanno Straßburg. Trink- und Filtriergefäße aus Birkenrinden wurden ebenso gefertigt wie Schalen aus Ton. Denn im Tonnenheider Bruchwald gibt es reichlich Tonvorkommen.

Ein aus Lehm gebauter kleiner Ofen, in dem die Tongefäße gebrannt wurden und in dem sich des öfteren auch schon mal eine Pizza verirrte, befand sich im Survival-Lager. Eine Feuerstelle sowie ein Notlager zum Übernachten ist dort eingerichtet, welches das Team um Hanno Straßburg schon häufiger genutzt hat. „Wasser wird in der Natur selten zum Reinigen, sondern nur als Trinkwasser genommen, da es ein kostbares Gut ist“, sagte Straßburg. Die Jugendlichen lernten, entgegen ihrer Erziehung, dass man sowohl zur Selbstreinigung als auch zum Säubern von Gefäßen Sand, Blätter und Ackerschachtelhalm effektiv verwenden kann.

Da sich ohne Nahrung in der Natur kaum überleben lässt, stand die Nahrungssuche auf dem Programm. Die Jagd blieb den Jugendlichen erspart. Die Gruppe konzentrierte sich auf die Suche nach essbaren Unkräutern. Die Suppe aus Brennesselblättern schmeckte zwar nicht vorzüglich, doch zum Überleben reicht sie. Die Brennesselstiele wurden getrocknet – sie finden im Notfall ihre Verwendung als Schnüre.

Nicht Schnüre, sondern Seile spielten bei der Outdoor-Challenge am zweiten Tag eine Rolle. Mit Seil und Strickleiter einen Baum erklimmen, um sich anschließend abzuseilen – das fanden die Jugendlichen eine spannende Abwechslung zum Überlebenstraining. Hierbei kam das neue Outdoor-Equipment zum Einsatz, das die Organisatoren Dank einer Spende der Volksbank Lübbecker Land angeschafft hatten. Die 500 gespendeten Euro investierten die Organisatoren in eine Strickleiter und ein Seil, das unter anderem zu Sicherungszwecken bei Abseilübungen eingesetzt wird. „Wir setzen aus Sicherheitsgründen nur das teuere Profimaterial ein“, sagte Hanno Straßburg. Jennifer Bokel von der Volksbank, die sich vor Ort von der Verwendung der Spende einen Eindruck verschaffte, war von der Aktion mehr als beeindruckt.

Mit Anna-Lena Herms, Susanne Abrams, Lynn Toepper, Zeynep Akbayin, Jan Schmidt und Sören Knost wurde Straßburg von einem gut ausgebildeten Team unterstützt. „Eine fundierte Ausbildung in Erlebnis- und Abendteuerpädagogik ist bei diesen Veranstaltungen unerlässlich“, sagte er. „Denn Sicherheit geht über alles.“

Da das Outdoor-Challenge-Projekt künftig regelmäßig sowohl über den Stadtsportverband als auch auf Anregung des Präventionsrates angeboten werden soll, wird sich das Helferteam vergrößern. „Wir haben bereits einige Schüler der Jahrgangsstufe 13 des Gymnasiums, die als Übungsleiter ausgebildet werden,“ sagte Straßburg. Ziel des Projektes sei es, mit den Inhalten der Challenge vor allem Jugendliche anzusprechen, die sich nicht für typischen Vereinssport interessieren. „Weg von der Straße, vom Fernseher und vom Computer – hin zu eigener kreativer Aktivität“ – das ist das Ziel, das sowohl Stadtjugendpfleger Jens Kütenbrink, Hanno Straßburg und das Team Schulsozialarbeit des Rahdener Schulzentrums um Alexandra Strunk verfolgen. „Klettergärten sprießen derzeit überall aus dem Boden, die Outdoor-Challenge und das, was wir zukünftig noch zu bieten haben, ist Rahdens abwechslungsreiche Antwort darauf“, so Straßburg.

Für die Mädchen und Jungen, die die erste Outdoor-Challenge erfolgreich bewältigt haben, stand nach dem zweiten Tag fest: „Die Aktion war so super, die würden wir im nächsten Jahr auf alle Fälle wieder mitmachen.“ Das unterschreiben auch Carolin, Jana, Christin und Melina. Sie haben schon des öfteren an den Rahdener Ferienspielen teilgenommen. „Das Angebot war mal was anderes, deswegen haben wir uns angemeldet“, erklärte Carolin. Dass es aber so hart werden würde, hatte sich keines der zwölf- und 13-jährigen Mädchen träumen lassen. „Bereits am ersten Tag kostete es uns viel Überwindung, in das abgestandene mit Entengrütze überzogene Gewässer an der Aue zu gehen“, gab Jana zu. Nachdem der erste Ekel überwunden war, nahmen die Teenies es ganz gelassen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Großrazzia gegen illegale Geldtransfers ins Ausland

Großrazzia gegen illegale Geldtransfers ins Ausland

In Neuseeland: Nasenkuss für Charles und Camilla

In Neuseeland: Nasenkuss für Charles und Camilla

Erbitterter Streit: Politik für "Anti-Windkraft-Taliban"?

Erbitterter Streit: Politik für "Anti-Windkraft-Taliban"?

Bambi-Verleihung: Prominente Preisträger und royaler Glamour

Bambi-Verleihung: Prominente Preisträger und royaler Glamour

Kommentare