Berufsorientierungsparcours ließ Schülerinnen und Schüler eine Bandbreite an Berufen „hautnah“ erleben

Auf der Suche nach dem Traumjob

„Sein Talent praktisch erproben“: Frank Lübeck (von links), Guido von Fürstenberg (EUWATEC), Karin Ressel (BOP-Erfinderin), Dirk Schulz (Gebäudreinigung Schulz), Klaus Meister (Agentur für Arbeit), Bürgermeister Heinrich Vieker, Ernst-Wilhelm Rahe (SPD-MdL), Dietmar Lagemann (LAWECO) und Armin Gauselmann (Gauselmann Gruppe) wissen, dass der Fachkräftebedarf durch Nachwuchs aus den eigenen Reihen am besten abgedeckt werden kann. Sie sind stolz, mit dem BOP in Espelkamp solch eine Informationsmöglichkeiten bieten zu können.

Rahden - ESPELKAMP (Art) · Der Berufsorientierungsparcours (BOP) hat sich in den letzten Jahren in Espelkamp als informatives Minipraktikum für die Mittelstufe der weiterführenden Schulen etabliert. Erstmalig wurde die Eintagesveranstaltung auf drei Tage ausgeweitet und erlebte einen Erfolg, der dem von Karin Ressel entwickelten Modell recht gab.

Mehr als 1000 Schüler der Klassen acht bis elf aus dem gesamtem Kreisgebiet, testeten ihr handwerkliches Geschick in den 42 Berufen, die 26 Unternehmen im Espelkamper Bürgerhaus präsentierten.

„Frühzeitig ausprobieren was einem liegt“ – das ist die Devise, die hinter dem Berufsorientierungsparcours steht. In Espelkamp hat sich die IGEU (Interessengemeinschaft Espelkamper Unternehmen) für dieses Konzept stark gemacht und ist froh, dass 26 heimische Unternehmen den Jugendlichen diese Schnuppermöglichkeit gewähren. Wohl nicht ganz ohne Eigennutz, „denn wir alle sind an qualifiziertem Nachwuchs interessiert“, so Frank Lübeck von der Firma Plümat und Sprecher der IGEU. Es sei einfacher und erfolgversprechender, selbst Mitarbeiter auszubilden und diese durch qualifizierte Weiterbildungsangebote auch im eigenen Betrieb zu halten. „Da weiß man von Anfang an, ob die Chemie stimmt.“ Dass mit der elften Jahrgangsstufe des Söderbloom-Gymnasiums erstmalig Gymnasiasten am BOP teilnehmen, sei bundesweit einmalig und geschehe unter der Prämisse, dass Abiturienten sich für einen Ausbildungsberuf oder ein Duales Studium interessieren könnten. Lübeck zeigte sich erfreut, auch die Agentur für Arbeit mit ins Boot geholt zu haben, denn als erweiterte Berufsorientierungsmaßnahme trage die Agentur die Veranstaltung zu 50 Prozent. „Der Fachkräftebedarf ist da, es müssen nur die passenden Partner zusammengebracht werden“, so Klaus Meister Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Nicht zuletzt steht auch die Stadt Espelkamp hinter der Initiative. „Anpacken und Selbermachen lassen die Berufe hautnah erfahren“, unterstrich auch Bürgermeister Heinrich Vieker den zukunftsorientierten Sinn dieser Veranstaltung, für den er das Bürgerhaus gerne zur Nutzung frei gab. Erste Überlegungen, den BOP mit der Berufsausbildungsmesse BAM zusammenzulegen, um die Jugendlichen noch effektivere Erfahrungswerte sammeln lassen zu können, seien jedoch noch nicht ausgereift. „Es ist fraglich, ob eine Veranstaltung in dieser Größenordnung noch sinnvoll ist.“

Überall konnte man am Montag im Bürgerhaus aufgeweckte Schüler sehen, die anhand eines Laufzettels einen Beruf nach dem anderen testen konnten. An einem Stand konnten erste Lötübungen gemacht werden, an einem anderen der Umgang mit speziellen Schraubschlüsseln. Auch im Einrichten von Spielautomaten und im IT-Bereich unternahmen die Schüler erste Montageversuche. Begleitet und angeleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von einer Vielzahl an Auszubildenden der Unternehmen, die aufgrund ihres Alters schnell einen Kontakt zu den Kurzzeitpraktikanten herstellten. Das Hobeln machte Laureen und Jana großen Spaß, doch für die beiden Oberstufenschülerinnen des Söderbloom-Gymnasiums stand am Ende weiterhin fest: „Wir möchten nach dem Abitur studieren.“ Wer weiterführende Fragen hatte, war am Stand von Martina Striek gut aufgehoben. Als Vertreterin der Agentur für Arbeit greift sie auch bei den berufsberatenden Gesprächen die Erfahrungen des BOP auf.

Bewusst verzichteten die vertretenen Unternehmen auf Werbemaßnahmen für ihre Firmen. Denn vorrangig stand die Erprobung der handwerklichen Fähigkeiten der Schüler im Vordergrund. Nicht auszuschließen, dass sich doch bereits das ein oder andere Betriebspraktikum an diese ersten Übungen anschließt.

Bereits nach dem zweiten Tag werteten die Veranstalter auch in diesem Jahr die Veranstaltung als einen mehr als zufriedenstellenden Erfolg. Und das Konzept, welches Erfinderin Karin Ressel vom Technologiezentrum Minden-Lübbecke in den letzten 15 Jahren entwickelt und immer mehr verfeinert hat, stößt auf positive Resonanz bei den Unternehmen und den Schülern. Rund 200 Mal pro Jahr ist die Erfinderin mittlerweile mit ihrem Team bundesweit im Einsatz. In der nächsten Woche fällt gar die Entscheidung, ob sie mit diesem Konzept zur Sozial-Unternehmer/in des Jahres 2009 gewählt wird. Zu den fünf Preisanwärtern gehört sie bereits.

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