Jutta Wasels NaturGarten offenbarte viele verborgene Schätze / Obstwiese für Eulen angelegt

Auf der Suche nach der „Scheuneneule“

Moderne Schmiedekunst trifft historisches Steinzeug: Von der Sonnenuhr von Höller, dem Schmied, waren Irmela Riebe, Sonja und Dieter Högemeier sehr angetan. Auch hierzu konnte Jutta Wasels (l.) einige Besonderheiten berichten. Fotos(3): Schubert

Rahden - NIEDERMEHNEN (Art) „Haben Sie auch die Sandsteineule gesehen?“ war wohl die häufigste Frage, die Jutta Wasels ihren Gästen zum Abschied stellte. Denn in ihrem NaturGarten in Niedermehnen gab es so manch verborgene und versteckte Skulpturschätze zu sehen.

Nach einem durchwachsenen Sonnabend lud das Wetter am Sonntag viele Besucher von nah und fern zum Entspannen und Verweilen im Wasel’schen Garten ein. Karin und Hans Niendieker waren eigens aus Ibbenbüren angereist, um den fast 20 000 Quadratmeter großen dreigeteilten Skulpturengarten zu bewundern. „Wir haben diesen Garten in der Broschüre Gärten in Westfalen öffnen ihre Pforten gesehen. Das hat uns neugierig gemacht.“

„Seit den Schöpfungstagen schläft der Gott. Wir sind sein Schlaf.“ – Unter diesem Motto Rainer Maria Rilkes wurde das unter Denkmalschutz stehende Anwesen liebevoll restauriert, die Gartenanlage von Jutta Wasels seit 1977 in den Grundzügen angelegt und um einzelne Teile von der Theologin und Literaturwissenschaftlerin über die Jahrzehnte hinweg erweitert. Als sich vor mehr als 20 Jahren Eulen auf ihrem Anwesen niederließen, entschied sie sich, den mittleren Garten in eine 4000 Quadratmeter großen Obstwiese zu verwandeln. „Eulen brauchen Streuobstwiesen“, berichtet Wasels, die selbst, wie sie lachend zugab, keine Obstesserin ist. Um so niederschmetternder war die Feststellung, dass in diesem Jahr sowohl bei ihr als auch in den benachbarten Gärten keine Schleiereulen mehr zu finden sind. „Wahrscheinlich sind sie bei dem langen kalten Winter verhungert.“ Doch die Hoffnung, dass sich die nachtaktiven Jäger irgendwann wieder ansiedeln, gibt sie nicht auf.

Die Obstwiese ist mit verschiedenen Skulpturen gespickt, auffällig eine bunte Schlange unter einem Apfelbaum. „Eine Homage an den Sündenfall, die verführerische Kraft der Frauen.“

Wer den Naturgarten am Wochenende besuchte und etwas erleben wollte, wurde von Jutta Wasels herzlich begrüßt und erhielt eine ganz persönliche Führung durch die Bereiche.

Die unterschiedlichen Funktionen des Gartens sind seine Besonderheit: Ein Refugium für Mensch und Tier sowie eine ökologische Vernetzung unterschiedlicher Lebensräume trifft auf Kunstobjekte namhafter Künstler. Kombinationen aus alt und jung wie beispielsweise Höllers Sonnenuhr, auf Oberkirchener Sandstein positioniert. „Der ist schwierig zu bekommen, da er nicht mehr abgebaut wird“, weiß Jutta Wasels .

Auch die Sandsteineule, die hinter einem Efeu umrankten Torbogen ihr verstecktes Domizil hat, hat eine Geschichte. „Da wir noch keinen festen Platz für die Skulptur hatten, wanderte sie erst einmal in eine Scheune“, erzählte Jutta Wasels. Knapp fünf Jahre vegetierte das steinerne Federvieh so dahin, bis sie an ihrem heutigen Standort ein neues Zuhause fand. „Daher heißt sie bei uns und im Dorf nur noch die ‚Scheuneneule‘.“

Herrschte ein wenig Ratlosigkeit bei der Positionierung einzelner Skulpturen, griffen ihr die Nachbarn mit kreativen Ideen unter die Arme, eine Vielzahl unterschiedlicher Sandsteinskulpturen wurde einfach eingemauert. „Schlicht, beschaulich und vor allem in der richtigen Sitzhöhe für warme Sommerabende“, berichtete Jutta Wasels vom Mauerbau.

Auch für geschlossene Gruppen ist der NaturGarten ein Ort der Ruhe und Entspannung. Das Quaken unzähliger Frösche in der im Jahr 2000 angelegten Teichanlage im „neuen Garten“ trägt ebenso wie ein Labyrinth ihr übriges dazu bei. „Man braucht schon viel Zeit, um alles gesehen und entdeckt zu haben“, meinten auch Sonja und Dieter Högemeier, die mit dem Fahrrad aus dem benachbarten Wehdem anreisten.

Wer seinen Besuch anschließend bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklingen lassen wollte, konnte dieses im nahe gelegenen Bauerncafé Wehebrink tun. Noch an zwei Wochenenden ist der NaturGarten am Schmalger Weg 2 geöffnet. Am 15. und 16. August sowie am 5. und 6. September erwartet Jutta Wasels von 11 bis 18 Uhr erneut interessierte Skulptur-, Garten- und Naturliebhaber.

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