Eva Lind eroberte in der St.-Johannis-Kirche die Herzen des Publikums

Stimmgewaltig in die Adventszeit

Opernstar Eva Lind sang am Donnerstagabend in der St.-Johannis-Kirche in Rahden. ·
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Opernstar Eva Lind sang am Donnerstagabend in der St.-Johannis-Kirche in Rahden. ·

Rahden - Von Anja SchubertSchöne, bewegende Stimmen brauchen Raum, um sich zu entfalten. Daran, dass die St.-Johannis-Kirche in Rahden ein solcher ist, ließ Sopranistin Eva Lind am Donnerstagabend keinen Zweifel. Der Weltstar, der auf allen Opernbühnen der Welt zu Hause ist, versprühte mit Leidenschaft und beeindruckendem Stimmvolumen einen „Zauber der Musik“, mit dem die Rahdener „Kul-Tür“ zum Abschluss ihres Veranstaltungsjahres die „Dezemberträume 2011“ stilvoll einläutete.

Rund 300 Zuhörer aus dem ganzen Mühlenkreis hatten am Vorabend der Dezembertraum-Eröffnung den Weg in das Gotteshaus gefunden, um einen Weltstar hautnah zu erleben. Sie wurden nicht enttäuscht.

Von der klassischen Oper und Operette über Lieder aus Italien und aus ihrem Heimatland Österreich bis hin zur Musicalwelt nahm Eva Lind das Publikum mit auf eine Reise durch die Musikgeschichte.

So unkompliziert wie die Sopranistin sich gab, gestaltete sich auch das Programm, das geprägt war von den Lieblingsmelodien jeder Wunschkonzert-Sendung, von Mozarts „Heide röslein“ bis zu Denzas „Finiculi Funicula“, von Schuberts „Ave Maria“ bis zum „Frühlingsstimmenwalzer“ von Johann Strauß, garniert mit munteren Geschichten rund um die Entstehung der Werke.

Von Beginn an sang sich die gebürtige Innsbruckerin mit ihrer kristallklaren Stimme und ihrer Ausstrahlung in die Herzen der Zuhörer. Dass der Musik schon seit ihrer jüngsten Kindheit ihre ganze Leidenschaft gilt, wie sie selbst berichtete, war der Sopranistin in ihrer Ausdruckskraft deutlich anzumerken.

Schnell schwappte die Begeisterung auf die Zuhörer über, wobei Eva Lind das Publikum aktiv an ihrem Programm teilhaben ließ. Zusammen mit diesem stimmte sie ein Ständchen für ein Geburtstagskind im Publikum an. Beim eigentlich Tenören vorbehaltenen „O sole mio““, das sie im Zuge von „gesungener Gleichberechtigung“ eine Oktave höher anlegte, brachte Eva Lind viel Emotionalität und hervorragende Stimmsicherheit ein, und erntete dafür begeisterten Beifall des Publikums.

Viel Beifall gab es auch für die in St. Petersburg geborene Pianistin Ekaterina Schabanova, die mit einem Klavier-Solo von Mozart ihre außergewöhnliche Begabung unterstrich und mit Gershwins „Love we walked“ den Musicalteil des Abends einläutete.

In der Pause, zu der auch die Wirtehütten auf dem Kirchplatz vorab ihre Pforten öffneten, durfte das Publikum aus „Memory“ (Cats), „Somewhere“ (Westside Story) und „Summertime“ (Porgy and Bess) seinen Lieblingssong wählen, wobei die „Erinnerungen aus der Katzenwelt“ siegten.

Melodien aus der Westside Story und My Fair Lady beendeten die Reise durch die Musikgeschichte, bevor Eva Lind mit Franz Lehárs „Vilja Lied“ als letzter Zugabe noch einmal den Nerv des Publikums traf, das bewegt mitsummte, bevor es mit tosendem Beifall die beiden Künstlerinnen auf der Bühne gebührend belohnte. Denn eines war klar: Die Einstimmung auf die Adventszeit war kein abgehobener Klassikabend, sondern ein Musikgenuss der Extraklasse mit einem Weltstar ohne Starallüren.

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