„Bildung in Stemwede“ kämpft weiter

Ziel Gesamtschule nicht aus den Augen verloren

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Rückläufige Schülerzahlen bedrohen die Stemweder-Berg-Schule. Der Verein „Bildung in Stemwede“ sucht weiterhin nach Alternativen.

Stemwede - Die Zukunft der Schullandschaft in Stemwede und die vom privaten Träger INI geplante Gesamtschule beherrschten vor gut einem Jahr die Schlagzeilen. Nachdem die INI ihren Antrag bei der Bezirksregierung zurückgezogen hatte, gründete sich im Juni der Verein „Bildung in Stemwede“, der sich die langfristige Sicherung eines weiterführenden Schulangebots in der Gemeinde zum Ziel gesetzt hat.

Seither war es sehr ruhig um den Verein. Im Hintergrund wurde allerdings fleißig gearbeitet und genetzwerkt. Die Zurückhaltung des Vereins in der Öffentlichkeit ist Absicht. „Wir wollen jetzt alle erstmal zur Ruhe kommen lassen“, sagt Vorsitzende Melanie Gutt mit Blick auf die Aufregung der vergangenen eineinhalb Jahre. Man müsse jetzt wohlüberlegt vorgehen und wolle niemanden vor den Kopf stoßen. 

„Aber wir haben das Ziel Gesamtschule nicht aus den Augen verloren“, bekräftigt Gutt. Schließlich habe sich an der Ausgangssituation, dass nach jetzigen Prognosen ab dem Schuljahr 2020/21 vermutlich nicht mehr genügend Kinder für die erforderlichen drei Eingangsklassen an der staatlichen Sekundarschule zur Verfügung stehen, nichts geändert. Auch Bürgermeister Kai Abruszat warnte nach den gescheiterten Plänen für eine private Gesamtschule immer wieder davor, dass es ein eigenständiges Schulangebot in der bisherigen Form in Stemwede langfristig nicht mehr geben wird.

Die Alternativen sind überschaubar. Wenn das Land die Mindestschülerzahl nicht herab setzt, bleibt vermutlich nur die Fortführung der Stemweder-Berg-Schule als Teilstandort oder eine private Schule, die nicht an staatliche Mindestzahlen gebunden ist. Dass das Land die Mindestzahl in absehbarer Zukunft senkt, daran glaubt Gutt nicht so recht. „Wir stehen auf der Stelle“, sagt sie mit Blick auf den im nächsten Jahr anstehenden Landtagswahlkampf. 

Darum bemüht sich der Verein, dessen Mitgliederzahl von 19 bei der Gründung auf etwa 30 angewachsen ist, weiterhin darum, einen privaten Träger zu finden.

Das ist keine ganz leichte Aufgabe, denn Interessenten gebe es nicht gerade wie Sand am Meer, weiß Gutt. Das mag zum einen daran liegen, dass eine Genehmigung für eine Privatschule von der zuständigen Bezirksregierung nicht immer leicht zu bekommen ist. 

Diese Erfahrung hat nicht nur die INI gemacht, sondern auch andere Träger, mit denen der Verein gesprochen hat. Zum anderen hatte die INI vor allem kurz nach Bekanntwerden der Gesamtschulpläne mit heftigem Gegenwind zu kämpfen, der allerdings zum Teil auch auf eine unglückliche Kommunnikation seitens der Verwaltung zurückzuführen war. Auch das könnte den ein oder anderen potenziellen Interessenten abschrecken.

Umso wichtiger ist es, in der Gemeinde eine breite Basis zu schaffen, die gemeinsam den Erhalt einer weiterführenden Schule unterstützt. In den vergangenen Monaten hat der Verein „Bildung in Stemwede“ vor allem viele Kontakt geknüpft, sich in Kindertagesstätten, Grundschulen, bei Verwaltung und Parteien vorgestellt und für sein Unterfangen geworben.

Es gebe auch Überlegungen, wie man mit der Stemweder-Berg-Schule zusammenarbeiten könne, so Gutt, die sich ein bisschen über die von einigen Seiten geäußerte Kritik an der Sekundarschule ärgert. „Es wird immer nur das Negative berichtet, was gut läuft, darüber redet keiner.“ Die Stemweder-Berg-Schule sei eine gute Schule, betont die Levernerin, deren Sohn ebenfalls hier unterrichtet wird und nach ihrer Aussage sehr zufrieden ist.

mer

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