Dialog steht beim ersten Stemweder Wirtschaftstreffen im Mittelpunkt

Rat und Wirtschaft müssen eine Einheit sein

Freuten sich auf interessante Gespräche: Bernd Richter (Rila, v.l.), Ernst-Wilhelm Rahe (MdL), Pascalle Fahrenkamp, Bürgermeister Kai Abruszat, Achim Fahrenkamp (Porta), Michael Kutsche und Adolf Ey (beide Gewerbeverein Stemwede).  - Foto: Rohlfing

Levern - Von Sonja Rohlfing. Die Reden und Referate wurden bewusst kurz gehalten. Der Dialog sollte beim ersten Stemweder Wirtschaftstreffen, zu dem Bürgermeister Kai Abruszat eingeladen hatte, im Mittelpunkt stehen. Das Angebot zum Austausch nahmen die gut 80 Gäste aus heimischer Wirtschaft, Politik und Verwaltung gerne an.

„Gemeinderat und gewerbliche Wirtschaft sollen und müssen in Stemwede eine Einheit sein“, betonte Abruszat. „Wir sind eine Region mit starkem Mittelstand“, hob Stemwedes Bürgermeister im Rila-Restaurant „Rotondo“ hervor. Er bedankte sich, „in einem „Vorzeigeunternehmen für Stemwede und darüber hinaus“ zu Gast sein zu dürfen.

Stemwede sei ein starker, attraktiver Wirtschaftsstandort. Neben großen Unternehmen mit international gutem Ruf gebe es zahlreiche kleine, erfolgreiche Unternehmen, die sich seit Generationen in Familienhand befänden. Bei allen Erfolgen – ausruhen dürfe man sich darauf nicht. Die Zukunft der Wirtschaft sei digital. Auch brauche Wirtschaft ausreichend Fläche, um zu wachsen. „Und Stemwede braucht ein Bildungssystem, das den jungen Menschen hier die bestmöglichen Start- und Entwicklungschancen gibt“, skizzierte der Bürgermeister die Handlungsfelder.

Wirtschaft braucht gute Infrastruktur

„95 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind Familienunternehmen“, unterstrich Achim Fahrenkamp. Sie erwirtschafteten 48 Prozent des Umsatzes und beschäftigten 56 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter, informierte der Mitinhaber und Geschäftsführer der Porta Möbel Unternehmensgruppe. „Neben der Wirtschaftlichkeit haben sie alle die gleiche Herausforderung: den Generationenübergang“, verdeutlichte der 51-Jährige. 30 Prozent würden dabei scheitern.

Generationswechsel große Herausforderung

Das Thema stehe nur alle 20 bis 30 Jahre an. Damit fehle die nötige Erfahrung in solch einem Prozess. 90 Prozent der misslungenen Generationswechsel seien auf familiäre Konflikte zurückzuführen, erklärte der Familienvater, der seit dem Jahr 2000 in zweiter Generation das von seinem Vater Wilhelm Fahrenkamp und Hermann Gärtner 1965 gegründete Unternehmen gemeinsam mit Birgit Gärtner führt. Seine Geschwister seien stille Gesellschafter der Unternehmensgruppe mit weit über 100 Möbelhäusern, 7 500 Mitarbeitern und 1,4 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Bei einem Generationswechsel ergäben sich viele Fragestellungen für Unternehmer und Nachfolger. Achim Fahrenkamp appellierte an die Unternehmer, sich mit dem Thema früh genug auseinanderzusetzen. „Es gibt keinen Königsweg, jedes Unternehmen tickt anders.“ Und nach der Übernahme sei vor der Übergabe, merkte er an. Birgit Gärtners Kind sei schon im Unternehmen tätig. Seine drei Kinder gingen noch zur Schule.

Ein Generationswechsel im Unternehmen verlange von beiden Seiten ein hohes Maß an Toleranz und Vertrauen, ergänzte Bernd Richter, geschäftsführender Gesellschafter der Rila-Unternehmensgruppe. Die anschließenden Gespräche in kleinen Runden drehten sich zusätzlich um Digitalisierung, Breitbandausbau, Fachkräftegewinnung und vieles mehr.

Mehr zum Thema:

Schalke meistert Pflichtaufgabe souverän

Schalke meistert Pflichtaufgabe souverän

Grippewelle 2017: Die schlimmste Phase ist vorbei

Grippewelle 2017: Die schlimmste Phase ist vorbei

Jahresempfang des Kirchenkreises Syke-Hoya

Jahresempfang des Kirchenkreises Syke-Hoya

Leserinnen dokumentieren Umweltsünden in Sudweyhe

Leserinnen dokumentieren Umweltsünden in Sudweyhe

Meistgelesene Artikel

Einbrecher erbeuten Tresor aus Supermarkt

Einbrecher erbeuten Tresor aus Supermarkt

Dreijähriges Kind und 34-Jähriger verletzt

Dreijähriges Kind und 34-Jähriger verletzt

Kommentare