Windkraftgegner erkunden „Bockhorns Horst“ / Anwohner gegen Anlagen

Initiativen tauschen sich aus

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Mitglieder von Bürgerinitiativen und Anwohner wanderten rund drei Kilometer durch den alten Windpark.

Stemwede - Von Katharina Schmidt. Das Thema Windkraft stößt in vielen Kommunen auf Widerstand. Um ihre Erfahrungen auszutauschen, trafen sich am Sonntag Mitglieder von vier Bürgerinitiativen – aus Stemwede, Rahden, Pr. Oldendorf und Rödinghausen – zu einem rund drei Kilometer langen Schnatgang. Ihr Weg führte quer durch den bestehenden Windpark im Gebiet „Bockhorns Horst“ in Oppenweheund Oppendorf.

Die Stemweder Initiative Veto hatte zu dem Treffen eingeladen. „Wir wollen unser Wissen weitergeben“, erklärte Vorsitzender Wolfgang Klawitz. Denn die Babbelage zwischen Niedermehnen und Wehdem, die Veto einst vor den „Windmonstern“ bewahren wollte, ist bereits aus den Planungen für Windkraft-Vorranggebiete herausgefallen. Im Gegensatz zu „Bockhorns Horst“.

Insgesamt streiften am Sonntag rund 50 Teilnehmer durch dieses Gebiet. Zu ihnen zählten neben Mitgliedern der vier Bürgerinitiativen auch Anwohner wie Jörg Tielbürger. „Im Änderungsbereich Tiefenriede gibt es genug Platz“, findet er. Damit werde der Windkraft in Stemwede Genüge getan. Außerdem gebe es in der Tiefenriede keinen Widerstand von den Anwohnern. „Bockhorns Horst“ müsse aus den Planungen herausfallen.

Der Meinung ist auch Elmar Reddehase, bei dem der Ausflug der Windkraftgegner endete. „Wir werden uns mit allen Mitteln wehren“, machte er deutlich. Ihn störe in erster Linie der „Lärm“. Bis zu drei Anlagen könnten in dem Gebiet vor seiner Haustür entstehen. Auch Repowering, der Ersatz alter Anlagen durch modernere Varianten, sei nicht auszuschließen.

„Diese direkte Bebauung geht nicht“, stellte sich Wolfgang Klawitz auf die Seite der Anwohner. Der Veto-Vorsitzende merkte an, dass das Thema Windkraft für Unfrieden im Dorf, der Nachbarschaft und sogar in Familien sorge. Es gehe um viel Geld – und Geld verderbe den Charakter.

Außerdem nahm Klawitz Bezug auf die Ausschusssitzung im März, in der beschlossen worden war, dass die Babbelage aus den Planungen herausfällt. Er erinnerte an den Einwand von Andrea Herrmann (Grüne), dass Windenergie angesichts von Katastrophen wie dem Fukushima-Unglück höhere Priorität haben müsse. Flugschüler der Bundeswehr könnten ihre Ausbildung auch in den USA machen, argumentierte sie damals mit Blick auf Einwände der Bundeswehr. „Da frage ich mich, wo die Landesverteidigung stattfindet – hier oder in den USA“, machte Klawitz seinem Ärger am Sonntag Luft.

Die Verantwortlichen des Bürgerwindparks Stemwede haben die Babbelage noch nicht abgeschrieben. Sie untersuchen die Stellungnahme des Kreises in Bezug auf Überschwemmungsgebiete. Außerdem warten sie darauf, dass die Gemeinde die Stellungnahme der Bundeswehr weitergibt. Ein von der Gesellschaft in Auftrag gegebenes unabhängiges Artenschutzgutachten ist zum Schluss gekommen, das hinsichtlich der Vogelvorkommen keine Bedenken wegen Windrädern in der Babbelage vorliegen.

Die Windkraftgegner aus Rödinghausen haben vermutlich noch viele Diskussionen vor sich. Ihre Bürgerinitiative steckt noch in den Kinderschuhen, die offizielle Gründung steht kurz bevor. „Wir wollen uns informieren, was so abläuft“, erklärte der potenzielle Vorsitzende Klaus-Hermann Pörtner beim Schnatgang.

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