Westruper feiern letztes Mal ihre Dorffete / Erinnerungen mit Hochprozentigem

Aus nach 35 Jahren

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Ein letztes Mal stößt das Team standesgemäß mit „Opa Walters Wick-Blau-Schluck“ an.

Westrup - „Das Sommerwetter haben wir uns verdient“, sagte Uta Ehlert und wendete die Kartoffeln in der großen Pfanne. Ein letztes Mal hatten sie und ihr Mann Manfred Ehlert mit ihrem Team am Sonnabend zur Westruper Dorffete eingeladen. Dorthin, wo vor 35 Jahren alles begann.

Der Platz am Freudeneck hatte sich in einen bunten Festplatz mit Musik, Spiel, Essen und Trinken sowie einigen Attraktionen verwandelt. Bereits am späten Nachmittag startete das Spektakel am Hang des Stemweder Bergs. Nagelbrett und Riesenseifenblasen kamen beim Westruper Nachwuchs bestens an, während die Helfer gut zu tun hatten. Sie bereiteten Krustenbraten, Bratkartoffeln, Bratwurst und Pommes sowie Stuten zu.

Es musste auch niemand durstig das Fest verlassen. Im Angebot: Gut gekühlte Getränke, neben Alkoholfreiem und Gerstensaft auch Erdbeerspieße in Sekt sowie eine Obstler-Bar. Aber das Team hatte noch einmal tief in der Erinnerungskiste gegraben und „Opa Walters Wick-Blau-Schluck“ Leben eingehaucht. „Korn mit Wick-Hustenbonbons und Zucker“, verrät Uta Ehlert das Rezept für das Getränk, das schon vor 35 Jahren reißenden Absatz fand. Für die Abschiedsfete hatte sie noch einmal etliche Liter davon angesetzt.

„Einmal muss Schluss sein“, sagt Ehlert. 35 Jahre lang hätten sie und ihr Mann mit einem fleißigen Helferteam die Dorffete organisiert. Zwischenzeitlich sei das Spektakel zum Dorfplatz am Glockenturm umgezogen, aber die letzte Party sollte dort steigen, wo alles begann. Nachfolger für die Organisation hätten sich nicht finden können.

„Frieda und Anneliese“ schwelgten ebenfalls in Erinnerungen. Nun müssten „Uta und Freddy abdanken und in Rente gehen“, schließlich hätten sie ein Enkelkind, das ihre Aufmerksamkeit fordere, so Westrups Lästermaul-Pärchen. So vergehe die Zeit. Auch Westrups Bürgermeister und Schützenkönig Friedhelm Kohlwes hätte kürzlich seinen 60. gefeiert.

Einmal mehr bekamen viele Westruper ihr Fett weg: Gudrun Sander („Frieda“) und Torsten Baartsch, („Anneliese“) erinnerten an all die kleinen und großen Missgeschicke aus dem Leben der Westruper. „Gut, dass Besoffene einen Schutzengel haben. Denen passiert nie etwas“, meinten sie und allen war damit klar, dass Westruper Krückengänger wohl stets nüchtern sind.

Extra für die Dorffete hätten „Frieda und Anneliese“ ihre Kreuzfahrt auf dem Hunte-Mittellandkanal abgebrochen und wären nun mit dem Schlauchboot unterwegs. „Sputen müssen wir uns, damit wir zum Leverner Schützenfest wieder zur Stelle sind“, so das gut gelaunte Comedy-Pärchen.

Mit Einbruch der Dunkelheit erwartete die Besucher ein Höhepunkt. Sven Bleiber, vielen Gästen als Bierbrauer bekannt, und seine Frau Svenja heizten mit großen Stichflammen und einer atemberaubenden Feuershow dem Publikum ein. Ein Höhenfeuerwerk beendete schließlich die letzte Westruper Dorffete auf fulminante Weise.

hm

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