Vorwurf: Fahrlässige Körperverletzung

Hund beißt Inlineskaterin

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Mediengruppe Kreiszeitung

Stemwede - Weil sein Hund eine Inlineskaterin in die Wade gebissen hat, saß ein 67-jähriger Stemweder gestern auf der Anklagebank im Amtsgericht Rahden. Die Staatsantwaltschaft legte dem Landwirt fahrlässige Körperverletzung zur Last.

Er habe an jenem Sonnabend im August 2014 Blumen gegossen, als er seine zwei Hunde bellen hörte, erinnerte sich der Landwirt. Sofort sei er Richtung Hofeinfahrt gegangen. Dort sah er zwei Inlineskaterinnen: Diejenige, die später gebissen wurde, und deren Freundin. „Da ich die beiden nicht kannte, habe ich gefragt: ‚Was machen Sie hier?‘“, erzählte er. Denn die Frauen seien auf einem Privatweg – durch Schilder gekennzeichnet – unterwegs gewesen. Auf seine Frage habe er damals keine Antwort bekommen.

„Wir haben nicht gewusst, dass es ein Privatweg ist“, erklärte das als Zeugin geladene Opfer. Die 22-Jährige sagte, sie wohne noch nicht lange in Stemwede und kenne sich in der Gegend nicht so gut aus. Als sie und ihre Freundin gesehen hätten, dass sie auf einen Hof zurollten, hätten sie umkehren wollen, versicherte sie. Und ergänzte: „Dann kamen die Hunde.“ Zunächst habe sie nur ein Zwicken gemerkt, kurze Zeit später sei ihr die Wunde bewusst geworden. „Ich hätte nie gedacht, dass das so schmerzen kann. Ich konnte fast eine Woche nicht laufen“, sagte sie.

Halter beschreibt seine

Tiere als zutraulich

Vor Gericht beklagte sie, dass der Hundehalter ihr keine Hilfe angeboten und sie vertrieben habe, obwohl sie auf ihre Verletzung hingewiesen habe. Der Stemweder meinte hingegen, die 22-Jährige habe gerufen, dass sie nur „fast gebissen wurde“. Das jemand zu Schaden gekommen sei, habe er nicht gewusst. Seine Hunde beschrieb er als „zutraulich und anhänglich“. Die Zeugin sah das anders: „Die Tiere dürfen da nicht frei herumlaufen“, fand sie.

Der Verteidiger des 67-Jährigen meinte, dass es ein natürlicher Reflex von Hunden sei, Inlineskatern hinterherzujagen. Am Ende einigten er, Richter Hagenkötter und der Staatsanwalt sich darauf, das Verfahren einzustellen. Es sei „dumm gelaufen“ und das Verschulden liege im unteren Bereich, stellten sie fest. Das strafrechtliche Verfahren ist somit vom Tisch. Ein zivilrechtliches läuft noch.

ks

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