Vorfall bei Festival „Hai in den Mai“ / 28-Jähriger muss 4200 Euro zahlen

Ohrfeige mit Bierflasche

Rahden/Wehdem - Ein Musikfestival bedeutet für die meisten Besucher Spaß und gute Laune. Mitunter spielen sich dort jedoch auch unschöne Szenen ab. Das Ergebnis einer solchen wurde gestern vor dem Rahdener Amtsgericht verhandelt. Ein 28-jähriger Mann wurde wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minderschweren Fall zu einer Geldstrafe von 4200 Euro verurteilt.

Was war passiert? Im Frühjahr hatte der Angeklagte laut Ausführungen der Staatsanwaltschaft das Stemweder Trance-Festival „Hai in den Mai“ im Waldfrieden besucht. Dort traf er auch auf einen Bekannten. Im Laufe des Abends bat er diesen, vor dem Besuch einer der Tanzflächen auf sein Bier aufzupassen. Nachdem der Gütersloher vom Tanzen zurückgekehrt war, trank er das Bier weiter. Danach sei ihm „schummrig“ geworden und er habe sich „komisch und verwirrt“ gefühlt, so der Angeklagte. Er vermutete im Nachhinein, dass ihm K.O.-Tropfen in das Getränk gemischt worden waren.

Kaugummi in die Dreadlocks geklebt

Zu einem späteren Zeitpunkt habe der Bekannte ihm sein Kopftuch vom Kopf genommen und ihm übers Haar gestreichelt, führte der 28-Jährige weiter aus. Wenig später habe er bemerkt, dass er einen Kaugummi im Haar hatte. Für diese Tat sei nur der Bekannte in Frage gekommen. Niemand außer ihm wäre seinen Dreadlocks an diesem Abend näher gekommen. Der Gütersloher wollte den angeblichen Verurasacher zur Rede stellen. Statt einer Konversation gab es aber eine Ohrfeige – bei dieser hielt der Angeklagte jedoch noch seine Bierflasche in der Hand.

Diese verursachte im Gesicht des Opfers eine Platzwunde und einige Hämatome. Der Angeklagte räumte den Vorwurf der Staatsanwaltschaft sofort ein. Er habe sich noch am Abend und auch am nächsten Tag bei dem Opfer entschuldigt. Die Entschuldigung sei jedoch bis heute nicht angenommen worden. Man treffe sich zwar gelegentlich noch auf Partys, gehe sich aber mittlerweile aus dem Weg.

Richter Hagenkötter verzichtete wegen der klaren Einlassung des Güterslohers auf die Anhörung eines weiteren Zeugen. „Der hätte eh nur sagen können, dass ich irgendwann verwirrt im Zelt saß“, so der bereits öfter strafrechtlich in Erscheinung getretene Angeklagte.

Richter Hagenkötter und die Staatsanwaltschaft waren sich einig: „Sie haben in dem Fall aber richtig Glück gehabt. Bei schlimmeren Verletzungen des Opfers wären Sie nicht mehr mit einer Geldstrafe davongekommen“, richteten sie eine Warnung an den Mann.

mj

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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