Volker Esch-Ahlsen wird neuer Leiter / Entscheidung für freie Trägerschaft

Gesamtschule kommt 2016

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Die Stemweder-Berg-Schule in Wehdem soll ab dem kommenden Jahr eine Gesamtschule werden.

Stemwede - Die Gemeinde Stemwede möchte die Attraktivität ihres Bildungsangebotes steigern. Dazu plant sie, die gemeinnützige Initiative für Jugendhilfe, Bildung und Arbeit (INI) beim Aufbau einer Gesamtschule in freier Trägerschaft zu unterstützen. Wie die Verantwortlichen erklärten, soll die Schule den Betrieb zum Schuljahr 2016/17 aufnehmen und mit den Jahrgängen fünf und elf im Schulzentrum in Wehdem starten.

Die höhere Attraktivität soll durch die „Aufwertung der bestehenden Sekundarschule hin zu einer Gesamtschule erfolgen“, teilt Schulamtsleiter Jörg Bartel mit. Die Stemweder-Berg-Schule war im vergangenen Jahr als Sekundarschule gestartet und hatte damit die seit 2009 bestehende Verbundschule fortgesetzt. Die Schulformen seien vom pädagogischen Konzept weitgehend identisch, so Bartel: längeres gemeinsames Lernen und die individuelle Förderung stehen im Vordergrund. Dass die Entscheidung nicht überall auf Begeisterung stoße, weiß Bürgermeister Gerd Rybak, der die Umwandlung aber als unumgänglich ansieht.

Die Gesamtschule führt laut Mitteilung zu allen Bildungsabschlüssen der Sekundarstufe I und II – auch zum Abitur. Erstmalig wäre ein Schulwechsel nicht mehr notwendig. Die Zügigkeit der Gesamtschule Stemwede ist dabei so geplant, dass keine andere Schule in einer Nachbarkommune gefährdet wird, aber allen Stemwedern und Schülern von außerhalb ein Angebot vor Ort gemacht werden kann, versichern die Verantwortlichen. So empfiehlt die Verwaltung, die Schule in der Sekundarstufe I dreizügig und in der gymnasialen Oberstufe zweizügig aufzubauen.

Anstelle der Gemeinde soll die INI die Trägerschaft übernehmen. Die INI will die Gesamtschule in freier Trägerschaft als Ersatzschule mit staatlicher Anerkennung betreiben. Eine Ersatzschule bietet dieselben Inhalte wie öffentliche Schulen. Der an einer solchen Ersatzschule erworbene Abschluss ist mit dem Abschluss einer öffentlichen Schule gleichwertig, informiert die Bezirksregierung Detmold auf ihrer Internetseite. Auch das Söderblom-Gymnasium und die Birger-Forell-Realschule in Espelkamp sowie die Grundschule Oppendorf sind staatlich anerkannte Ersatzschulen.

Eine Schule in freier Trägerschaft wird – anders als öffentliche Schulen – nicht zu 100 Prozent vom Staat refinanziert. Ein Eigenanteil von 13 Prozent verbleibt beim Schulträger. Es ist vorgesehen, dass die Gemeinde diese Finanzierung übernimmt. Damit soll ein ungehinderter Zugang zum Bildungsangebot ermöglicht werden, ohne dass die Eltern sich an den Kosten beteiligen müssen.

Die Gemeinde soll das bestehende Schulzentrum in Wehdem zunächst baulich aufwerten, bevor die Gesamtschule die Räume übernimmt. Dies sei erforderlich, um dem inklusiven Raumkonzept zu entsprechen, erklärt der Träger. Schon jetzt geht Schulamtsleiter Bartel davon aus, dass Investitionen im siebenstelligen Bereich für diese Sanierungen anfallen werden. Die Unterrichtsräume sollen jährlich aufsteigend an den Schulträger vermietet werden, um so eine Refinanzierung zu erreichen

Volker Esch-Ahlsen soll als neuer Schulleiter die Gesamtschule Stemwede führen. Esch-Ahlsen ist derzeit Schulleiter der Gesamtschule Bad Sassendorf, die ebenfalls von der INI betrieben wird. Dort arbeitet er seine Nachfolgerin ein, „um zeitnah für Stemwede zur Verfügung zu stehen“.

Die Entwicklung von der Verbunds- zur Gesamtschule ist „nicht nur eine Weiterentwicklung des schulischen Angebots, sondern eine existentielle Frage für den Schulstandort der Sekundarstufe I“, unterstreicht die Verwaltung. Zum Betrieb einer Sekundarschule müssen jährlich mindestens 60 Schüler gemeldet werden. Laut der aktuellen Schulentwicklungsplanung für die Sekundarschule ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ab dem Schuljahr 2018/2019 die Anmeldezahl nicht erreicht wird. Somit liefe die Schule Gefahr, nicht mehr lange bestehen zu können. „Der Wandel zur Schule in freier Trägerschaft verspricht eine sehr hohe Verbindlichkeit“, heißt es aus dem Schulamt.

Die Verwaltung hat bereits den Vorhaben entsprechende Beschlussvorlagen erstellt und diese zur Beratung im Ausschuss für Bildung, Generationen, Sport und Kultur am Donnerstag, 18. Juni, und im Rat am Mittwoch, 24. Juni, gestellt.

Die aktuelle Schulleitung der Stemweder-Berg-Schule, die Eltern- und Lehrerschaft sowie weitere von den Änderungen betroffenen Mitarbeiter der Stemweder-Berg-Schule werden informiert und in den Prozess der Erweiterung eingebunden. „Diese Beteiligung ist wichtig und wird erfolgen“, teilt die Verwaltung mit.

Der neue Schulträger werde diverse Arbeitsplätze besetzen müssen. „Mitarbeitern, die wechseln möchten, soll ein bevorzugter Übergang ermöglicht werden“, informiert die Gemeinde über die Pläne bezüglich des Kollegiums der Stemweder-Berg-Schule.

Die INI wird unmittelbar nach der Beschlussfassung das Antragsverfahren einleiten. Der freie Träger und die Gemeinde gehen davon aus, dass die Gesamtschule noch in diesem Jahr genehmigt wird und die Schule 2016 die ersten Anmeldungen annehmen kann.

abo

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