Ulrich Sabin spendet in Dielingen zum 175. Mal Blut / DRK-Team verzeichnet immer weniger Spender

Seit mehr als 50 Jahren kommt die Nadel in den linken Arm

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Bei Ulrich Sabins (l.) 175. Blutspende kümmerten sich Rolf Schramm und Adelheid Israel um den Dielinger.

Dielingen - Rund 87 Liter Blut hat Ulrich Sabin in seinem Leben schon gelassen – freiwillig. Denn der 76-Jährige Dielinger war am Donnerstag zum 175. Aderlass in den Raum für Gemeinde gekommen und gilt damit als Spitzenreiter in der Flächengemeinde, sagt Reinhold Gralla vom Deutschen Roten Kreuz (DRK).

„Mir sind die Spenden immer gut bekommen und so kann ich Menschen helfen“, sagt Sabin zu seiner Motivation, durchschnittlich vier Mal im Jahr stets seinen linken Arm für die Nadel frei zu machen. Angefangen habe alles in den 60er-Jahren, erinnert sich Sabin. Während seiner Bundeswehrzeit in Nienburg-Langendamm sei es üblich gewesen, dass diejenigen, die am Freitagmorgen zur Blutspende gingen, eher nach Hause durften. Doch auch nach dem Wehrdienst ging Sabin weiter zu den Blutspenden und ist inzwischen Stammgast im Dielinger Gemeindehaus. Aber auch in den anderen Stemweder Ortschaften war er schon – „wenn es wegen meines Urlaubs nicht anders ging“.

Vor Ort kümmern sich neben den Helfern der DRK-Ortsgruppen die Ärzte des Blutspendedienstes um die Spender. In Dielingen war nun ein Team aus Münster angereist. „Auf dem Land läuft die Blutspende familiärer ab“, lobt Kurt Bergatt, Vorsitzender des Stemweder DRK-Ortsvereins, die Atmosphäre und das Küchenteam, das immer einen Imbiss parat hält.

Der pensionierte Sparkassen-Angestellte Sabin hatte sich einst drei Ziele gesetzt: „Ich wollte meine Goldene Hochzeit feiern, 50 Jahre Kassenwart beim TuS Dielingen sein und meine 175. Blutspende machen.“ Alle Aspekte sind seit Donnerstag erfüllt. Doch aufhören will Sabin deswegen nicht mit dem Blutspenden.

Er wünscht sich, dass er selbst gesund bleibt, um anderen zu helfen. Immerhin fühlt sich der 76-Jährige fit und tut dafür Einiges: Männergymnastik, Kegeln, Kur-Urlaube und regelmäßige Sauna-Gänge. „Bei der Blutspende bekomme ich meine gute Verfassung bestätigt“, so Sabin. Denn dabei wird vor der eigentlichen Spende nicht nur der allgemeine Gesundheitszustand überprüft, sondern das Blut auf Hepatitis, HIV und andere Geschlechtskrankheiten sowie Ringelröteln untersucht.

Mit der Resonanz bei den Blutspenden ist der DRK-Blutspendebeauftrage Reinhold Gralla nicht zufrieden. „Bei den Terminen sind bislang immer unter 100 Leuten gekommen. Dabei waren wir bis 2013 Spitzenreiter in Ostwestfalen“, bedauert er. Erfreulich sei allerdings, dass immer Erstspender dabei seien.

Am Donnerstag kamen 86 Personen ins Gemeindehaus (zwei Erstspender). Zum zehnten Mal spendeten Christien Drees, Jan Schlechtweg, Ilaria Dentitce und Lars Reddehase. Weitere „Wiederholungstäter“ waren Sabrina Bollhorst, Christian Trosch, Ute König (alle 25. Spende), Angelika Kruse und Ursula Zachries (beide 50. Spende).

abo

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