Über 50 Starter bei 65. ADAC Westfalen-Lippe-Fahrt der Motorrad-Veteranen

Historische Gefährte fahren durch herrliche Landschaft

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Hermann Maßmann startete mit seiner Harley-Davidson.

Haldem - Der typische Geruch, den historische Zweitakter aus dem Auspuff blasen, lag am Sonnabend beim Berggasthof Wilhelmshöhe in Haldem in der Luft. Dort war der Start der 65. Auflage der Westfalen-Lippe-Fahrt für Motorrad-Veteranen, zu der der ADAC Ostwestfalen-Lippe eingeladen hatte. Mehr als 50 Teilnehmer knatterten vor den Augen vieler Schaulustiger entlang der Straßen durch den Mühlenkreis.

Über die gesamte Strecke von knapp 100 Kilometern musste eine vorgegebene Durchschnittsgeschwindigkeit von zumeist 30 Kilometern pro Stunde möglichst genau eingehalten werden. Der Reiz der Strecke liegt nicht im schnellen Fahren, sondern vielmehr im Genuss der Landschaft, durch die die Strecke führte. In der Mittagszeit waren für die Fahrer die Tische am Etappenziel Schloss Benkhausen gedeckt, danach ging es wieder zurück zur Wilhelmshöhe, wo die Veteranen-Tour mit der Sieger-ehrung und einem gemeinsamen Abendessen endete.

Die historischen Motorräder zogen überall die Blicke auf sich. Die älteste Maschine war eine Humber, Baujahr 1910 mit 498 Kubikzentimeter. Walter Schenk aus Spenge war mit diesem Oldie angereist. Eine fein restaurierte Wanderer, Typ H aus dem Jahr 1926, nennt Reinhold Grönemann aus Osnabrück sein Eigen. „Der Erstbesitzer der Maschine war der Musikdirektor der Semper-Oper in Dresden“, erzählt Grönemann. Ihm habe er das Motorrad abgekauft. Seit 30 Jahren sei das Schmuckstück nun in seinem Besitz, insgesamt nenne er eine Sammlung neun historischer Motorräder sein Eigen, berichtet er.

Ein herrliches Fahrzeug auf zwei Rädern hatte auch Hermann Maßmann aus Bohmte dabei. Er steuerte seine Harley-Davidson aus dem Jahr 1925 stolz die Straßen entlang. Der Erwerb sei ein Zufall gewesen, sagt er. Auf einem Ersatzteilemarkt hätte ein schlesischer Sammler das Motorrad in zweifacher Ausführung gehabt. Glück für Maßmann, so konnte er eines davon kaufen.

Etliche Jahre auf dem Buckel haben auch Satteltaschen und Tasche auf dem Gepäckträger. „Das muss schon passen“, sagt er über die abgewetzten Lederteile. Ausfahrten mit seiner Harley unternimmt er nur bei gutem Wetter. „Die Reinigung der vielen kleinen Motorteile ist mühsam, ein Hochdruckreiniger tabu.“

Den Gleichmäßigkeitslauf bestand Eglis Prieditis mit seiner Rex FM 50 gerade so. Prieditis war mit der Maschine aus dem Jahre 1952 aus Grefrath angereist. „Die läuft gerade mal 35 Stundenkilometer“, freut er sich. „Genug, um teilzunehmen.“ Dafür braucht er für das Gefährt keinen speziellen Anhänger: Die Rex kann auf dem Fahrradanhänger transportiert werden.

Größtenteils waren Männer unter den Fahrern, aber auch drei Frauen steuerten ihre historische Maschinen. Irene Schweppe aus Minden hingegen verlässt sich ganz auf die Fahrkünste ihres Lebensgefährten Horst Lembke. Während er die BMW R 60, Baujahr 1962, steuert, nimmt sie im Beiwagen Platz und dirigiert Lembke via Gegensprechanlage in den Motorradhelmen auf den richtigen Kurs.

Der älteste Fahrer der Veteranen-Tour war Heinz Matron. Der 82-Jährige aus Mühlheim/Ruhr ging mit einer DKW RT 200 H aus dem Jahr 1954 an den Start.

Jüngster Teilnehmer war der einjährige Leon Siebenhühner, der mit seinem Vater Sascha auf der BMW R 61 von 1940 gemeinsam mit seinem zwölfjährigen Bruder Justin im Beiwagen saß. Groß war die Freude, weil sie als bestes Gespann ins Ziel einfuhren.

Nach erfolgreichem Zieleinlauf nahm Robin Lewe aus Sommerfeld auf NSU 501T (Baujahr 1928) vor Hans-Heinrich Lüdemann aus Ahausen auf BMW R 51 / 3 (1952) und Hans-Werner Kisseler aus Lindlar auf Maicoletta 175 (1956) auf dem Siegertreppchen Platz.

hm

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