Trächtiges Mutterschaf in Oppenwehe schwer verletzt / Besitzer und Berater einer Meinung

„Dummer Wolf oder ein Hund“

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Schwer verletzt fanden Möllers eines ihrer Mutterschafe am Sonntagmorgen auf ihrer Weide in Oppenwehe. Der Rest der Herde (Hintergrund) wirkte verstört. Am Montagmorgen entdeckten die Schäferin und ihre Mann im frischen Schnee erneut Pfotenabdrücke. Ihre Tiere befinden sich (bis auf eine Herde in Brockum) nun aber im Stall.

Oppendorf/Oppenwehe - Von Kai Pröpper. „Das war entweder ein dummer Wolf oder ein Hund“, vermuten Nils und Denise Möller aus Oppendorf. Sicher ist: In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag fiel ein Tier über ein Mutterschaf aus ihrer in Oppenwehe-Bulzendorf weidenden Herde her und verletzte es schwer. Das Schaf lebt noch, kann aber nicht aufstehen. Dass hinter dem Angriff ein Wolf steckt, dessen Vorkommen im angrenzenden Landkreis Diepholz noch nicht per DNA-Nachweis, wohl aber anhand von Bissspuren bestätigt ist, glauben Möllers wegen der „dummen“ Art der Verletzungen nicht. Freilaufende Hunde seien den ortsansässigen Jägern hingegen schon lange ein „Dorn im Auge“, sagen sie.

Und auch der noch am Sonntag alarmierte Wolfs- und Luchsberater Horst Feldkötter aus Bünde sieht eher das Werk eines Hundes. Unüblich ist seiner Aussage nach aber die Tiefe der Bisswunden. Wölfe würden die Tiere zudem in die Kehle beißen und erdrosseln. Die Analyse einer von den Wunden per Abstrich genommenen DNA-Probe soll nun Klarheit bringen.

Alle vier Keulen des Schafes sowie der obere Rücken weisen Bisse auf. Als Möllers ihre 100-köpfige Herde am Sonntagmorgen besuchten, bot sich ihnen ein erschreckender Anblick. Der 90 Zentimeter hohe Euronetz-Elektrozaun war an einer Stelle niedergedrückt. Das verletzte Schaf lag auf der Weide inmitten einer Wollspur, die deutlich den Verlauf des Kampfes anzeigte. „Anwohner dachten, es hätte geschneit“, berichtet Schäferin Denise Möller und meint die verstreute Wolle – „wie ein gerupftes Huhn“. „Der Rest der Herde stand dicht gedrängt in einer Ecke der Weide“, beschreibt Nils Möller, was er gesehen hat. Der 35-Jährige und seine drei Jahre jüngere Frau sind froh, dass die Tiere nicht in Richtung Wagenfelder Straße gelaufen sind. Versuche, die äußerlich unverletzten Schafe mit ihren Hunden zu verladen, misslangen. Zu verstört und ängstlich waren die Mutterschafe. „Sobald sie den Hund sahen, standen sie wieder in der Ecke.“

Stirbt das verletzte Schaf, rechnen Möllers mit einem Schaden von rund 200 Euro. Hinzu kommen die Tierarztkosten. Was der Angriff und das Hetzen bei den trächtigen Mutterschafen aber sonst noch angerichtet hat, bleibt zunächst unklar.

Möllers meldeten den Vorfall beim Schafzuchtverband NRW, der wiederum einen Kontakt zu Wolfsberater Horst Feldkötter herstellte. Wie er wissen auch die Möllers: „Der Wolf kommt näher.“

Das Land NRW stecke im Umgang mit dem Raubtier aber noch „in den Kinderschuhen“. Geld für den Verlust eines Tieres gibt es nur, wenn die DNA-Probe einen Wolfsnachweis sichert. Für das Werk wildernder Hunde gibt es keinen Cent. Zwei wolfssichere Weidezaun-Sets können sich Schäfer vom Land leihen.

Seinen Bericht werde er nun ans Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW schicken, erklärte Feldkötter. Ein Testergebnis der DNA-Spuren erwartet er in rund drei Wochen. Er wolle keine Gerüchte in die Welt setzen, so der Jäger, doch der Wolf sei in der Nähe gesehen worden und Grenzgänge seien kein Problem. „50 Kilometer oder mehr“ läuft ein Wolf schließlich pro Nacht. Wenn der Wolf komme, dann aus Niedersachsen. Mit den im Landkreis Diepholz ansässigen Wolfsberatern will Feldkötter nun Kontakt aufnehmen.

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