Puppentheater gegen Fremdenhass

Tolles Stück – wenig Besucher

+
Drei deutsche sowie ein türkisches Kind sind die Protagonisten des Marionetten-Theaters. 

Wehdem - Dass fast alle Stühle leer blieben, damit hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Die Jugendförderung der Gemeinde Stemwede hatte das Mülheimer Wodo Figurentheater für Sonntagnachmittag ins Wehdemer Life House eingeladen. Im Gepäck hatten die Puppenspieler Dorothee Wellfonder und Wolfgang Kaup-Wellfonder das aktuelle Stück „Selim und Susanne“ nach dem Bilderbuch von Ursula Kirchberg.

Bei dem Stück geht es um Verständigungsschwierigkeiten aufgrund verschiedener Sprachen bei Kindern. Denn das Mülheimer Figurentheater widmet sich neben Klassikern auch immer wieder aktuellen gesellschaftlichen Problemen – in diesem Fall geht es um Rassismus.

Susanne, Hein und Pit, drei recht arrogante deutsche Kids, grenzen den kleinen Türken Selim beim Spielen immer wieder aus. Die beiden Puppenspieler spielten die Geschichte mit Marionetten und legten ihnen typisch jugendliche Sprache in den Mund. „Ey der spielt mit ´ne Blechdose Fußball“, wundert sich Pit, als er auf Selim trifft. Er selbst hätte einen richtigen Fußball „vonne Europameisterschaft“ protzt er.

Angst vor den einheimischen Kindern und Verständigungsschwierigkeiten schlagen bei Selim in Aggression um: Er reißt Susannes Puppe den Arm ab. Selims Vater näht ihn zwar wieder an, aber richtige Freundschaft zwischen Selim und Susanne entsteht erst durch Susannes Italienurlaub. Dort erlebt sie in Ansätzen, wie schwierig es ist, in einem fremden Land Sprache und Verhalten der Einheimischen nicht zu verstehen.

Große Herausforderung vor kleinem Publikum

Am Ende entsteht in dem Lehrstück dann eine tolle Freundschaft – ganz ohne Fremdenhass und Rassismus.

„Wir haben das Stück für das Marionettentheater umgearbeitet“, erklärt Dorothee Wellfonder. Dass so wenig Besucher zu der Aufführung nach Stemwede kamen, sei für sie und ihren Partner eine große Herausforderung, sagt sie am Rande der Bühne. „Theaterspielen für Kinder lebt auch vom Mitmachen der kleinen Zuschauer“, so die Puppenspielerin. Wenn das Publikum bei gewissen Szenen nicht so mitginge, müssten sie improvisieren.

Das sei aber für das Wodo-Figurentheater kein Problem, schließlich habe man schon mehr als 30 Jahren Erfahrung. „Selim und Susanne“ bringt das Ehepaar seit fast einem Vierteljahrhundert auf die Bühne. 

hm

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Zehn stressfreie Jobs, in denen Sie gut verdienen

Zehn stressfreie Jobs, in denen Sie gut verdienen

So fies schummeln Reiseanbieter auf ihren Fotos

So fies schummeln Reiseanbieter auf ihren Fotos

4000 Bewohner verlassen Londoner Wohntürme wegen Feuergefahr

4000 Bewohner verlassen Londoner Wohntürme wegen Feuergefahr

Geplanter Abschiebeflug nach Afghanistan verschoben

Geplanter Abschiebeflug nach Afghanistan verschoben

Meistgelesene Artikel

17-Jähriger nach Motorradunfall schwer verletzt

17-Jähriger nach Motorradunfall schwer verletzt

Kommentare