Ende Januar gibt das Kaufhaus Buck in Wehdem auf

Textilgeschäft schließt nach 110 Jahren

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Das Wehdemer Kaufhaus Buck schließt Ende Januar. Gudrun Niemeyer, Gerlinde Tiemann, Margret Wilking und Inge Grube (v.l.) bedanken sich bei allen Kunden. 

Wehdem - Ende Januar wird das Kaufhaus Buck in Wehdem schließen. Inhaberin Gerlinde Tiemann begründet die Geschäftsaufgabe mit Altersgründen. Betroffen sind neben Gerlinde Tiemann drei Mitarbeiterinnen. „Ich werde im kommenden Jahr 65 Jahre alt“, sagt Tiemann. Da wolle sie einen Gang zurückschalten. Auch würde sich der Einkauf auf Messen in Hannover, Hamburg und Oldenburg als immer zeitaufwendiger erweisen. „Da möchte ich auch nicht als ,Greisin’ zwischen jungen Einkäufern auftreten.“ 46 Jahre lang hat sie im Geschäft gearbeitet und es mehr als 25 Jahre geführt.

„Die Arbeit mit meinem Team hat mir immer Spaß gemacht“, sagt sie. Das bestätigen Margret Wilking, die seit 20 Jahren im Kaufhaus beschäftigt ist, und Inge Grube, die auf 15 Arbeitsjahre zurückblickt. Gudrun Niemeyer gehört seit sieben Jahren zum Team. „Wir haben immer viel Wert auf persönliche Beratung gelegt“, sagen alle. „Dies wurde von unseren treuen Kunden anerkannt. Für diese tut es mir leid und es haben auch schon viele ihr Bedauern ausgedrückt“, sagt Tiemann. Viele kannten das Kaufhaus aus Kindertagen, erinnerten sich an die große Spielzeugabteilung und Süßigkeiten. „Manches Mal kommen erwachsene Männer, die ihren Kindern vom damaligen Angebot mit glänzenden Augen erzählen“, so die Inhaberin.

Der Kaufmann Georg Wulf gründete am 1. April 1907 das Gemischtwarengeschäft im Haus Wehdem Nr. 127. Seinerzeit wurden neben Textilien auch Lebensmittel sowie Haushaltswaren und Porzellan angeboten. 1954 übernahm Schwiegersohn Wilhelm Buck mit Ehefrau Lisa Buck, geborene Wulf, den Laden. Drei Jahre später wurde das 50-jährige Jubiläum gefeiert. Am 9. März 1961 eröffnete das modernisierte Geschäftshaus Wehdem 201, heute Stemwederberg Straße 80. Anfang 1990 übernahm Gerlinde Tiemann, geborene Buck das Geschäft ihres Vaters. Am 1. April 2007 feierte die Familie Tiemann das 100-jährige Bestehen.

Einen Nachfolger aus der Familie gibt es nicht. Auch ein Pächter ist nicht in Sicht. So schließt das Geschäft nach 110 Jahren. „Es ist schwierig, auf dem Dorf so ein Kaufhaus zu führen“, sagt Tiemann. Auch dem Einkaufsverhalten der Verbraucher sei die Schließung geschuldet. Es führe dazu, dass kleine Geschäfte keine Zukunft mehr haben. „Wir suchen einen Mieter für die etwa 180 Quadratmeter und sind zu Zugeständnissen bereit“, sagt Tiemann abschließend. 

 hm

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