Stemweder muss sich vor dem Amtsgericht verantworten / Geldstrafe und Sperre

Testfahrt mit dem Roller – mit Alkohol, ohne Führerschein

Rahden/Stemwede - Von Anika Bokelmann. Nachdem ein Mann aus Stemwede der Staatsanwaltschaft zufolge „erheblich dem Alkohol zugesprochen hatte“, unternahm er im Dezember eine Probefahrt mit dem Roller eines Bekannten, der in seiner Garage untergestellt war. Mit 1,39 Promille wurde er dann von der Polizei angehalten. Das Amtsgericht Rahden verhandelte nun über die Konsequenz daraus: 2 700 Euro Strafe und eine Führerscheinsperre.

Den Promillewert führte der 59-Jährige größtenteils auf Restalkohol zurück. „Wir hatten am Vorabend unsere Weihnachtsfeier. Da haben wir alles durcheinander getrunken“, berichtete der Chemiearbeiter in der Verhandlung. An dem Tag habe er frei gehabt und wollte am Nachmittag die Garage aufräumen, schilderte der Mann. Dabei habe er eine Flasche Bier getrunken. „Normalerweise trinke ich höchstens am Wochenende“, schilderte er auf Nachfrage zu seinem Alkoholkonsum.

„Der Roller kam mir schon länger zu schnell vor und deshalb wollte ich mal testen, was der so kann“, so der Angeklagte. Dabei habe er sich „keine Gedanken über den Alkohol gemacht“. „Ich bin ja nur in einer verlassenen Ecke gefahren“, schilderte der 59-Jährige. Ob der Roller tatsächlich zu schnell war, daran konnte sich der Mann jetzt nicht mehr erinnern.

Was er noch wusste: Bei der Testfahrt hätten Polizeibeamte aus Diepholz schon auf ihn gewartet, so die Mutmaßung des Arbeiters. Nach der etwa 200 Meter langen Strecke hätten sie ihn angehalten. Die angeordnete Blutprobe hatte dann den Promillewert von 1,39 zu Tage gebracht.

Obwohl sich der Mann vor dem Amtsgericht Rahden lediglich wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss verantworten musste, stellten die Juristen fest, dass der Stemweder zum Tatzeitpunkt nicht im Besitz der Fahrerlaubnis für das Gefährt war. Der im Jahr 1971 erworbenen Führerschein war dem Stemweder bereits im Jahr 2008 entzogen worden, nachdem er mit 2,04 Promille am Steuer seines Autos erwischt worden war. Zum Vorstrafenregister gehörten ferner zwei Einträge wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis, verlas der vorsitzende Richter Schnasse.

„Sie sollten es tunlichst lassen, ohne Erlaubnis zu fahren. Auch keine Testfahrten“, ermahnte Schnasse den Mann. „Sonst haben Sie ganz schnell eine weitere Straftat an den Hacken“, machte ihm die Staatsanwältin deutlich.

In ihrem Plädoyer beantragte die Staatsanwältin dann, mit einer Geldstrafe zu operieren. Sie schlug 90 Tagessätze von je 30 Euro vor. Da der Angeklagte zudem für seinen Arbeitsweg nicht auf den Führerschein angewiesen ist – „die Strecke von fünf Kilometer fahre ich jeden Morgen mit dem Fahrrad“ –, plädierte sie weiter für eine zwölfmonatige Sperrfrist für die Fahrerlaubnis und weitere drei Monate Fahrverbot. Dem schloss sich Richter Schnasse an. Die 2 700 Strafe könne der Angeklagte in monatlichen Raten leisten, schlug Schnasse als Zahlungserleichterung vor.

„Nehmen Sie das Urteil als Warnung“, gab der Richter dem Mann aus Stemwede mit auf den Weg. Diesmal habe für ihn gesprochen, dass es sich offensichtlich um Restalkohol gehandelt habe und der spontane Entschluss mit einer Gelegenheitstat zu ahnden sei, begründete Schnasse sein Urteil. Da der Angeklagte aber bereits „einschlägig in Erscheinung getreten ist“, sei die Geldstrafe der Schuld angemessen.

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