Tausende Festival-Fans feiern beim Stemweder Open Air in Haldem

Zwei Tage Party im Zeichen der Kuh

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Gute Stimmung: Vor der Waldbühne entflohen Tausende Fans dem Alltag und gingen bei den Konzerten mit.

Haldem - Von Florian Passlick. Weit über die Gemeindegrenzen hinaus ist vielen das „Stemweder“ ein Begriff: Zwei Tage Ausnahmezustand und entspannte Atmosphäre verleihen dem Festival seinen guten Ruf. Auch am vergangenen Wochenende feierten wieder Tausende Besucher aus der gesamten Republik ihre geliebte Party im Zeichen der Kuh.

„Gerade die Vielfalt macht unser Festival aus“, erzählt Wilhelm Lindemann vom Verein für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) Stemwede, „die Vielfalt von Menschen, Musikstilen und Angeboten auf dem Open Air ist einzigartig“. Und wer sich am Wochenende auf dem Gelände am Ilweder Wäldchen einmal umschaute, konnte dem Vorsitzenden des JFK nur Recht geben. Ein buntes Publikum von Musik-Fans, Festival-Gängern und Stammpublikum bevölkerte von Donnerstagabend bis Sonntag die Campingflächen und das kleine Waldstück. Egal ob Punk, Metaler, Reggae-Fan oder Rocker – alle gemeinsam feierten eine große Outdoor-Party.

Das gut durchmischte Musik-Programm auf dem Bühnen wurde dabei den verschiedenen Geschmäckern durchaus gerecht. Auf der Waldbühne und der Wiesenbühne gab es am Freitag und Sonnabend von Hip-Hop und Folkrock bis Ska und Metal so ziemlich alles auf die Ohren, was das Herz der Musikfreunde begehrte. Besonders viele Zuschauer zogen die Berliner Hip-Hop- und Reggae-Artisten „Ohrbooten“ und die schwedischen Punkrocker „The Baboon Show“ an.

Ausgemachtes Highlight waren am Samstagabend allerdings die Rocker von „Feine Sahne Fischfilet“. Die Rostocker Band um den Sänger Jan Gorkow brachte die Masse im Ilweder Wäldchen sprichwörtlich zum Kochen und bezog dabei auch Stellung zur aktuellen politischen Lage in Deutschland. Die Kritik an Fremdenhass und Aggressionen gegen Flüchtlinge sorgte für tosenden Applaus aus dem Publikum.

Ein wenig leiser ging es tagsüber am „Sonnensystem“ zu. Abseits der großen Bühnen spielten dort Singer- und Songwriter ihre handgemachte Musik und wussten auch im kleineren Rahmen zu überzeugen.

Ein ungewöhnliches Programm bot das „Sound 8 Orchester“, das alte Super-Acht-Filme und B-Movie- Ausschnitte mit eigener Musik an Synthesizern und anderen Instrumenten begleitete. Wem spät in der Nacht noch immer der Sinn nach Feiern stand, der konnte sich bis in die Morgenstunden im Party-Zelt und am Sonnensystem zu Dancehall, Rock, House und Techno von DJs austoben.

Heimliches Zentrum des Stemweder Festivals war auch in diesem Jahr wieder das große Campinggelände. Für drei Tage verwandelten die Festivalbesucher die Flächen in eine Zeltstadt und machten auch dort die Nacht zum Tag. Eigene Soundsysteme, freundliche Nachbarschaften und kreativ geschmückte Zelte und Campingwagen machen traditionell den Charme des Stemweder Open Airs aus.

Wilhelm Lindemann zeigte sich am Samstag sehr zufrieden mit dem Festival: „Alle sind gut drauf und feiern eine große Party, das ist das wichtigste.“ Erfreut war Lindemann über die gestiegenen Besucherzahlen im Vergleich zu den Vorjahren. „Genauere Zahlen haben wir noch nicht, aber wir sind in diesem Jahr gut über unserem Durchschnitt“, verriet er.

Stemweder Open Air Festival: der Freitag

Den größten Teil der Besucherzahl macht ein Stammpublikum aus, das dem Festival seit Jahren treu ist und jedes Jahr wieder nach Haldem kommt und dabei auch weite Anreisewege in Kauf nimmt.

Bis Sonntagmittag sei „alles entspannt“ abgelaufen, die Securities und Sanitäter waren laut Lindemann sehr zufrieden. Ermöglicht wird das „umsonst und draußen“-Festival in Haldem durch die Arbeit von ehrenamtlichen Helfern. Über 350 Mitarbeiter und 50 Hauptverantwortliche betreuten auch in diesem Jahr die Bühnen, Info-Stände, das Catering und die Campingplätze.

Stemweder Open Air am Freitag

Stemweder Open Air am Samstag

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