Ortsgespräch: Wirtschaftswegenetz muss schrumpfen / Auch Feuerwehr Thema

Sunderner sollen anpacken

Bürgermeister Kai Abruszat sprach beim Dorfgespräch in Sundern vor zahlreichen Zuhörern über die Zukunft der Stemweder Feuerwehr und über die Notwendigkeit, das Wirtschaftswegenetz zu reduzieren.  - Foto: Russ

Sundern - Von Melanie Russ. Übermäßig viel Gesprächsbedarf gab es beim Ortsgespräch mit Bürgermeister Kai Abruszat in Sundern am Donnerstagabend nicht. Die geplante Zusammenlegung der Löschgruppe Sundern mit Levern und Niedermehnen, die Abruszat anschnitt, erfolgt im Einvernehmen, einzig beim Thema Instandhaltung und Nutzung des Wegenetzes bestand Diskussionsbedarf.

Der örtlichen Löschgruppe sprach Abruszat ein dickes Kompliment aus, weil sie die neue Konzeption der Stemweder Feuerwehr, die auf eine Reduzierung der Gerätehäuser hinausläuft, voll unterstützt. Das neue Gerätehaus soll bekanntlich an der L 770 entstehen, bezüglich der Nachnutzung des alten Hauses gibt es laut Abruszat Gespräche mit dem Kreis, ob dort die neue Rettungswache verortet werden kann, da die Wache in Haldem geschlossen werden soll. Denkbar sei auch die Andockung der Rettungswache an das neue Gerätehaus. Noch sei der Standort der Rettungswache aber völlig offen, betonte Abruszat und lobte zugleich den guten Dialog zwischen Kreis und Gemeinde.

Bei der Zusammenlegung der Gerätehäuser gehe es ausdrücklich nicht darum, Geld zu sparen. Wichtig sei vielmehr, die Tagesverfügbarkeit in Zukunft sicherzustellen, so Abruszat. Löschgruppenführer Jürgen Westerkamp bekräftigte, dass die Zusammenarbeit mit Levern und Niedermehnen, die mit Sundern ohnehin schon einen Zug bilden, seit langem gut funktioniert. Nur Kleinigkeiten müssten sich nach der Zusammenlegung einspielen.

Im Rahmen eines Pilotprojektes möchte Abruszat möglichst viele Standorte gleichzeitig planen und realisieren, um Synergien zu nutzen, auch wenn das eine vor allem finanziell große Anstrengung für die Gemeinde bedeutet. Ein entsprechendes Konzept will er der Politik noch vor der Sommerpause vorlegen.

Anschließend ging der Bürgermeister auf den Zustand des 646 Kilometer langen Straßennetzes der Gemeinde ein. In den vergangenen Jahrzehnten sei zur Instandhaltung nur das Nötigste getan worden. Im Schnitt habe man nur etwa ein Drittel von dem investiert, was zum Erhalt des Status quo erforderlich gewesen wäre. Bislang sei man damit hingekommen, doch aus Sicht Abruszats geht es so nicht weiter.

Weniger Wege in besserem Zustand

Im Bereich Wirtschaftswege müsse man genau schauen, welche Wege erforderlich sind. Nur so könne die Gemeinde weiterhin auf eine Straßenbaubeitragssatzung verzichten. Denn auf finanzielle Unterstützung aus Berlin oder Brüssel könne Stemwede nicht hoffen, stellte Abruszat klar. Im interkommunalen Vergleich gehe es der Gemeinde nämlich sehr gut.

Die Einschätzung, dass eine Reduzierung unumgänglich ist, teilt der Verwaltungschef mit dem Rat, der bereits vor seinem Amtsantritt eine Arbeitsgruppe Straßen eingerichtet hatte. Sundern ist hier besonders betroffen, denn von den 33,8 Kilometern Straßen und Wegen sind 31,4 Kilometer Wirtschaftswege.

Die zahlreich erschienen Sunderner sprachen mehrfach den hohen Durchgangsverkehr an, der die Ortsstraßen schädige. Vor allem auf den Straßen Weidemoor und Teichweg sei „Verkehr ohne Ende“, insbesondere durch Zulieferer hiesiger Firmen, aber auch durch auswärtige Autos. Abruszat sagte zu, mit den betroffenen Firmen und Lieferanten zu sprechen und möglicherweise im Sinne einer intelligenten Verkehrsführung die Beschilderung anzupassen.

Ein weiteres Thema waren die Wegeseitenbereiche. „Wir müssen bei der Hege und Pflege eine Schippe drauflegen“, findet Abruszat. Der Bauhof allein könne das aber nicht leisten. Der Bürgermeister möchte darum die Landwirte in Sundern, die über entsprechendes Gerät verfügen, für eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde bei Baumschnitt und Säuberung der Seitenbereiche gewinnen. Vorgeschlagen hatten das die örtlichen Ratsvertreter. In Drohne habe das bei der Instandhaltung der Wege bereits gut funktioniert, erinnerte Abruszat.

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