Stemweder Verwaltung darf Planungen für Gesamtschule weiterführen

Rat gibt grünes Licht

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Die Verwaltung darf die Planungen für eine Gesamtschule als Ersatz der Sekundarschule vorantreiben.

Stemwede - Von Melanie Russ. Die Stemweder Verwaltung darf die Planungen für eine Gesamtschule mit der INI als Träger vorantreiben. Einen entsprechenden Auftrag erteilte der Rat gestern Abend bei drei Enthaltungen und drei Gegenstimmen von Wilhelm Riesmeier (SPD), Theodor Frenzel und Stephan Leonhardt (beide CDU), wobei die Nein-Sager Gesamtschule und INI nicht grundsätzlich infrage stellten, sondern den Zeitpunkt der Abstimmung. Sie hätten sich zunächst eine Klärung aller offenen Fragen und eine stärkere Beteiligung aller Betroffenen gewünscht.

Genau das solle in den kommenden Wochen ja geschehen, stellte Bürgermeister Gerd Rybak klar und versicherte zum wiederholten Mal, dass mit der gestrigen Entscheidung noch nicht „alles in trockene Tücher gepackt“ ist. „Die Verwaltung hat viel Kritik für ihre Verfahrensweise eingesteckt. Die Kritik ist bei uns angekommen“, blickte Rybak auf die teils sehr emotionalen Reaktionen in den vergangenen zwei Wochen zurück. Eltern und Lehrer sollen künftig stärker eingebunden werden, was nun auch in der geänderten Beschlussvorlage ausdrücklich so festgehalten ist. Von der Schließung der Sekundarschule kann laut Rybak noch keine Rede sein. Natürlich laufe sie weiter, wenn der Bedarf (sprich: ausreichende Anmeldungen) weiter bestehe.

Hermann Gesenhues (Grüne) nahm Rybak und Schulamtsleiter Jörg Bartel bezüglich der Kritik in Schutz. Durch Ratsmitglieder seien immer wieder vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit gelangt. Die INI habe geschützt und die Betroffenen durch den Bürgermeister persönlich informiert werden müssen. Darum sei die Gemeinhaltung der richtige Weg gewesen. Die Gründung einer Gesamtschule begrüßte er ausdrücklich.

Auch die FDP möchte die neue Schulform vorantreiben. „Wir sollten lieber jetzt handeln, statt in absehbarer Zeit vor einem Scherbenhaufen zu stehen“, sagte Fraktionschef Wolfgang Fricke mit Blick auf rückläufige Schülerzahlen. Er habe mit vielen „sachkundigen Leuten“ aus Bad Sassendorf gesprochen und nur Positives über die INI gehört. Jürgen Lückermann (FWG) lenkte den Blick auf das aus seiner Sicht Wichtigste: die Kinder. Für sie muss ein verlässliches Schulsystem geschaffen werden. Die Sorge, einer auslaufenden Sekundarschule könnten die Lehrer davonlaufen, teilt er nicht. Der Staat sei verpflichtet, für ausreichend Lehrkräfte zu sorgen.

Kritische Worte richtete Lückermann an SPD-Fraktionschef Wilhelm Riesmeier, der zuvor die Kürze der Entscheidungsfrist kritisiert hatte. „Du warst im Ältestenrat mit als erster informiert, und du hast nichts gegen die Pläne gesagt.“ Letzterem widersprach Riesmeier. „Wir alle im Ältestenrat waren begeistert“, ergänzte Ewald Kreienbrock (CDU). „Das war kein Alleingang von der Verwaltung.“ Rybak und Bartel sprach er wie andere Ratsmitglieder auch ein großes Lob aus. Sie seien mit viel Herzblut dabei und hätten sich richtig in die Materie reingekniet, um die weiterführende Schule zu erhalten.

Auch SPD und CDU votierten mehrheitlich für ein zügiges Voranschreiten der Planungen. Bei den Sozialdemokraten sprach sich Riesmeier dafür aus, „uns noch ein bisschen Zeit zu geben“. Er sieht bezüglich der Schülerzahlen nicht nur bei der Sekundarschule Risiken, sondern auch bei der INI. Zudem ist die Beschlussvorlage für seinen Geschmack zu einseitig formuliert. Riesmeier sprach von einem Blankoschenk, weil sich die Gemeinde zu Sanierungen und finanzieller Unterstützung verpflichtet, obwohl noch keine konkreten Summen feststehen.

Aus der CDU kam Kritik von Stephan Leonhardt, der die große Verunsicherung unter Eltern und Lehrern ansprach. „Ich finde es abenteuerlich, so ein Unternehmen in zwei Wochen durchzuziehen.“ Er bezweifelt, dass eine neue Schulform den Schulstandort besser sichern kann.

Theodor Frenzel hat das Gefühl, dass Bürgermeister und Ältestenrat die Gesamtschule schon beschlossen haben und Rybak den Träger schon ausgewählt hat. Dabei habe es mit dem Träger der Grundschule Oppendorf, dem Christlichen Schulverein Lippe, einen weiteren Interessenten gegeben, der nach Frenzels Informationen die Kriterien der Verwaltung ebenfalls erfüllt. Dem widersprach Rybak. Die Oppendorfer Grundschüler wären bevorzugt aufgenommen worden, für alle anderen Schüler hätten die Kapazitäten nicht gereicht, zudem hätte der Träger darauf bestanden, zumindest einen Teil des Eigenanteils über Schulgeld zu finanzieren.

Auch Michael Jürgens wollte erst Ende August entscheiden und zuvor einige Fragen vor allem zur Finanzierung geklärt haben. Positiv äußerten sich dagegen Brigitte Höger-Alhorn, die von einer folgerichtigen Weiterentwicklung und einer großen Chance für ein gutes Schulangebot sprach, und Fraktionschef Andreas Weingärtner. Der eingeschlagene Weg sei der richtige, jetzt komme es darauf an, dass Eltern und Lehrer ein gutes Konzept entwickelten, so Weingärtner.

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