Stemweder Bürgermeister a.D. gestern offiziell verabschiedet

Rybak sagt leise „Servus“

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Südsee-Feeling zum Abschied: Weil Gerd Rybak schon immer mal in die Südsee wollte und jetzt ja viel Zeit hat, überreichte ihm Monika Lösche im Namen des Rates ein passendes Geschenk inklusive Kompass und einem versteckten Schatz, damit die Reise nicht so teuer wird.

Stemwede - Von Melanie Russ. Ein „großer Bahnhof“ um seine Person – das ist seine Sache nicht. So war es während seiner Amtszeit und so war es auch gestern Abend bei der offiziellen Verabschiedung von Stemwedes Bürgermeister a.D. Gerd Rybak. Viele warme Worte des Dankes und der Anerkennung wurden ihm im Rahmen der Ratssitzung im Berggasthof Wilhelmshöhe zuteil – im Namen des gesamten Rates überbracht von Monika Lösche als stellvertretender Bürgermeisterin und Rybaks Nachfolger Kai Abruszat. Letzterer legte gestern seinen Amtseid ab und versprach, sich mit ganzer Kraft für die Entwicklung der Gemeinde einzusetzen.

Stemwedes Zukunft gestalten – mit diesem Ziel war vor sechs Jahren auch Gerd Rybak angetreten. Und auch damals ließen die knappen Haushaltsmittel keine großen Sprünge zu. Dennoch habe er viel erledigt, erinnerte Lösche unter anderem an die Anschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge, die Aufstellung eines Schulentwicklungsplans und – „wer hätte es gedacht“ – die Zusammenführung der Verwaltung am Standort Levern. Das hatte immerhin 40 Jahre gedauert.

Gewissermaßen als Abschiedsgeschenk hatte Rybak gemeinsam mit Schulamtsleiter Jörg Bartel die Gründung einer Gesamtschule auf den Weg gebracht – auch das nach Einschätzung Lösches ein wichtiger Baustein zur Sicherung des Standortes Stemwede. „Du hast nicht die Hände in den Schoß gelegt und abgewartet, was mit der Stemweder Berg Schule geschehen wird. Selbst schärfere Töne aus Detmold konnten dich nicht von deinem Weg abbringen“, hob sie hervor. Lösche räumte ein, dass auch sie nicht immer einer Meinung mit Rybak gewesen sei, letztendlich habe man zum Wohle Stemwedes aber immer gut zusammengearbeitet.

Dass dem so war, untermauerte ein besonderer Dank Rybaks an Lösche. Sie sei ihm stets ein guter Wegbegleiter und mit ihrem Wissen vor allem am Anfang seiner Amtszeit eine große Hilfe gewesen. Rybak: „Ich durfte von deiner Erfahrung profitieren.“ Ein Dank ging auch an den CDU-Fraktionschef Andreas Weingärtner, mit dem Rybak ebenfalls ein langer gemeinsamer Weg verbindet, sowie an Ordnungsamtsleiter Werner Bahnemann, der seinem Chef als dessen allgemeiner Vertreter stets den Rücken freihielt.

40 Jahre lange war Rybak zunächst als Mitarbeiter der Verwaltung, seit 1999 als deren Chef in der Kommunalpolitik aktiv, die er nach wie vor ungeheuer spannend findet. Man habe manchmal gerungen und gestritten, die allermeisten Entscheidungen aber gemeinsam getroffen, blickt er zurück. Und ganz wichtig: Bei allem Streit konnte man sich anschließend noch in die Augen sehen und gemeinsam ein Bier trinken. Etwas bedauert Rybak aber doch: Seine Familie habe in den vergangenen sechs Jahren oft auf ihn verzichten müssen.

Für die Zukunft seiner Gemeinde liegen Rybak zwei Dinge besonders am Herzen, die er seinem Nachfolger und dem Rat mit auf den Weg gab. Da ist zum einen das Ehrenamt. „Ich wünsche mir von euch, dass ihr es fördert, so gut es eben geht“, denn es sei „grandios, was hier ehrenamtlich geschieht“. Und dann die Sicherung des Schulstandorts. Eine Gemeinde wie Stemwede mit rund 6000 Arbeitsplätzen müsse eine weiterführende Schule haben. Rybak: „Ich weiß, dass Kai Abruszat das mit Nachdruck verfolgen wird.“

Der Angesprochene hatte zuvor ebenfalls die Arbeit seines Vorgängers gewürdigt. Unaufgeregt, pragmatisch und verankert mit der ganzen Region rund um Stemwede, nicht selten mit einer Prise Humor habe er der Gemeinde gedient, vielfältige Impulse und bleibende Akzente gesetzt. Bürgermeister in der Gemeinde Stemwede zu sein, erfordere die Fähigkeiten der sprichwörtlichen eierlegenden Wollmilchsau. Beamter, Politiker, Repräsentant, Moderator und Entscheider, sachlich und volksnah – die Anforderungen an einen Bürgermeister sind vielfältig, und nicht immer ist das eine mit dem anderen vereinbar. Gerd Rybak sei es gelungen, seinen eigenen unverwechselbaren Stil zu prägen, so Abruszat. Ganz persönlich dankte er seinem Vorgänger für die reibungslose Amtsübergabe und das Angebot, ihm auch in Zukunft mit seinem Rat zur Seite zu stehen.

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