„Stemwede inklusiv“ will Barrieren abbauen / Inklusive Freizeitmöglichkeiten

Richtiges Projekt am richtigen Ort

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„Stemwede inklusiv“ will das Freizeitangebot für Menschen mit Behinderung ausweiten. Dabei sind (v.l.): Wilhelm und Ulrike Lindemann, Rainer Kröger, Christian Lemper, Franziska Bachhofer, Wolfgang Rosengarten, Gerd Rybak, Wilfried Röhling, Klaus Riechmann, Hartmut Gräber und Horst Bohlmann.

Wehdem - Überall dort, wo Menschen mit Behinderung auf Barrieren stoßen, wird ihnen die Möglichkeit genommen, ihr Leben, ihre Freizeit, ihr Wohnen, ihre Arbeit und ihre Bildung selbst zu gestalten. Das Projekt „Stemwede inklusiv“ soll Menschen mit Behinderung ermöglichen, an allen Lebensbereichen teilhaben zu können.

„Das ist der Startschuss zu einem wichtigen Thema“, sagt Bürgermeister Gerd Rybak, obwohl man mit Recht sagen könne, dass in Stemwede Inklusion schon lange gelebt werde. „In Stemwede wird miteinander gelebt – nicht nebeneinander.“ Gerade das Freizeitangebot sei für Menschen mit und ohne Behinderung wichtig, um sich wohlzufühlen. Mit dem Projekt „Stemwede inklusiv“ wolle man in der Gemeinde vorangehen und Menschen mit Behinderung noch besser in die Gesellschaft einbinden.

Inklusion bedeute Dazugehörigkeit und die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft, sagt Horst Bohlmann, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Lübbecke. „Das Projekt ‚Stemwede inklusiv‘ ist ein Meilenstein für Chancengleichheit in der Gemeinde.“ Dem stimmt Christian Lemper, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Lebenshilfe Lübbecke, zu und freut sich, Institutionen wie den Verein für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) und den TuS Stemwede mit seinem Turnierteam mit ins Boot geholt zu haben.

Der JFK verstehe sich als Inklusions-Verein, macht JFK-Vorsitzender Klaus Riechmann deutlich. „Inklusion ist immer mehr Thema in der Gemeinde und bei uns. Gerade im Kulturbereich erfahren Menschen mit Behinderung viel Wertschätzung, wenn sie eingebunden sind.“ Die Betreuung des Spielmobils habe der JFK bei einigen Veranstaltungen schon in deren Hände gelegt, auch das Café House, ein Inklusionsprojekt im Life House, werde gut angenommen, betont Riechmann.

Seit 2002 gebe es beim Fußball-Pfingstturnier den Lebenshilfe Cup, der Menschen mit Behinderung die Möglichkeit biete, am Turnier aktiv beteiligt zu sein. „Hier wird große Nähe zu den Lebenshilfe-Bewohnern gelebt“, sagt Wolfgang Rosengarten, Leiter des Turnierteams.

„Wir brauchen Inklusionsaktionen, die nicht einmaligen Eventcharakter haben, sondern Platz im täglichen Leben haben“, ist Franziska Bachhofer als Projektbetreuerin sicher. Sie wünscht sich ein freundliches Miteinander, bei dem keiner ausgeschlossen wird. Dabei hofft sie auf enge Zusammenarbeit mit möglichst vielen Kooperationspartnern. „Die Vereine müssen sich für Menschen mit Behinderung öffnen“, sagt sie. Eine Chance sieht sie in Inklusionslotsen, „eine Art Brückenbauer im Verein“. In Stemwede gebe es gute Ansätze, worauf sich aufbauen ließe.

„Unser Wunsch ist, dass in zwei bis drei Jahren mehrere Kooperationspartner zusammenarbeiten“, sagt Lemper. „Die Menschen brauchen Zeit, das Projekt anzunehmen“, ist sich Bohlmann sicher. „Wir sind am richtigen Ort mit den richtigen Menschen und dem richtigen Projekt.“

Die Initiatoren hoffen, dass sie mit dem von „Aktion Mensch“ mit 250000 Euro unterstützten dreijährigen Projekt das inklusive Freizeitangebot in Stemwede für Menschen mit Behinderung werden ausweiten können.

hm

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