Teilnehmer des Elternstammtischs stehen weiter zur geplanten Gesamtschule der Ini

„Starker Gegner erfordert Durchhaltevermögen“

Kurzzeitig betretene Gesichter: Ini-Geschäftsführer Thomas Assmann (Mitte) überbrachte den Eltern beim Stammtisch die Nachricht, dass der Antrag auf Gründung einer privaten Gesamtschule in Stemwede zum Schuljahr 2016/17 zurückgezogen wurde. - Foto: Rohlfing

Stemwede - Dass es mit der privaten Gesamtschule in Stemwede zum Schuljahr 2016/17 nichts wird, sorgte beim Elternstammtisch am Mittwochabend im Life House in Wehdem nur kurz für betretene Gesichter. Aufgeben will die Gruppe nicht. Sie vermutet ein abgekartetes Spiel hinter der Haltung der Detmolder Bezirksregierung.

Die Bezirksregierung hatte dem Antrag der Initiative für Jugendhilfe, Bildung und Arbeit (Ini) aus Lippstadt auf Errichtung einer privaten Gesamtschule „gravierende Mängel“ konstatiert. Die Ini hat daraufhin den Antrag zurückgezogen (wir berichteten). Nachdem diese Nachricht die Runde gemacht hatte, erläuterte Ini-Geschäftsführer Thomas Assmann beim Stammtisch die Gründe nun persönlich.

In der letzten Aprilwoche hätten alle Unterlagen komplett in Detmold vorgelegen. Am 2. Mai habe man eine 25-seitige Stellungnahme erhalten. „Die wurde nicht in drei Tagen geschrieben, sondern war langfristig vorbereitet“, nimmt Assmann an. Die Bezirksregierung tue alles, um die Privatschule zu „torpedieren“ – eine Haltung, die er allgemein auch in der Landespolitik wahrnehme.

„Tausend Sachen“ seien am Ini-Antrag kritisiert worden: Lehrer, Räume und Konzept. Als Kernargument sei jedoch angeführt worden, dass die Verbindung zwischen der Gemeinde Stemwede und dem privaten Träger zu eng sei –und damit der Einfluss zu groß. Ein öffentlicher Schulträger dürfe keinen bestimmenden Einfluss auf eine Ersatzschule oder deren Träger ausüben, so die Bezirksregierung. Öffentliches und privates Schulwesen wären mit Gründung der privaten Gesamtschule organisatorisch nicht mehr voneinander getrennt. Das Argument lasse sich mit einer Klage vom Tisch wischen, habe ihm der Rechtsbeistand der Ini, Janbernd Wolfering, bestätigt, erklärt Thomas Assmann.

„Das geht jedoch nicht in der Kürze der Zeit.“ Die Eltern brauchten irgendwann Sicherheit. Darum habe man sich entschieden, den Antrag zurückzuziehen. „Es tut mir leid, ich hätte Ihnen gern etwas anderes gesagt.“

38 Anmeldungen und vier Interessensbekundungen habe es für die geplante Schule in Stemwede gegeben. 41 Eltern habe man am Mittwoch unmittelbar per E-Mail über die Situation informiert. Diese Nachricht sei bis zum Elternstammtisch nicht überall angekommen, stellt Stammtischinitiatorin Melanie Gutt fest. Das war vielleicht auch der Grund, warum nur rund zehn Gäste begrüßt werden konnten.

Nach von „langer Hand vorbereitet“ sieht die Haltung der Bezirksregierung auch aus Sicht der anwesenden Eltern aus. „Für unsere Kinder ist der Zug durch“, stellen Ullrich Kettler und Melanie Gutt bedauernd fest. Aufgeben wollen sie nicht: „Wir sehen die Notwendigkeit angesichts der sich abzeichnenden Schülerzahlen.“

„Wir haben uns einen starken Gegner ausgesucht und müssen Durchhaltevermögen zeigen“, erklärte Lars Schulz. Als das gemeinsame Lernen von Kindern ohne und mit Förderbedarf an der Stemweder-Berg-Schule eingerichtet werden sollte, habe sich die Bezirksregierung auch zunächst ablehnend gezeigt. „Es braucht möglichst schnell ein klares Signal, dass die Ini am Ball bleibt“, betonte Schulz. Das Vertrauen bei den Eltern sei verloren gegangen. Es werde schwierig, die verunsicherten Eltern wieder ins Boot zu holen, stellten die Stammtischbesucher fest.

„Wir werden zu der Schule stehen“, betonte Jürgen Lückermann. Er appellierte, nicht nachzulassen. „Die Schule ist die einzig richtige Lösung.“ Thomas Assmann freute sich über den Rückenwind. „Ich werde alles dafür tun, dass der Verein weiter zur Stange hält“, versprach der Geschäftsführer.

SoR

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