Gottesdienst im Zeichen der Partnerschaften

Stärken und Schwächen zusammen ausgleichen

Brachten mit Trommeln etwas Afrika nach Haldem: (v.l.) Phil Schröder, Moritz Raabe, Hannah Wehdebrock, Elise Ziegler. - Fotos: ks

Haldem - Der Glaube verbindet Menschen auf der ganzen Welt. Ein guter Beweis dafür sind die Partnerschafen des Kirchenkreises Lübbecke mit Gemeinden in Indonesien und Tansania. Um diese gelebte Nächstenliebe, aber auch um die weltweite Verantwortung aller Christen drehte sich am Sonntag der regionale Partnerschaftsgottesdienstes in Haldem.

Die Gäste kamen aus verschiedenen Kirchengemeinden und Herkunftsländern ins Gemeindezentrum. Zusammen lauschten sie den Worten von Dr. Christian Hohmann, Pfarrer des Amtes Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung. Er beleuchtete Unterschiede zwischen Deutschland und Afrika. Hierzulande würden Menschen zum Beispiel keine Zeit mehr mit Wasserholen verlieren. „Auch wenn das so ist, bedeutet das nicht, dass wir stärker sind als unsere Partner“, meinte er. Deutsche seien organisiert, dafür seien die Menschen in Afrika und Indonesien krisenfester. „Wir können unsere materiellen Unterschiede nur aufbrechen, wenn wir sie unterstützen und mit ihnen teilen“, sagte Hohmann.

Dass alle Menschen gleichermaßen für die Erde verantwortlich sind, verdeutlichten die Gottesdienstteilnehmer mit Wasser. Viele hatten ein paar Tropfen der lebenswichtigen Flüssigkeit mitgebracht – die Stemweder ebenso wie die Gäste aus der Ferne. Zusammen füllten sie das Wasser in ein Gefäß. Außerdem reichten die Gottesdienstbesucher eine aufgeblasene Weltkugel durch die Reihen. Die Botschaft: Jeder kann etwas bewegen.

Auch die Musik stand im Zeichen der Partnerschaften. Afrikanische Lieder, begleitet durch Trommel-Rhythmen, schallten durch das Gemeindezentrum. An den Trommeln hatten sich hierzu spontan Claudia Schröder, Moritz Raabe, Phil Schröder, Hannah Wehdebrock und Elise Ziegler zusammengefunden. Damit jeder mitsingen konnte, wurden die kurzen und einfachen Strophen zunächst gemeinsam gesprochen. Die Gottesdienstteilnehmer sangen zum Beispiel das Lied „Neno litasimama“. Es handelt davon, dass Himmel und Erde vergehen, aber Gottes Wort bestehen bleibt.

Der von mehreren Kirchengemeinden und der Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises organisierte Gottesdienst endete mit einer Tradition aus Tansania. „In Tansania haben die Menschen oft nicht genug Geld für eine Kollekte“, erzählte Pastor Hohmann. Daher würden sie Lebensmittel mitbringen, die versteigert würden.

Die Christen hatten nach Haldem unter anderem Eier, Marmeladen, Bananen, Esskastanien, Pralinen, Nüsse und Kaffee mitgebracht. Jugendreferent Andreas Hoffmann moderierte die Auktion. Er ermittelte locker-humorvoll den Höchstbietenden. Auch wer nichts ersteigerte, musste nicht hungrig nach Hause. Zum Schluss gab es für alle Pizza. 

ks

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