Schunkellaune bei Konzert des Shanty-Chors Dümmersee in der Wehdemer Kirche

Sehnsucht nach der Ferne

Der Shanty-Chor Dümmersee hatte jede Menge Seemannslieder im Gepäck. Beim Konzert in der Wehdemer Kirche begeisterten sie als Gruppe und Einzelsänger. - Foto: Mühlke

Wehdem - Wer kennt sie nicht? Die stolzen Männer in weißen Hosen und blau-weiß-gestreiften Hemden mit den kräftigen Stimmen, die durch ihren Gesang beinahe Mauern zum Beben bringen. Das sind die Sänger des Shanty-Chors Dümmersee und die boten am Sonntagabend gemeinsam mit ihren Musikern den Gästen im Wehdemer Gotteshaus einen Einblick in ihr Repertoire.

Pfarrerin Sigrid Kuhlmann freute sich über die vielen Fans, die den Weg zur Kirche gefunden hatten, um dort den maritimen Weisen zu lauschen. Die rauen Kerle mit den tollen Stimmen sowie Musik im Blut sangen stimmgewaltig von der Seefahrt, Romantik, Fernweh und Abenteuern. Zünftige Seemannskluft und Schifferklaviere durften in gewohnter Weise ebenso wenig fehlen wie Gitarren und Percussions. Mit hoch- und plattdeutschen sowie englischen Texten entwickelten die gefühlvollen Melodien eine Eigendynamik und so gingen die Beiträge dirkekt unter die Haut.

Besonders die Solisten brachten Schwung ins Gotteshaus, sei es Hartmut Piontek mit seiner Darbietung von dem ursprünglich australischen Stück „Rolling home“ oder Rolf Baumgarten, der den wohl bekanntesten Hit der Band „Santiano“ zum Besten gab und die Leinen losließ. Jonas Stärk stimmte gefühlvoll „Sailing home“ an und Klaus Hitschfeld versprach mit kraftvoller Stimme: „Ich bin bald wieder hier.“ Baumgarten schmetterte zudem ein großartiges „Amazing Grace“ ins Kirchenschiff und ließ Gänsehaut bei den Zuschauern in den voll besetzten Bänken entstehen.

Medleys bekannter Seemannslieder und des legendären Freddy Quinn rundeten den Konzertabend ab. Auf den Kirchenbänken wurde mitgesungen, geklatscht und geschunkelt. Dazwischen sponn Moderator Rainer Schiefer Seemannsgarn. Er hatte viele Anekdoten aus dem Leben unter Deck oder Hafenkaschemmen parat.

Klar, dass die Zuhörer den Shanty-Chor nicht ohne Zugabe entließen. Die Mannschaft bekannte am Ende „Auch Matrosen haben eine Heimat“ und Dieter Hohlt trieb so manche Träne in die Augenwinkel, als er das „Sierra Madre“ anstimmte, bevor die Sänger dann „Über alle sieben Meere“ nach Hause schipperten. 

hm

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