Sechs Monate Gefängnis für Stemweder

Abkürzung übers Feld hätte viel Ärger erspart

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Mediengruppe Kreiszeitung

Stemwede/Rahden - Der Lerneffekt blieb aus: Etliche Male wurde ein 26-jähriger Stemweder wegen Fahrens ohne Führerschein verurteilt. Mal war Alkohol mit im Spiel, mal Versicherungsbetrug. Obwohl er deswegen bereits im Gefängnis gesessen hatte, setzte der unter Bewährung stehende Leiharbeiter sich im Dezember 2014 nach einem Streit mit seiner Ex-Freundin erneut auf seinen Roller. Vor dem Amtsgericht Rahden verurteilte Richter Hagenkötter ihn nun zu sechs Monaten Freiheitsstrafe.

An dem Tag habe er Stress auf der Arbeit gehabt und sein Opa sei kurz zuvor gestorben, erzählte der Angeklagte. „Das war dann einfach alles zu viel.“ Nach „neun oder acht Flaschen Bier“ habe er sich mit seiner Ex-Freundin an der Bushaltestelle an der Niederdorfstraße in Levern getroffen. Sie hätten eine Stunde diskutiert und die Situation habe sich „aufgebauscht“. „Wir sind beide sehr aufbrausend“, beschrieb er sich und seine ehemalige Partnerin auf Nachfrage von Richter Hagenkötter. „Eine explosive Mischung“, stellte dieser fest. Der Angeklagte war nach dem Vorfall zwischenzeitlich wieder mit seiner Ex zusammen, mittlerweile gehen sie getrennte Wege.

„Warum ich mit dem Roller gefahren bin, weiß ich nicht“, versuchte der Stemweder die Tat zu reflektieren. Im Nachhinein habe er sich gefragt, wieso er nicht einfach über das Feld gegangen ist – das wäre genauso kurz gewesen. Hätte er seinen Roller stehengelassen, wären seiner Ex-Freundin vielleicht auch blaue Flecke erspart geblieben. Denn dem Stemweder wurde neben der verhängnisvollen Heimfahrt zur Last gelegt, sie mit dem Roller verletzt zu haben. Er habe sie aus Versehen leicht gestreift, räumte der Leiharbeiter ein. Die Staatsanwältin beurteilte die in der Anklageschrift als „großflächige Hämatome“ beschriebenen Folgen jedoch nur als „kleinste Verletzungen“. Auch Hagenkötter meinte, dass die Körperverletzung keine große Rolle spiele. Das schwerwiegende sei das unerlaubte Fahren, waren sich die Juristen einig.

„Es spricht im Moment viel dafür, dass wir von ihm erwarten können, das er so einen Quatsch in Zukunft nicht mehr macht“, sagte der Verteidiger des 26-Jährigen mit Blick auf eine Festanstellung, die seinem Mandanten in Aussicht gestellt wurde und sein Leben stabilisieren könnte. „Das er großen Bockmist gebaut hat, ist ihm völlig bewusst.“ Er forderte, wie auch die Staatsanwältin, eine Bewährungsstrafe. Doch Richter Hagenkötter verurteilte den Stemweder zu sechs Monaten ohne Bewährung.

Dass diese Strafe dem Angeklagten die Chance auf eine Festanstellung nehmen könne, sei „in der Tat nicht schön“, so Hagenkötter. Aber er könne die Vorschriften nicht lockern, nur damit der Angeklagte seinen Job bekomme. „Sie würden sich bei einer Bewährung erneut hinters Steuer setzten“, befürchtete er. Das Urteil ist nicht rechtsgültig.

ks

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