Bürgermeister Kai Abruszat spricht beim Ortsteilgespräch über Betreuungsangebot

Schulstandort weiter stärken

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Mit zwei Klassen wird die Grundschule ins Schuljahr 2016/2017 nach den Sommerferien starten. Die gestiegenen Anmeldezahlen seien ein guter Anlass, das Angebot weiter auszubauen, lautete die Meinung der Oppenweher.

Oppenwehe - Mit 2.172 Einwohnern ist Oppenwehe nach Dielingen der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Stemwede. Seit drei Jahren wurden dort mehr Zu- als Wegzüge verzeichnet und ein positives Pendler-Saldo mache die wirtschaftliche Stärke deutlich. Mit diesen Fakten um das Spargeldorf begrüßte Bürgermeister Kai Abruszat die Besucher des Ortsteilgesprächs bei Meiers Deele und verwies auf „ein gutes Potential als Grundvoraussetzung“.

In dem Gasthaus kamen am Dienstagabend mehr als 50 Oppenweher zusammen, die sich für die Zukunft der Grundschule und das dazugehörige Betreuungsangebot sowie das Feuerwehrgerätehaus und weitere ortspezifische Themen interessierten. Im Fokus des Gesprächs stand deutlich die Oppenweher Grundschule, die von der Gemeinde getragen wird. Vorweg versicherte Kai Abruszat: „Alle drei Grundschulstandorte in Stemwede bleiben bestehen. Es wird keine zentrale Einrichtung geben.“ Auch wenn es sich dabei keinesfalls um eine „Mammut-Grundschule“ handeln würde, so entspreche diese Form nicht dem Charakter Stemwedes, so der Bürgermeister. Er will vor allem einen Schulstreit vermeiden und zugleich den Eltern Planungssicherheit geben.

Eine Standortgarantie über das Jahr 2020 hinaus vermochte er aber nicht zu geben, da sich die Gesetzeslage in Düsseldorf jederzeit ändern könne. „Aktuell gibt es aber keine Veranlassung, an der Oppenweher Schule zu rütteln.“ Immerhin verzeichne die Einrichtung einen höheren Anmeldestand als in den Vorjahren und werde im Sommer mit zwei Klassen ins neue Schuljahr starten, berichtete Abruszat den Oppenwehern. „Wir haben auch einen starken Zulauf aus anderen Stemweder Ortsteilen, bis nach Drohne“, ergänzte Schulleiter Ansgar Mattern.

Auch Zahlen aus dem Oppenweher Kindergarten hatte Abruszat im Gepäck: In der Einrichtung, die von der evangelischen Kirche getragen wird, werden ab dem neuen Kindergartenjahr 50 Kinder betreut – „das sind rund zehn mehr als in den Vorjahren“, führte Abruszat zu den potentiellen Grundschülern aus.

Daher tue man gut daran, den Standort zu stärken, so Abruszat. Dazu zeigten einige Männer und Frauen aus den Reihen der Elternschaft Ideen auf. Sie forderten ein verändertes Betreuungsangebot neben dem Offenen Ganztag, in dem aktuell 36 Kinder untergebracht sind. Damit weist die Betreuungsqoute laut Abruszat mit 30 Prozent „einen ordentlichen Wert“ auf.

Einige Eltern wünschten sich allerdings ein flexibleres Angebot, anstelle des großen Ganztags, wurde am Dienstagabend deutlich. „Wir brauchen mehr Verlässlichkeit für die Berufstätigen“, unterstrich eine Mutter. Abruszat zeigte sich dem Vorschlag gegenüber aufgeschlossen: „Die Schule muss sich auf ihre Nutzer einstellen, um im Wettbewerb mit anderen Kommunen zu bestehen.“

Abruszat erklärte, dass es für ein neues Angebot, das das bestehende nicht gefährden dürfe, nötig sei, dass sich die Schulkonferenz mit dem Anliegen und konkreten Ideen befasse. „Für ein ordnungsgemäßes Verfahren muss der Rat über einen Beschluss entscheiden“, so Abruszat. Zudem müsse die finanzielle Frage berücksichtigt werden. „Momentan bin ich in der Warteposition“, sagte Abruszat, der auf die Mitwirkung entsprechender Gremien setzt.

Zum Offenen Ganztag führte der Verwaltungschef und somit Vertreter des Schulträgers aus: „Die Angebote haben sich in Stemwede gut etabliert.“ Die Gemeinde nehme insgesamt 115.000 Euro für das Angebot ein – das sei bei weitem nicht kostendeckend. „Ich bin ein Gegner der Ganztags-Pflicht“, ergänzte Abruszat und kritisiert die Landesvorgabe, dass ein Kind im Offenen Ganztag über die gesamte Zeit der Betreuung in der Einrichtung sein soll.

„Die Eltern sollen frei entscheiden“, findet Abruszat, der zusicherte, dass er sich um ein mögliches weiteres Angebot an der Oppenweher Grundschule kümmern will. Die Tatsache, dass die Betreuung im Offenen Ganztag nicht kostenfrei sei, stelle ein Problem dar. „Wir müssen das Betreuungsangebot mittelfristig wie das letzte Kindergartenjahr auffassen“, stellte Abruszat eine Perspektive vor. Denn dieses ist für Eltern kostenfrei.

„Es muss unser Ziel sein, dass wir Leistungen für Familien möglichst kostengünstig erbringen“, so der Wunsch Abruszats. So könne sich die Flächengemeinde ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen und zeigen, dass sie sich für Familien einsetze.

Abruszat hatte bereits zu Beginn der Veranstaltung deutlich gemacht, dass er sich über die große Resonanz bei den Ortsteilgesprächen freue. Die Anregungen der Bewohner nehme er für die Arbeit in Rat und Verwaltung mit, erklärte er zum Hintergrund des inzwischen vierten Treffens. Daher werde die Grundschule auch weiter Thema in der Verwaltung bleiben. 

abo

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