Schulpflegschaft organisiert Informationsabend zur geplanten Gesamtschule

Eltern fühlen sich übergangen

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Die Verwaltung will die Stemweder-Berg-Schule in eine private Gesamtschule umwandeln. Die Eltern sind wenig begeistert und melden sich jetzt zu Wort.

Stemwede - Von Melanie Russ. Es könnte ein heißer Sommer werden für die Stemweder Verwaltung und die Politik. Deren überraschend bekannt gegebener Plan, die im vergangenen Jahr gerade erst gestartete Sekundarschule in Wehdem schon zum Schuljahr 2016/17 in eine Gesamtschule in privater Trägerschaft umzuwandeln, schockte nicht nur die Lehrerschaft, auch unter den Eltern regt sich Widerstand.

„Wie mit den Eltern und der Schule umgegangen wird, das geht nicht“, sagte Holger Heidmeyer, Vorsitzender der Schulpflegschaft gestern auf Nachfrage dieser Zeitung und meint damit nicht nur die Entscheidung an sich („Drei Schulformen in sechs Jahren sind zu viel“), sondern auch, dass den Eltern „das so aufgebügelt“ wurde, ganz ohne vorherige Diskussion. Er habe in den vergangenen Tagen viele Gespräche mit besorgten Eltern geführt und dabei sehr viel Widerstand gegen die Pläne der Verwaltung vernommen. Er hat darum für morgen um 19 Uhr alle Eltern zu einer Informationsrunde mit Diskussion in die Begegnungsstätte eingeladen.

„Schulleitung und Eltern wurden kurzfristig vor die Tatsache gestellt, dass die seit nur einem Jahr bestehende Sekundarschule auslaufen soll“, so Heidmeyer. Ein konkretes Konzept für die Gesamtschule sei nicht vorgestellt worden. „Dies geht zulasten der vorhandenen Schüler, da die Schulformen auslaufen, und zulasten der Lehrer, da Lehrerstellen jährlich abgebaut werden müssen. Eine verlässliche Schulplanung muss anders aussehen“, fordert Heidmeyer, der der Sekundarschule anfangs selbst skeptisch gegenüberstand, inzwischen aber überzeugt ist. „Ich habe mich woanders umgeschaut, mein Sohn wollte aber unbedingt in Stemwede zur Schule gehen“, berichtet der Schulpflegschaftsvorsitzende. Gespräche mit den Lehrern über das Unterrichtskonzept haben ihn schließlich überzeugt, und von der neuen Schulleiterin Heike Hachmann ist er begeistert. Sie verfolge ein klares Konzept für die Sekundarschule.

„Jetzt mache ich mir echte Sorgen“, sagt Heidmeyer. Er befürchtet, dass die guten jüngeren Lehrer die Schule verlassen werden – beispielsweise in Richtung der in Rahden im Aufbau befindlichen Sekundarschule. Auch seiner Sicht gibt es momentan überhaupt keinen Grund, etwas zu ändern. Noch reichten die Schülerzahlen aus, und für die Zukunft sei nicht ausgeschlossen, dass die Mindestzahl der Neuanmeldungen gesenkt werde, da die Schülerzahlen überall im Land rückläufig seien.

Aber es ist eben nicht nur die geplante Änderung der Schulform, gegen die sich Heidmeyer stellt. „Aufgrund der langen Geheimhaltung der Politik und des engen Zeitrahmens fühlen wir uns übergangen“, sagt er. Er selbst hat am Morgen der Schulkonferenz einen Tag vor der öffentlichen Bekanntgabe durch Bürgermeister Gerd Rybak von den Plänen erfahren. Er habe ihn gefragt, wie lange es diese Überlegungen schon gegeben habe, Rybak habe geantwortet, seit etwa einem Jahr. In der Schulkonferenz habe er dann von ein paar Monaten gesprochen, berichtet Heidmeyer.

Lehrer und Eltern sind aber scheinbar nicht die einzigen, die ob der Pläne die Stirn runzeln. Wie zu hören ist, ist man auch bei der Bezirksregierung in Detmold nicht gerade glücklich über den Stemweder Vorstoß (Bericht folgt).

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