Schützen noch immer unzufrieden mit Regelungen zu Umzügen

Wogen haben sich geglättet

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Für Umzüge wie hier während der 50-Jahr-Feier des Schützenkreises Lübbecke im vergangenen Jahr hat der Kreis neue Regelungen erlassen, die bei vielen Vereinen allerdings nicht auf Gegenliebe stoßen. Archivfoto: Pröpper

Rahden/Stemwede - Von Melanie Russ. Ein Merkblatt sorgte im vergangenen Sommer für Aufregung unter den Schützen. Der Kreis stelle Traditionsveranstaltungen infrage, hieß es, nachdem die Behörde neue Regelungen für Umzüge bei Schützenfesten und ähnlichen Veranstaltungen erlassen hatte. Die Wellen schlugen hoch, doch kurz vor der nächsten Schützenfestsaison, die morgen unter anderem in Rahden und Oppenwehe beginnt, haben sich die Wogen ein wenig geglättet. „Es wird sich schon einspielen“, sagt Schützenkreisvorsitzender Karl-Heinz Bollmeier, lässt aber keinen Zweifel daran, dass die Schützen noch immer unzufrieden sind.

Den Vereinen sind gleich mehrere Punkte ein Dorn im Auge. Etwa die Abstimmung der Marschroute mit den Behörden. Die solle möglichst sechs Wochen vor der Veranstaltung erfolgen, heißt es in dem Merkblatt. Und: Die Marschroute muss je nach Verlauf mit Verkehrsschildern abgesichert werden. Wenn das Aufstellen vom Straßenbaulastträger übernommen wird, keine ganz billige Angelegenheit. Außerdem haben die Vereine bei Umzügen die Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen, sprich: Sie sind verantwortlich, wenn etwas passiert.

Nicht praktikabel, zu teuer und zu viel Verantwortung für die Ehrenamtlichen, entgegnen die Vereine. Die Vorsitzenden von 27 der 34 Vereine im Schützenkreis wandten sich zu Jahresbeginn erneut mit einem Schreiben, in dem sie ihre Bedenken konkretisierten, an den Kreis. Die Antwort war ernüchternd. Zwar werden die Kritikpunkte in dem von Landrat Dr. Ralf Niermann unterzeichneten Schreiben aufgegriffen und darauf verwiesen, dass eine Absprache mit allen beteiligten Behörden auch kurzfristig möglich sei, im Kern ändert sich aber nichts. Immerhin sagt der Landrat zu, dass es für die Schützenfestsaison 2015 „eine nochmalige Einzelfallprüfung geben wird, um zu guten Lösungen zu kommen und die Schützenumzüge auch weiterhin zu ermöglichen“.

„Dass die Vereine damit nicht glücklich sind, ist klar“, sagt Bollmeier und verweist darauf, dass das Vorgehen des Kreises im gesamten Schützenbezirk einmalig ist. „Die Schützen wünschen sich natürlich, dass die Polizei weiterhin die Umzüge absichert.“ Das Sicherheitsgefühl sei einfach größer, wenn auf der Straße ein Polizeiauto stehe statt ein paar Schützen in Warnwesten – zumal Polizisten gegenüber Verkehrsteilnehmern weisungsbefugt sind, Schützen aber nicht. Letzteres ist wohl eher eine mentale Sache. In der Praxis gebe es in der Regel keine Probleme. Die Autofahrer seien verständnisvoll, so Bollmeier.

Der Kreisvorsitzende, der neben der grünen Uniform auch die blaue der Ordnungshüter trägt, ist sicher, dass die Polizei bei Bedarf auch in Zukunft zur Stelle ist, um die Sicherheit zu gewährleisten. „Dass man am Sonntag zwei oder drei Mal raus muss, ist kein Problem“, sagt er als Polizist.

Auch, was das Aufstellen von Verkehrsschildern angeht, sieht Bollmeier keine gravierenden Probleme. Wenn die Schilder geliefert würden, könnten die Vereine sie selbst gemäß des Plans der Genehmigungsbehörde aufstellen. „Es ist für die Vereine etwas mehr Arbeit. Früher konnten sie den örtlichen Polizisten anrufen, jetzt ist es mehr Papierkram.“

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