Schrottkunst: Andrea Engfer und Achim Meier schmieden Deko aus Altmetall

Rostiges Material bekommt einen neuen Zweck

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Wenn Andrea Engfer bei der Arbeit ist, sprühen meistens viele Funken. Denn mit der Flex gibt sie alten Metallen ein neues Aussehen.

Dielingen - Von Heidrun Mühlke. Nein, man ist nicht auf dem Schrottplatz gelandet, wenn man die Werkstatt von Andrea Engfer und Achim Meier betritt. Zwar stapeln sich Schrotteisen, alte Türbänder, Hufeisen, Muttern, Ketten, Stahlspangen und vieles mehr – doch aus dem rostigen Rohmaterial entsteht in Dielingen Kreatives: moderne Kunstwerke aus Altmetall.

Funken sprühen, wenn Andrea Engfer ein altes Blech auf die passende Länge schneidet. Dann wird Eisen im Feuer geschmolzen, gebogen und gehämmert, bis aus Hufeisen, Messern eines uralten Mähwerkes, Federn eines ausrangierten Heuwenders, Türscharnieren und Muttern letztlich eine Eule entsteht.

Vor rund eineinhalb Jahren haben Engfer und Meier das Altmetall als Material für sich entdeckt und erwecken seither neuen Geist in altem Eisen. „Ich habe einen Schweißkursus der heimischen Landfrauen in Warendorf mitgemacht“, sagt Engfer. „Da war für mich klar: Genau das ist meins!“ Schnell ließ sich Achim Meier von dem außergewöhnlichen Hobby seiner Freundin anstecken. „Mein Part besteht im Suchen und Finden von Altmetall, welcher Art auch immer“, so Meier. Seither seien sogar ihre Sonntagsausflüge und Urlaubsreisen geprägt von einer „schrottigen Sammelleidenschaft“.

„Mit Gartensteckern fing es an“, erinnert sich die kreative 32-Jährige. Schnell war der Dielingerin klar, dass die Kunstwerke gut ankamen. „Auf vielen Kunsthandwerkermärkten gab es immer positives Feedback und so manches Mal waren unsere Exponate so schnell ausverkauft, dass wir mit der Produktion kaum nachkommen konnten“, freut sich Engfer. Inzwischen gibt es neben Gartensteckern und Eulen auch Tänzerinnen, Schriftzüge, Kugeln, Regenmesser, Pflanzschalen und noch mehr individuelle Ideen aus Schrott.

„Manchmal liegt ein Teil lange Zeit ungenutzt da, bis ich eine zündende Idee habe“, so Engfer. Dann wird plötzlich aus einer Fahrradkette und einem Vorschlaghammer ein Seepferdchen, aus einem alten Mofa-Tank ein Vogelkörper und aus alten Zangen Hörner von Antilopen. Material finden Engfer und Meier auf Flohmärkten, bei Haushaltsauflösungen, in alten Scheunen oder auf dem Schrottplatz. „Immer öfter kommen auch Freunde und Fremde vorbei und bringen uns etwas“, freut sich Meier über jeden Karton mit ausrangiertem Metall.

Viel Fantasie ist gefragt, wenn Engfer dann aus dem alten Eisen neue Ideen schmiedet. Wenn alte Grubberzinken oder Fahrradkettenritzel zu Unikaten geschweißt werden, bleiben sie doch in ihrem Ursprung erhalten. „Alles erfüllt zu seiner Zeit seinen Zweck. Doch manchen Dingen ist ein Leben nach dieser Zeit geschenkt. Es ändert sich lediglich der Zweck. Nicht mehr das ‚Nutzbringende‘ steht im Vordergrund, sondern das ‚Erfreuende‘“, sind sich die beiden sicher.

Dabei bieten die künstlerischen Arbeiten dem Betrachter ganz neue Interpretationen, mit denen sie in erster Linie Freude beim Betrachter auslösen wollen. „Es wachsen Erinnerungen“, sagt Meier und um jedes Kunstwerk ranken sich Geschichten. Die erzählen die beiden Dielinger genau so gerne, wie die Menschen, die alte Geräte im neuen Gewand entdecken.

Wer die individuelle Schrottkunst aus Engfers und Meiers Werkstatt live erleben und sich die Arbeitsweise erklären lassen möchte, kann am Sonntag, 18. Oktober, in der Zeit von 11 bis 18 Uhr zur ersten Kunsthandwerker-Messe „Stemwede ist kreativ“ ins Wehdemer Life House kommen. Dort besteht auch Gelegenheit, weiteren Kunsthandwerkern aus der Region über die Schulter zu sehen oder sich Anregungen für die eigene Kreativität zu holen.www.schweisstreibend.com

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