Schnelles Internet in fünf weiteren Bereichen / 180 Vorverträge nötig

Chronische Unterversorgung soll bald ein Ende haben

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Geben den Startschuss für schnelles Internet in fünf weiteren Bereichen in Stemwede: (v.l.) Johannes Geers (RWE), Bürgermeister Kai Abruszat, Bauamtsleiterin Birgit von Lochow und Jan Holthaus (Westnetz).

Stemwede - Mehr Tempo für schnelles Internet. So lautet das Ziel von Bürgermeister Kai Abruszat, der beim Breitbandausbau auf Eigeninitiative, statt auf Fördermittel setzt. Jetzt sollen fünf weitere Gebiete in der Flächengemeinde vom Netzbetreiber RWE und Hugo-Internet erschlossen werden, die bislang unter einer „chronischen Unterversorgung“ zu leiden hatten.

Das erklärten Abruszat und RWE-Kommunalbetreuer Johannes Geers gestern im Rathaus in Levern. Für das nördliche Oppenweher Moor, die Haushalte entlang der Hollweder Straße in Twiehausen, in Sundern, Levern-Süd sowie in Destel soll es in naher Zukunft mit deutlich höheren Geschwindigkeiten ins Netz gehen. Bislang waren dort laut Geers höchstens zwei Megabit pro Sekunde möglich – kein Vergleich zu Dielingen oder dem Leverner Ortskern, die bereits gut versorgt sind.

„Stemwede als Wirtschaftsstandort bleibt nur attraktiv, wenn wir mit der Zeit gehen“, sagt Abruszat. Er sieht die nun gestartete Offensive als „wesentliches Steuerungselement“, denn auch die Immobiliennachfrage werde durch die Internet-Optionen beeinflusst. Dazu ergänzt Bauamtsleiterin Birgit von Lochow: „Internet ist mehr als nur Freizeit und Spaß für junge Leute.“ Denn gerade für Personen, die von Zuhause aus arbeiten, oder ältere Bewohner sei das Datenvolumen ausschlaggebend, meint von-Lochow mit Blick auf Telemedizin und weitere Möglichkeiten.

Verhalten zeigt sich Abruszat gegenüber den Fördermitteln, die das Land NRW und die Bundesregierung derzeit für den Internetausbau versprechen. „Ich weiß nicht, ob Stemwede von diesem Förderhorizont profitieren kann. Schließlich haben wir hier schon eine Grundversorgung geschaffen“, so Abruszat. Wenn Fördergelder möglich wären, sei das gut, aber auch ohne soll der Ausbau voranschreiten.

Damit Internet- und Stromanbieter mit den fünf Einzelprojekten in Stemwede starten können, sind insgesamt 180 Vorverträge nötig. „Das sollte zu schaffen sein“, meint der Bürgermeister, denn aus Oppenwehe habe er schon entsprechende Interessensbekundungen vernommen. „Je höher die Vorvertragsquote, umso eher können wir beginnen“, ermutigt Geers die Internetnutzer.

Bis zum Jahr 2018 sollen möglichst viele Haushalte mit schnellem Internet versorgt sein, nennt Kai Abruszat seine perspektivische Vorstellung. „Das ist eine Aufgabe für mehrere Jahre mit dem Ziel, interkommunal gut da zu stehen. Denn das Internet wird im Alltag immer mehr an Bedeutung gewinnen“, ist Abruszat fest überzeugt.

Für Fragen zum weiteren Ausbau des Breitbandnetzes in Stemwede steht bei der Gemeindeverwaltung Cord Hegerfeld für Fragen zur Verfügung. Er ist unter Telefon 05745/78899601 erreichbar. Darüber hinaus soll es Infoveranstaltungen für die Bewohner der fünf Bereiche geben, sagt Johannes Geers, der davon ausgeht, dass im nächsten Jahr mit den Maßnahmen begonnen werden kann. „Schließlich ist die Not groß“, unterstreicht der RWE-Kommunalbetreuer.

Für den Ausbau im Bereich Niedermehnen und Twiehausen, der in diesem Jahr begonnen hatte, hat Geers abschließend noch eine gute Nachricht: „Wir werden im zweiten Quartal 2016 fertig.“

abo

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