132 Schlepper mit bis zu 600 PS beim Trecker-Treck in Dielingen am Start

„Biester“ kämpfen gegen tonnenschwere Last

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Beim Kampf gegen den Bremswagen (links) steigen die Vorderreifen der Traktoren oftmals in die Höhe.

Dielingen - Mächtige Ackerbomber und knatternde PS-Protze brauchten am Wochenende nur 100 Meter, um die Zuschauer zu begeistern. Die jüngste und inzwischen siebte Auflage des Trecker-Trecks der Altmaschinenfreunde Hunteburg lockte einmal mehr Menschenscharen auf das Gelände des Hofes Engfer in Dielingen.

Traktor-Pulling heißt das Zauberwort, das besonders die Herzen der männlichen Besucher und deren Sprösslinge höher schlagen ließ. Am Sonntag standen Jung und Alt an der Rennstrecke und feuerten die 132 Starter auf ihren mächtigen Traktoren an. Bei dem Wettbewerb ging es nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, einen tonnenschweren Bremswagen über die 100-Meter-Marke zu schleppen. Das wurde mit jedem Zentimeter schwieriger, denn auf dem Bremswagen fuhr ein Gewicht nach vorne und drückte immer mehr Tonnen auf die Kufen.

War die 100-Meter-Marke passiert und der Kampf gegen den Bremswagen gewonnen, ohne dass sich die Treckerreifen in die Erde gruben, konnten die Zuschauer „Full Pulls“ bejubeln – und davon gab es einige zu sehen.

„Aus ganz Deutschland kommen die befreundeten Clubs zu dieser Veranstaltung“, sagte Organisator Hans Willmann vom 15-köpfigen Helferteam. Von Hamburg und der holländischen Grenze bis aus dem Rheinland seien die Teilnehmer mit ihren Traktoren angereist und hatten mitsamt Familien in der historischen Bau- und Wohnwagenkolonie ihre Zelte aufgeschlagen. Den Sonnabend nutzten sie für eine Trecker-Spritztour rund um den Stemweder Berg und beendeten den Tag mit einer zünftigen Feier und einem Feuerwerk.

„Wir haben diesmal optimale Wetterbedingungen“, sagte Vorsitzender Peter Heckmann. Auch die Bodenbeschaffenheit der Pull-Strecke sei genial. „Weder Matsch noch vom Regen aufgeweichter Boden. Dann gibt es eher eine Schlammschlacht“, erinnerte er sich. Aber wenn der Boden staubtrocken sei, seien die Bedingungen gleichermaßen erschwert.

Trecker-Treck in Dielingen

Damit alle Trecker zu gleichen Bedingungen an den Start gehen konnten, wurde die Strecke nach jedem Pulling mit einem Hobel planiert und anschließend mit der Walze wieder plattgedrückt. In der Bauernklasse durfte jeder starten, der sich mit seinem Trecker dem Bremswagen stellen wollte. Zwischendurch sorgten Showpulls mit 600 PS-starken Giganten für Aufsehen. Die leistungsstärkeren, aufgemotzten Schlepper kämpften mit ohrenbetäubendem Lärm und dicken Rauchschwaden gegen die Last.

„Vorsicht an der Bande – wenn die Biester ausbrechen, ist der Spaß vorbei“, warnte Moderator Martin Wiehe, als der Trecker mit den 600 PS unter der Haube an den Start ging. Während die Zuschauer insbesondere diese Show-Duelle bejubelten, vergnügten sich die jüngsten Besucher auf der Strohhüpfburg, in dem riesigen Sandkasten oder im Treckerkarussell.

Außerdem schlenderten die Besucher durch die Alttraktorenausstellung und das Fahrerlager. Wenn Friedhelm Rebber dort seinen historischen Lanz anfeuerte, war er stets von Schaulustigen umringt. Damit keiner hungrig oder gar durstig die Veranstaltung verlassen musste, gab es Getränkebuden, Gegrilltes sowie Kaffee und Torten.

Alle zwei Jahre bieten die Hunteburger Alttraktorenfreunde Gelegenheit für dieses Spektakel. „In zwei Jahren feiert unser Verein seinen 15. Geburtstag – da denken wir uns etwas ganz Besonderes für den Trecker-Treck aus“, macht Vorsitzender Heckmann schon jetzt Lust darauf, in zwei Jahren dabei zu sein, wenn es wieder heißt: „Full Pull!“

hm

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