Sabine Wüppenhorst bietet Pflegeberatung

Neutrale Hilfe, wenn Kraft fehlt

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Sabine Wüppenhorst hat ein offenes Ohr für pflegende Angehörige, Patienten und Mitarbeiter der Einrichtungen. Foto Bokelmann

Levern - Hilflosigkeit und Unsicherheit stellen sich ein, wenn plötzlich ein Familienmitglied krank wird und auf Hilfe angewiesen ist. Was ist sinnvoll und wie gehe ich mit der Situation um? Mit solchen und ähnlichen Fragen treten Hilfesuchende an Sabine Wüppenhorst heran. Die ausgebildete Krankenschwester und Beraterin in Sachen palliative Pflege vom Fachbereich Hospizarbeit der Parisozial Minden-Lübbecke bietet einmal im Monat eine kostenfreie Beratung im Alterswohnsitz Stiftsort Levern an. Am Donnerstag, 3. Dezember, ist sie wieder ab 10 Uhr für eine Stunde Ansprechpartnerin für pflegende Angehörige, Patienten und Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung sowie alle, die sich für Themen rund um die Pflege interessieren. Sie empfiehlt eine telefonische Terminabsprache unter 0163/7523603. „Außerdem bin ich außerhalb der Sprechzeiten da, wenn meine Hilfe gewünscht wird“, betont Wüppenhorst.

„Die meisten Gespräche drehen sich um Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten“, berichtet sie. Das ist ihrer Meinung nach auch ein wichtiges Thema, mit dem sich alle Altersgruppen auseinandersetzen sollten. „Wenn ich mit meiner Beratung den Anstoß geben kann, sich intensiver damit zu beschäftigen, dann habe ich schon viel erreicht“, sagt die Pflegeberaterin, die auch im weiteren Verlauf hilft – beispielsweise beim Ausfüllen der zahlreichen Dokumente.

Leben, Pflege und Tod

im Kontext

In einem ersten Gespräch müssen sich Interessenten aber erst mal mit sich selbst beschäftigen. „Es geht häufig um existentielle Fragen“, erklärt Wüppenhorst. Zudem müssten sich alle Betroffenen den Herausforderungen und Aufgaben bewusst sein, wenn sie eine Patientenverfügung ausfüllen. Sowohl die zu Pflegenden als auch die andere Seite würde oft an ihre Grenzen kommen.

Die Beratung in Levern gibt es seit etwa zwei Jahren. An den Alterswohnsitz ist Sabine Wüppenhorst über die Hospizarbeit bei der Parisozial gekommen. Ihr sei aufgefallen, dass es viele Fragen gebe und wollte helfen. Nach und nach habe sie die Termine aufgebaut. Heute kommt sie einmal im Monat nach Levern. Zudem ist sie noch im Schloss Rahden für die Bewohner zur Stelle.

Einerseits handelt es sich um ein präventives Angebot. Aber auch „wenn etwas passiert ist“, lässt Wüppenhorst niemanden allein. Trauerarbeit und die Begleitung über den Tod hinaus sind der engagierten Stemwederin nicht fremd. Eine weitere Aufgabe, die sie von Zeit zu Zeit übernimmt, sind Gespräche mit Ärzten. „Wenn jemand seine Angehörigen schon lange pflegt, fehlt manchmal einfach die Kraft“, erläutert Wüppenhorst, die Leben, Pflege und Tod im Kontext sieht.

„Als neutrale Person vermittle ich zwischen den Parteien“, beschreibt sie ihre Funktion und erklärt: „Mein Angebot ist bunt und breit gefächert.“ Sie organisiert bei Bedarf ehrenamtliche Hospizhelfer für Einzelbegleitungen im Alterswohnsitz oder reflektiert mit den Mitarbeitenden den Alltag in der Einrichtung.

Gerade in ländlichen Gegenden sieht Wüppenhorst die palliative Beratung als sehr wichtig an. „Die Familienstrukturen sind noch recht traditionell und die Angehörigen brauchen dann Unterstützung, wenn die Eltern pflegebedürftig werden.“ Außerdem trage der demografische Wandel dazu bei, dass immer mehr Ältere auf Hilfe und Pflege angewiesen seien.

abo

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