ZWAR-Netzwerk soll bestehende Freizeitangebote in Stemwede ergänzen

Ruhestand – und dann?

Setzten ihre Unterschrift unter die Kooperationsvereinbarung: (unten, v.l.) ZWAR-Mitarbeiterin Ute Schünemann-Flake, Bürgermeister Kai Abruszat und Gemeindesportverbands-Vorsitzende Brigitte Bollmeier. Ebenfalls von dem Projekt überzeugt sind (oben, v.l.) Jörg Bartel und Antje Pieper von der Verwaltung. - Foto: Schmidt

Stemwede - Mit dem Ruhestand beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Verpflichtungen werden weniger, feste Tagesstrukturen lösen sich und der tägliche Kontakt zu Kollegen entfällt. Was tun in der neu gewonnenen Freizeit? In Stemwede soll künftig ein ZWAR-Netzwerk (zwischen Arbeit und Ruhestand) Menschen ab 55 Jahren helfen, neue Aufgaben zu finden und soziale Kontakte zu knüpfen.

Mitglieder der Stemweder Verwaltung und des Gemeindesportverbands haben am Montag eine Kooperationsvereinbarung mit der vom Land geförderten ZWAR-Zentralstelle unterschrieben. Ziel ist die Etablierung von selbstorganisierten Gruppen, in denen Menschen ihre Freizeit gemeinsam gestalten – ohne Vereinsbindung, Hierarchien oder Beiträge. Beispiele für solche Gruppen sind Doppelkopf- und Kochrunden, sportliche Treffen oder Ausflugsgemeinschaften zu Kulturveranstaltungen.

Die Zielgruppe für das ZWAR-Netzwerk in Stemwede ist groß: In der Flächengemeinde leben 2275 Menschen, die zwischen 55 und 65 Jahre alt sind. Sie werden in den kommenden Tagen schriftlich zu einer Netzwerkgründungs-Veranstaltung eingeladen. Diese soll am Donnerstag, 27. Oktober, ab 19 Uhr in der Begegnungsstätte in Wehdem stattfinden. Auch alle Interessierten, die nicht der anvisierten Altersgruppe angehören oder in einer benachbarten Gemeinde leben und daher keine persönliche Einladung bekommen, sind willkommen.

Der erste Programmpunkt der Gründungsveranstaltung ist eine Einführung. Anschließend können sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen Gedanken machen, was sie gerne gemeinsam unternehmen oder aufbauen möchten.

Am 9. November soll dann ab 19 Uhr in der Begegnungsstätte ein erstes Treffen der Gruppen folgen. Als Starthilfe werden die Gruppe im ersten Jahr durch einen qualifizierten Mitarbeiter begleitet. In Stemwede übernimmt Antje Pieper diesen Part. Seit gut einem Jahr hat sich die Verwaltungsmitarbeiterin mit dem Themenfeld beschäftigt. Sie wird neuen Gruppen Handwerkszeug zur Selbstkoordination an die Hand geben.

Nach einem Jahr können sich Gruppen in der Regel komplett selbst organisieren – das zeigt die Erfahrung von Ute Schünemann-Flake, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ZWAR-Zentralstelle. „Menschen sollen Visionen entwicken, wie sie älter werden wollen“, erklärt sie. Dabei würden verlässliche soziale Kontakte aufgebaut. Diese soziale Vorsorge sei längst nicht so selbstverständlich wie andere Arten der Altersvorsorge, aber ebenfalls sehr wichtig.

In NRW gibt es bereits in 60 Städten und Gemeinden ZWAR-Netzwerke. Im Mühlenkreis ist Stemwede die erste Kommune, die den Versuch wagt. Bürgermeister Kai Abruszat denkt, dass viele Stemweder die Plattform annehmen werden. Diese „soll unter keinen Umständen bestehende Vereinsstrukturen ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen“, betont er.

Die 55- bis 65-Jährigen gehören dem Verwaltungschef zufolge in Stemwede keinesfalls zum alten Eisen. Die Altersgruppe sei sehr aktiv – und die Aktivitäten zu bündeln, sei Bestandteil des Projektes. Davon könnten auch Vereine profitieren. Er bezeichnete das ZWAR-Netzwerk als „Kit für den sozialen Zusammenhalt in der Gemeinde.“ Menschen, die neu nach Stemwede kommen, könnte zudem die Eingliederung in die Dorfgemeinschaft erleichtert werden.

Eine wichtige Rolle bei der Freizeitgestaltung misst Abruszat dem Sport bei. Nicht ohne Grund gehört der Gemeindesportverband zu den Drahtziehern des Projektes. Für Vereine biete ZWAR Chancen, findet Verbandsvorsitzende Brigitte Bollmeier. Durch das Netzwerk könnten sie an Menschen herantreten, die sie normalerweise nicht erreichen. - ks

Mehr zum Thema:

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Verden: Tanz macht Schule 

Verden: Tanz macht Schule 

Meistgelesene Artikel

Weihnachstmärkte am 3. Advent 

Weihnachstmärkte am 3. Advent 

Besucher erleben Zauber der Leverner Weihnachtswelt

Besucher erleben Zauber der Leverner Weihnachtswelt

Sattelzüge prallen zusammen

Sattelzüge prallen zusammen

Fahrer stirbt bei Unfall in Espelkamp

Fahrer stirbt bei Unfall in Espelkamp

Kommentare