Rettungswache-Entscheidung im Frühjahr

Gerüchte um Schließung

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Ein Rettungswagen der gemeinsamen Wache Rahden und Haldem steht am Schloss in Haldem und rückt von dort zu Einsätzen aus. Jetzt gibt es Gerüchte um eine Schließung des Standorts. Archivfoto: Russ

Haldem - „Sicherheit wird zum Privileg“, befürchtete Heiko Frerker im Rahmen des Ortsteilgesprächs in Haldem. In der Diskussion um einen möglichen Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus nach der Zusammenlegung der Löschgruppen Haldem und Arrenkamp hatte Uwe Stubbe, Löschgruppenführer des ersten Zugs der Stemweder Wehr, angemerkt, dass es Gerüchte über die Schließung der Rettungswache in Haldem gebe. Das bestätigt der Kreis als Träger der Rettungswache, die dem Schloss Haldem (LWL) angegliedert ist, nicht.

„Es wäre nicht seriös, zum jetzigen Zeitpunkt über eine Schließung zu sprechen“, teilt eine Sprecherin des Kreises auf Nachfrage mit. Der aktuelle Rettungsdienstbedarfsplan sieht demnach keine Schließung der Haldemer Rettungswache vor. Diese wird als Außenstelle der Rettungswache Rahden geführt, für die der Kreis Minden-Lübbecke zuständig ist. Derzeit ist sie 24 Stunden am Tag mit zwei Personen besetzt und verfügt über einen Rettungswagen. Angaben des Kreises zufolge besteht sie seit 1979 und ist seit 2000 reguläre Außenstelle der Rettungswache Rahden.

Aus dem bislang gültigen Rettungsdienstbedarfsplan aus dem Jahr 2006, dem Vergleichszahlen aus 2004 zugrunde liegen, geht hervor, dass Rahden und Haldem zusammen auf 1600 Notfalleinsätze im Jahr kommen. Zusätzlich werden jährlich 864 Krankentransporte übernommen.

Der neue Rettungsdienstbedarfsplan befindet sich momentan in der Entwicklungsphase. „Daher kann über die künftige Struktur der Rettungswachen im Kreis Minden-Lübbecke bis zum Abschluss des Planungsverfahrens und der politischen Entscheidungsfindung keine definitive Aussage getroffen werden“, informiert der Kreis. Voraussichtlich im Frühjahr wird der neue Bedarfsplan von den verantwortlichen Stellen verabschiedet und im Anschluss umgesetzt.

Der Kreis unterhält neben Rahden und Haldem noch eine weitere Rettungswache in Lübbecke und deckt damit den gesamten Altkreis Lübbecke ab. Damit kommt die Behörde ihrer Verpflichtung nach, eine bedarfsgerechte und flächendeckende medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Für den ländlichen Bereich gilt als Richtlinie eine Eintreffzeit von rund zwölf Minuten. Am Dienstag wurden Befürchtungen laut, dass diese teilweise lebenswichtigen Zeiten möglicherweise nicht länger eingehalten werden könnten, sollte die Rettungswache in Haldem geschlossen oder in einen anderen Ortsteil verlegt werden.

Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat hatte den Haldemer Bürgern am Dienstag zudem zugesichert, dass er zum Thema Sicherheit das Gespräch mit Landrat Dr. Ralf Niermann suchen werde. „Die innere Sicherheit ist wichtig für die Lebensqualität und eine Kernaufgabe der öffentlichen Hand“, hob Abruszat hervor. In diesem Zusammenhang hatte er auch erklärt, dass er sich für den Erhalt der Polizeiwachen einsetze. „Statt das Geld in einen Blitzermarathon zu stecken, sollten die Beamten mehr Präsenz in den Ortschaften zeigen“, war sich Abruszat mit den Teilnehmern des ersten von insgesamt 13 Ortsteilgesprächen in diesem Jahr einig.

abo

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