Rainer und Heidi Pernotzky imkern auf dem Drohner „Regenbogenhof“

Süßer Traumberuf

Vom Lehrer zum Vollerwerbs-Imker: In der großen Honigschleuder wird der Honig aus den Waben geschleudert, erklärt Rainer Pernotzky.
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Vom Lehrer zum Vollerwerbs-Imker: In der großen Honigschleuder wird der Honig aus den Waben geschleudert, erklärt Rainer Pernotzky.

Drohne - Rainer Pernotzky kümmert sich um Bienen und kennt sich aus mit allem, was mit Imkerei zu tun hat. Seit rund 15 Jahren ist er Vollerwerbs-Imker. Was mit einer Leidenschaft begann, ist für ihn zum Traumberuf geworden. Seit gut einem Monat bewirtschaftet er mit seiner Frau Heidi seinen „Regenbogenhof“ in Drohne. Dort hat das Ehepaar ein prächtiges Anwesen inmitten von viel Grün am Kämpenweg 7 gepachtet.

100 Bienenvölker nennt Pernotzky sein Eigen, einige Bienenstöcke hat er bereits aus seiner „alten“ Heimat in der Senne in Schloss Holte Stukenbrock nach Drohne übersiedelt. Viele sind noch in und um Schloss Holte Stukenbrock verteilt. „Die werden nun nach und nach hier nach Drohne und Umgebung gebracht“, erklärt der Imker. Grund für den Umzug war, dass das ehemalige Wohnhaus der Pernotzkys im Laufe der Jahre zunehmend mit Pilzen befallen war. „Wir mussten uns nach einer neuen Bleibe umsehen und haben uns mit dem Haus der Familie Restemeyer einen Traum erfüllen können. Nun starten wir noch einmal voll durch“, freut sich der 66-Jährige.

In seinem Gesicht ist jedoch nicht ausschließlich Freude zu lesen. „Für die Bienen ist es fünf vor zwölf“, sagt er. Den fleißigen Insekten gehe es zunehmend schlechter. „Die Bienen sind auf die Hilfe des Menschen angewiesen“, so Pernotzky, die Menschen wüssten zwar, dass die Bienen wichtig sind, „aber sie wissen nicht, was sie selber für die Bienen tun können.“

Der leidenschaftliche Imker und seine Frau wollen Ansprechpartner sein, so dass jeder ein kleines bisschen helfen kann, den Bienenbestand zu schützen. „Wenn Raps- und Lindenblüte vorbei sind, finden die Bienen nichts mehr zu fressen – sie haben Hunger.“ Die Bienen brauchen jedoch Blütenpflanzen, um Nektar – ihr Lebenselixier – zu sammeln. Hier hofft Pernotzky auf Unterstützung aller Bürger. „Wenn jeder in seinem Garten nur eine kleine Fläche mit Blühpflanzen oder Wiesenblumen stehen lassen würde, statt akribisch genau den Rasen abzumähen, wäre den Bienen schon ein gutes Stück geholfen.“ Er selbst will auf einer Fläche von mehreren Hektar eine fünfjährige Bienenmischung anlegen, um seinen Insekten ausreichend Futter zu bieten.

n diesem Jahr sei die Blüte so miserabel gewesen, dass er erstmalig während seiner Imkerlaufbahn Zucker zufüttern musste. „Ein einziges Bienenvolk macht im Sommer vier Millionen Blütenbesuche jeden Tag“, erklärt der Imker die Dimension. Dieses Jahr sei für die Bienen sehr schlecht gewesen.

Dabei, sagt er, sei die Angst vieler Menschen vor den Bienen völlig unbegründet, öffnet einen seiner Bienenstöcke, holt eine dicht von Bienen belagerte Wabe heraus, und streichelt liebevoll mit dem Finger darüber.

„Bienen sind ein sehr friedliches Volk. Sie greifen nicht an, sondern umschwirren eventuell neugierig einen Besucher und fliegen dann wieder fort“, erklärt der Imker. Nur wenn sie selbst in Gefahr seien, festgehalten oder gedrückt würden, machten sie von ihrem Stachel Gebrauch.

Bevor Rainer Pernotzky und seine Frau – beide früher von Beruf Lehrer – sich ganz und gar der Imkerei widmeten, betrieben sie auf ihrem „Regenbogenhof“ biologisch-dynamischen Gemüseanbau für 40 Familien. Sich mit Bienen zu beschäftigen und sich um die fleißigen Immen in umfangreichem Maße zu kümmern, die Idee entstand vor 25 Jahren recht spontan, erzählt Pernotzky. „Das Imkern hat mich dann aber so fasziniert, dass ich seit nunmehr 15 Jahren Berufsimker bin“, erzählt er.

Der Erhalt der Bienen ist den Pernotzkys eine Herzensangelegenheit. Ebenso wie die Produktion von Delikatessen. Neben fünf bis sechs Sorten Honig pro Jahr werden auf dem „Regenbogenhof“ Vinaigretten, Edel-Liköre, Honigessig, Honigsenf, Fruchtaufstriche – mit Honig veredelt – und vieles mehr, was mit Honig zu einzigartigen Kompositionen gezaubert werden kann, hergestellt.

„Mit Bienen umgehen – das können wir.“ Davon überzeugen können sich Besucher am Sonnabend, 13. September, bei einem Tag der offenen Tür.

hm

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