„Mad Caddies“ und „Frittenbude“

Line-up für Stemweder Open Air steht: Qualitativ am oberen Rand

„Frittenbude“ rocken als deutscher Headliner die Waldbühne auf dem Stemweder Open Air Festival. - Foto: Friso Gentsch

Stemwede - Von Melanie Russ. Internationaler als sonst geht es am 19. und 20. August auf dem Stemweder Open Air Festival zu. Als „qualitativ am oberen Rand“ bezeichnet Ulrich Nordhoff im Gespräch mit dem Diepholzer Kreisblatt das Line-up für die 40. Ausgabe des „Umsonst und Draußen“-Festivals im Zeichen der Kuh. Als Headliner konnte er „Frittenbude“ und die „Mad Caddies“ aus den USA verpflichten. Weitere Highlights auf der Waldbühne sind „Strung Out“ und C.J. Ramone.

Sehr schwierig sei es gewesen, die Bands an den Stemweder Berg zu locken, berichtet Nordhoff. Aber zum runden Geburtstag will der veranstaltende Verein für Jugend, Freizeit und Kultur in Stemwede den Besuchern eben ein bisschen mehr bieten. Geholfen haben ihm seine langjährige Beziehung zu den Konzertagenturen, „die dann auch mal ein Auge zu drücken“, und die traditionell gute und friedliche Atmosphäre auf dem Festival. „Es gab nie Ärger“, so Nordhoff. Mit den Buchungen ist er fast durch. Nur zwei, drei Bands fehlen noch für die Waldbühne. „Wir haben ein schönes buntes Programm zusammengestellt. Ich denke, dass alle Gruppen auf ihre Kosten kommen werden.“

Internationaler Headliner ist die 1995 in Kalifornien gegründete siebenköpfige Band „Mad Caddies“, die nach siebenjähriger Pause 2014 ihr neuntes Album „Dirty Rice“ veröffentlichte und aktuell wieder auf Tour ist. Sie in eine Schublade zu packen fällt nicht leicht, denn die Band, deren Kern bereits seit der High School zusammen spielt, ist in vielen Genres zu Hause von Punk und Ska über Reggae bis Dixieland. „Es ist unglaublich, was die auf die Bühne bringen“, so Nordhoff.

Persönlich freut sich der Festival-Mitorganisator besonders auf C.J. Ramone, der als Bassist und Sänger der US-Punkband „Ramones“ bekannt wurde, deren Mitglied er bis zur Auflösung 1996 war. „Das war eines meiner ersten Konzerte“, erinnert sich Nordhoff. In den vergangenen Jahren war C.J. Ramone auf verschiedenen deutschen Festival-Bühne zu sehen, derzeit ist er wieder auf Tour und spielt neben den alten „Ramones“-Songs Lieder seines aktuellen Albums „Last chance to dance“.

Internationales Renomee bringt auch „Strung Out“ mit. Die fünfköpfige Punkband gründete sich 1992 in Kalifornien. Standen anfangs noch melodische Punkrocksongs mit Hardcoreeinflüssen im Vordergrund, mischten sich später auch deutliche Metal-Einflüsse in ihre Musik. „Die waren lange nicht auf Tour. Das wird sicherlich groß“, freut sich Nordhoff auf die Kalifornier.

„Frittenbude“ und Festivals – das gehört von Anfang an zusammen, schließlich gründete sich die Band 2006 ganz spontan auf der Autofahrt zum Pfingst-Open-Air Passau. Seither hat sich das niederbayrische Elekto-Punk-Trio, das inzwischen in Berlin seine Zelte aufgeschlagen hat, auf unzähligen Festivals – unter anderem spielten sie beim Hurricane – einen exzellenten Live-Ruf erworben. Das neue Album „Küken des Orion“ zeuge in seiner Komplexität und „Deepness“ davon, dass die Band, diese einzelnen verrückten Individuen, zusammen eine Faust bilden könnten“, wirbt das Label des Trios für seine Künstler.

Das Line-up für die Wiesenbühne steht bereits komplett. Laut Organisatorin Friederike Riechmann haben Madgroove, Supersonic Stereos (ehemals Tarranado), Finder, John Wayne On Acid, Mama Pure, Parcours, Audiowolf, Therapiezentrum, Kochkraft durch KMA, Kolibeat und Path of Destiny ihre Zusage gegeben. Einen für das Festival eher ungewöhnlichen Sound bringen „Wippsteert“ mit. Die fünfköpfige Band aus Thiene unweit des Alfsees hatte sich mit ihrem Sieg beim Band Contest einen Platz auf der Wiesenbühne gesichert. Die Band bedient sich hier und da bei irischer Musik, amerikanischem Folk und Rock und machen daraus ihre ganz eigene Mischung.

Vielen aus der Region bereits gut bekannt sein dürfte „Therapiezentrum“. Das Quartett aus Osnabrück legt den Musikfinger auf den Puls der Zeit – mal balladesk, mal im rasanten Viervierteltakt, dabei aber immer authentisch. Ihre deutschsprachigen Texte beschäftigen sich mit der Liebe, dem Scheitern und dem wieder Aufstehen. Musikalisch dominieren Gitarrenriffs, die durch Synthie-Melodien pointiert werden.

Der Name ist neu, doch der Musikstil ist geblieben bei „Supersonic Stereos“. Geradlinigen Altvernative Rock spielt die Band, die aus der Gruppe „Tarranando“ hervorging und ihre musikalischen Wurzeln im Grunge hat. Als maßgebliche Inspirationsquelle bezeichnet das Quartett aus Bielefeld die US-Band „Kings of Leon“.

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