Plattdeutscher Arbeitskreis verweist mit Gottesdienst auf Probleme der Insel

Kubanisches Flair zum Weltgebetstag

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Lieselotte Becker, Ingrid Haevescher, Wilhelm Dullweber, Marlinde Frickenhelm, Karin Klanke, Elisabeth Redddehase und Irmgard Bohne (v.l.) sorgten für einen anschaulichen Gottesdienst mit kubanischem Flair zum Weltgebetstag.

Levern - Die Liturgie zum Weltgebetstag haben in diesem Jahr kubanische Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen vorbereitet. Die Leverner Kirchengemeinde hatte schon zwei Wochen vor dem eigentlichen Termin – Freitag, 4. März – ins Gemeindehaus in Levern eingeladen, um diesen speziellen Gottesdienst zu feiern. Eine Besonderheit dabei war, dass den Gottesdienst Pfarrer i.R. Wilhelm Dullweber und einige Helferinnen auf Platt hielten.

Der Arbeitskreis „Plattdüütsch inne Kerken von Westfalen“ war dafür verantwortlich, den Weltgebetstag vorzubereiten. Die Mitglieder haben nicht nur die Übertragungsarbeit in das Plattdeutsche geleistet, sondern auch die Feier an sich in ihrer Mundart vollzogen. Dullweber freute sich, viele Gläubige zum „Wiältbiädsdagg von Frunsmensken“ zu begrüßen.

Das Motto lautete: „Niermt Kinner up, denn nierm gi mi up“ (Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf). Kuba, die bevölkerungsreichste Karibikinsel mit ihrer bewegten politischen und religiösen Geschichte, seit 500 Jahren von Zuwanderung geprägt, stand  im Brennpunkt des Gottesdienstes. Die kubanischen Frauen fassen ein gutes Zusammenleben aller Generationen als Herausforderung auf. Das ist in Kuba brisant, wo eine gerechte Gesellschaft gerade auch von denjenigen aktiv mitgestaltet werden soll, die bisher an der Rand gedrängt wurden, wie Kinder und ältere Menschen.

Kuba, wo viele junge Menschen auf der Suche nach neuen beruflichen und persönlichen Perspektiven ihrer Heimat den Rücken kehren, soll mit der Kollekte zum Weltgebetstag unterstützt werden. Das Geld soll insbesondere soziale Projekte weiterbringen, die politische und wirtschaftliche Rechte von Frauen und Mädchen fördern.

„Liebe Schwestern und drei, vier Brüder“, hieß Dullweber die Christen in Levern nun willkommen. Jahrzehntelang hätte man kaum etwas von Kuba gehört. Die Insel sei in der Isolation verschwunden, auch wegen der Wirtschaftsblockade durch die USA und westlicher Staaten. Die Lockerung des Wirtschaftsembargos vor einiger Zeit eröffne Kuba neue Wege und gebe den Menschen Hoffnung auf neue Lebensperspektiven und die Achtung der Menschenrechte.

„Informiert beten und betend handeln“, das sei das Motto der Weltgebetstagbewegung, erinnerte Dullweber. Es verdeutliche die Einheit von Spiritualität und Engagement für Gerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft, so der Geistliche. Bevor Olga Rust und die Singgemeinschaft Frohsinn musikalisch auf Kuba einstimmten, hatten Mitglieder der Frauenhilfe für eine gemeinsame Kaffeetafel im Gemeindehaus gesorgt.

hm

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