Planungsstand für Neubau der Drohner Bahnbrücke „Im Ort“ vorgestellt

Abbruch beginnt Ende 2016

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Die horizontalen Abstandhalter, die eine Berührung der Oberleitungen verhindern sollen, sind nicht mehr zeitgemäß. Sie werden bei der neuen Brücke durch vertikale ersetzt.

Drohne - Von Melanie Russ. Am Straßenverlauf soll sich nach derzeitigen Planungen beim Neubau der Drohner Brücke „Im Ort“ nichts ändern. Die durch die Kurvenführung der Brückenzufahrt verursachte schlechte Einsehbarkeit könnte aber trotzdem gemindert werden. Da die Böschung für das neue Bauwerk etwas aufgeschüttet werden muss, werden Büsche und Bäume weichen müssen. Die Straße sei dann sicher auf hundert Meter einsehbar, erklärte Stefan Uhlig vom Ingenieurbüro Bockermann Fritze Ingenieur Consult.

Der Bauingenieur stellte gestern Abend in der Sitzung des Betriebsausschusses für den Wirtschaftsbetrieb Gemeinde Stemwede und Wasserwerk den Stand der Planungen für das sanierungsbedürftige Bauwerk vor. In der anschließenden Aussprache erfragte Sebastian Allhorn (Grüne), ob die Straße nicht wenigstens etwas begradigt werden könnte. Aus Sicht Uhligs ist dieser Wunsch „wirtschaftlich nicht darstellbar“, denn sowohl baulicher als auch finanzieller Aufwand wären enorm. Ein Drohner Landwirt schlug vor, eine Haltebucht im Brückenbereich einzuplanen, um eine Ausweichmöglichkeit zu schaffen, wenn sich zwei große Traktoren auf der Brücke begegnen. Das sei wohl ohne größeren Mehraufwand möglich, meinte Uhlig. Man müsse abklären, ob sie erforderlich sei.

Fest steht: Überbreite Fahrzeuge werden auch in Zukunft nicht aneinander vorbei passen, denn die neue Fahrbahn wird mit 5,50 Metern nur einen halben Meter breiter als die jetzige. Dieses Maß wurde laut Uhlig in Abstimmung mit der Bezirksregierung Detmold gewählt, um die Förderfähigkeit der Maßnahme sicherzustellen. Erfüllt die Gemeinde alle Kriterien, kann sie auf eine Förderung in Höhe von 60 Prozent ihrer Baukosten hoffen. Das wären nach einer Schätzung vom Mai 2014 immerhin gut 360000 Euro. Der von der Gemeinde zu zahlende Betrag beläuft sich demnach auf etwa 240000 Euro, die DB Netz übernimmt 611000 Euro. Die Baukosten wurden 2014 auf etwa 1,17 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen Kosten für Planung, Gutachten und ähnliches, die sich laut Bauhofleiter Andre Köster auf etwa 230000 Euro belaufen. Ganz verlässlich sind diese Zahlen allerdings nicht, da sie wesentlich vom Ergebnis der Ausschreibungen abhängen.

Bei der Konstruktion der neuen Brücke empfiehlt Uhlig ein so genanntes 1-Feldbauwerk unter Verwendung von Spannbeton. Zwar ist hier der Oberbau etwas teurer als bei einem mit Stahlbeton errichteten 3-Feldbauwerk, dafür kommt der Unterbau günstiger, da für den Bau weniger Sperrpausen erforderlich sind und die Fundamente der alten Brückenpfeiler nicht entfernt werden müssen. Die neuen Pfeiler werden außerhalb der jetzigen errichtet. Ein weiterer Vorteil des 1-Feldbauwerks: Durch die deutliche geringere Brückenfläche von 105 Quadratmetern gegenüber mehr als 200 bei der zweiten Varianten sinken die Folgekosten für die Instandhaltung.

Als Beginn der Abrissarbeiten haben Ingenieurbüro und Verwaltung November 2016 fest in den Blick genommen. Ursprünglich war ein früherer Beginn geplant, die für 2016 beantragten Sperrpausen, in denen der Verkehr auf den Gleisen für die Brückenarbeiten eingestellt wird, hat die DB Netz AG laut Uhlig allerdings mit Verweis auf eine hohe Auslastung der Strecke abgelehnt. Also musste man auf das Folgejahr ausweichen. Für 2017 liegt die Genehmigung nun vor. Als Termin für die Fertigstellung der Maßnahme ist der November 2017 anvisiert.

Jetzt gilt es, die Gespräche mit der DB Netz AG voranzutreiben und eine Kreuzungsvereinbarung abzuschließen, in der die Finanzierung konkret festgelegt wird. Das kann nach Uhligs Erfahrung mehrere Monate dauern. Danach kann die Ausschreibung beginnen.

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