Pläne für Maßnahmen und Fördergelder Thema bei Mitgliederversammlung

Naturpark Dümmer soll barrierefrei werden

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Beatrix Wallberg (Umweltamt Minden-Lübbecke; v.l.), Naturpark-Geschäftsführer Detlef Tänzer, Herbert Winkel (Landrat Vechta) und Cord Bockhop (Landrat Diepholz) wollen sich weiter gemeinsam für den Naturpark Dümmer einsetzen.

Haldem - Drei Landkreise umfasst der 1123 Quadratkilometer große Naturpark Dümmer mit dem Binnensee als Mittelpunkt. Am Montag trafen sich Vertreter des gleichnamigen Vereins im Berggasthof Wilhelmshöhe in Haldem zur Mitgliederversammlung und warfen einen Blick auf die Projekte und Pläne.

Nachdem Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat auf den südlichsten Teil des Naturparks eingegangen war – „eine starke Wirtschaftsregion“ – ging Diepholz Landrat Cord Bockhop zur Tagesordnung über. Die Versammlung entschied sich, Naturpark-Geschäftsführer Detlef Tänzer für weitere fünf Jahre in den Beirat der Stiftung Naturschutz zu senden. Dieser besteht aus 17 Verbänden und bündelt deren Arbeit in der Region.

Tänzer gab einen Überblick über den landschaftspflegerischen Entwicklungsplan, der aus bereits bestehenden Planwerken aufgestellt werden soll. Oberstes Ziel dabei: die Barrierefreiheit und damit ein Naturerlebnis für alle. „Für die einen ist das bequem, für andere ist es notwendig“, so Tänzer. Der Fachdienstleiter für den Bereich Kreisentwicklung beim Landkreis Diepholz machte deutlich, dass für den Antrag die Unterstützung der Kommunen im Naturpark erforderlich sei. „Pro Kommune können wir ein bis zwei Maßnahmen beantragen“, lautete Tänzers Plan. Wenn über die Förderung entschieden sei, könnten die Haushalte danach geplant werden.

Tänzer sprach von Kosten zwischen 25000 und 30000 Euro für den Naturparkplan. „Unser Vorteil sind die Fördergelder aus zwei Bundesländern“, sagte Tänzer – vom Land NRW sei bereits eine Summe von 18400 Euro in Aussicht gestellt worden, die Frist für die Richtlinie „Landschaftswerte“ des Landes Niedersachsen läuft am 31. März 2016 ab.

Als Beispiele für Maßnahmen im Sinne eines barrierefreien Naturparks regte Detlef Tänzer an, mehr Bänke, unter anderem im Oppenweher Moor, und Tastmarkierungen an den Bordsteinen zu installieren sowie Infobroschüren verständlich zu halten. Bis Februar wollen sich die Verantwortlichen auf Maßnahmen einigen, um die Förderung auf den Weg zu bringen. 2017 könnten die Projekte realisiert werden.

Ob diese die Frequentierung des Naturparks steigern, ist zunächst offen. Doch aktuell sind die Vereinsmitglieder zufrieden. „Die Führungen waren je nach Wetter und Thema unterschiedlich besucht“, berichtete Tänzer. Während Stemwedes Kräuterfrau Inge Uetrecht bis zu 100 Teilnehmer durch den Stemweder Berg führt, gebe es auch Gruppen mit fünf bis zehn Teilnehmern. „Wir müssen Schwerpunkte setzen“, schlug Bockhop vor, bei den Angeboten auszusortieren. „Aber auch kleine Gruppen haben ihre Berechtigung. Schließlich ist die Betreuung intensiver“, erwiderte Oliver Lange von der Naturschutzstation Dümmer. Einig waren sich alle, dass das Naturerlebnismanagement, wozu die Führungen gehören, weitergeführt wird.

Mit diesem Projekt wurde in der Vergangenheit auch die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt: Der Newsletter erreicht laut Tänzer inzwischen 270 Empfänger, der Facebook-Auftritt zähle 402 „Gefällt mir“-Angaben.

Damit künftig auch die Jugend an die Natur herangeführt wird, plant der Naturpark Dümmer sogenannte Naturparkschulen, die mit einer entsprechenden Plakette zertifiziert werden. Mit einer Einrichtung in Diepholz besteht bereits ein Kontakt. Dort könnte das Diepholzer Moor als Schwerpunkt für Untersuchungen genutzt werden, erklärte Tänzer. Das Projekt soll laut Idee des Dachverbands, dem Verband Deutscher Naturparke, in Geografie, Biologie und Wirtschaft integriert werden.

Bei Interesse können sich weitere Schulen an den Verein wenden. „Wir werden auf individuelle Anforderungen eingehen“, versprach Bockhop. Hinweise nehmen der Vorstandsvorsitzende und sein Team auch für Naturparkbotschafter auf: Persönlichkeiten aus der Region sollen Werbung für den Naturpark Dümmer machen.

abo

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