Gemeinde Stemwede will Imagefilm drehen

Pfiffige Werbung in eigener Sache

Die Stiftskirche in Levern ist das Ziel vieler Ausflügler. Ihre touristischen Reize und weiteren Vorzüge möchte die Gemeinde Stemwede künftig besser vermarkten – unter anderem mit einem Imagefilm.  - Foto: Bokelmann

Stemwede - „Wir haben eine ganze Reihe von Alleinstellungsmerkmalen“, wird Bürgermeister Kai Abruszat nicht müde zu betonen, dass Stemwede durchaus seine Vorzüge hat. Das Problem: Außerhalb der Gemeindegrenzen sind sie zu wenig bekannt. In Sachen Profilierung und Tourismusförderung will die Verwaltung darum eine Schippe drauflegen.

Zwei Bausteine wurden in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Wirtschaftsförderung und Tourismus in der Wilhelmshöhe erörtert und einer bereits auf den Weg gebracht. Einstimmig votierten die Mitglieder dafür, einen Imagefilm produzieren zu lassen. Ob die Gemeinde dem Verein Dümmer Weserland Touristik beitreten soll, ist noch offen, die Ausschussmitglieder waren allerdings nicht abgeneigt.

Digitale Medien stärker nutzen

„Wir müssen die digitalen Medien stärker nutzen“, drängte Abruszat in Sachen Imagefilm auf Zustimmung aus der Politik. Eine Internetseite allein habe nicht annähernd den Effekt wie ein professionell gemachter Film, der die Gemeinde pfiffig und prägnant vorstellt. Im Wettbewerb mit anderen Kommunen müsse sich Stemwede professioneller aufstellen.

Von Seiten der CDU kam einhellige Zustimmung, ebenso wie von der FDP. „Jede Firma, die etwas auf sich hält, hat so einen Film. Das ist eine gute Chance, sich besser darzustellen“, argumentierte FDP-Fraktionschef Wolfgang Fricke. Die SPD hätte sich zwar vorab ein paar mehr Details zum angedachten Film gewünscht, unterstützte das Vorhaben aber ebenfalls. Einzig der sachkundige Bürger Heiner Rosengarten hat erhebliche Zweifel. Wenn die Gemeinde kein Image habe, brauche man auch keinen Imagefilm.

Als Kostenrahmen sind etwa 10.000 Euro vorgesehen, die in den Haushalt 2017 eingestelllt werden sollen. Dafür bekomme man dann keinen Luxusfilm, sondern etwas Solides, das zu dem Standort passt, argumentierte Abruszat. „Ich finde das nicht so viel, wenn man bedenkt, wofür wir sonst Geld ausgeben“, ergänzte Gemeindeheimatpfleger Klaus Winkelmeier als sachkundiger Bürger und regte an, den Film als Anlass zu nehmen, über den Istzustand hinaus darüber nachzudenken, „wo wir als Gemeinde hin wollen“.

Um eine möglichst große Resonanz zu erhalten, soll der Film auf verschiedenen Plattformen im Netz verbreitet werden. Auch die Wirtschaft soll mit ins Boot geholt werden.

Um ihre touristischen Reize besser vermarkten zu können, erwägt die Gemeinde Stemwede außerdem eine Rückkehr in den Verein Dümmer Weserland Touristik, dem sie nach seiner Gründung 2003 bereits einige Jahre angehörte, jedoch austrat, als der Mitgliedsbeitrag vom dreistelligen in den vierstelligen Bereich stieg. Würde die Gemeinde wieder eintreten, wäre sie eines der stärksten Mitlgieder und müsste rund 5.300 Euro jährlich zahlen.

Professionelle und großflächige Werbung

Was Stemwede dafür bekommen würde, erläuterte Bianca Strieker, Geschäftsführerin des Vereins: professionelle, kreiübergreifende Werbung für die touristischen Angebote der Flächengemeinde, insbesondere der landschaftlichen Attraktionen wie Stemweder Berg oder Oppenweher Moor. Für das Marketing stehen jährlich rund 60.000 Euro zur Verfügung. Damit werden unter anderem eigene Printprodukte wie der heißbegehrte Radtourführer, Anzeigen und Messeauftritte finanziert. Die Personalkosten übernimmt im Wesentlichen der Landkreis Diepholz.

Aktuell sind 13 Kommunen, drei Vereine und ein Unternehmen in der Dümmer Weserland Touristik vereint. Das Budget beträgt rund 95 000 Euro, von denen der Landkreis Diepholz 30.000 Euro übernimmt. Als Zielgruppe nannte Strieker die Generation 50+, die heute sehr aktiv sei, und Familien aus den Einzugsgebieten Ruhrgebiet, Hannover und Bremen.

Statistische Daten dazu, ob eine Mitgliedschaft im Verein tatsächlich ein Mehr an Touristen bedeutet, existieren nicht, dennoch war die Resonanz aus der Politik durchaus positiv. Das Konzept der Dümmer Weserland Touristik sei deutlich strukturierter und passe besser zu Stemwede als ein vom Kreis Minden-Lübbecke angeregter Verband der Kommunen im Altkreis Lübbecke, erklärte Andreas Weingärtner (CDU). „Das ist eine Überlegung wert.“ Im Rahmen der Haushaltsberatungen hat der Haupt- und Finanzausschuss nun zunächst zu entscheiden, ob die entsprechenden Finanzmittel bereitgestellt werden sollen. 

mer

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